Demografischer Wandel verlangt nach Breitbandversorgung

24.06.2016

Auf seinem Thementag „Digitalisierung“ forderte der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften den Ausbau des Breitbandkabelnetzes auch in ländlichen Gebieten. Mieter müssten in allen Regionen Zugang zu digitalen Diensten haben.

FOTO: PIXELIO/R.STURM

„Die digitale Welt aus Datenleitungen und mobilen Endgeräten bestimmt längst unsere Gesellschaft und macht auch keinen Halt vor den Wohnungsgenossenschaften", das stellte Axel Viehweger, vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) fest.

Der Verband befasst sich seit Jahren mit der rasanten Entwicklung der modernen Technologien. Dabei spielen unterjährige Verbrauchsdaten, die den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden, sowie neue Dienstleistungen in der Wohnung eine wichtige Rolle. Eine Wohnungsübergabe mit dem Tablet-PC, Hausmitteilungen auf digitalen Anzeigetafeln in den Aufgängen oder die Kommunikation mit Enkeln oder dem Hausarzt via Skype im Wohnzimmer – diese Dienstleistungen würden bereits heute stark nachgefragt und genutzt.

Die demografische Entwicklung in Sachsen sei durch sinkende Einwohnerzahlen und einen kontinuierlichen Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung gekennzeichnet.

Die ländlichen Regionen werden hiervon am stärksten betroffen sein. Auf diese Tatsachen könne nur mit einem umfassenden Wandel reagiert werden. Insbesondere in diesen Gebieten werde es darauf ankommen, dass eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur aufgebaut wird, damit ländliche Gebiete sowohl wirtschaftlich wie auch sozial eine Zukunft haben.

Der ausdrückliche Wunsch der Bevölkerung sei es, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können. Dazu trügen die Digitalisierung und die Technik entscheidend bei. „Mit Beginn des Projektes ‚AlterLeben‘ vor sieben Jahren kostete die Ausstattung einer Wohnung mit einem Assistenzsystem noch 30.000 Euro. Jetzt sind es deutlich unter 5.000 Euro und unser Ziel ist, dass wir im Zuge der Weiterentwicklung der Technik auf 2.500 bis 3.000 Euro pro Wohnung kommen. Wir wissen, dass es funktioniert und haben bewiesen, welchen Nutzen es gibt. Doch noch immer erhält jedes Pflegeheim Fördermittel, die Wohnung aber nicht“, so der VSWG-Vorstand.

Der Wohnung, dem Lebensmittelpunkt eines Menschen, werde in diesem Wandel eine signifikante Rolle zukommen. Der soziale und kommunikative Lebensmittelpunkt werde sich zum Gesundheitsstandort entwickeln, denn die medizinische Versorgung der Zukunft werde zu Hause stattfinden.

„Eine leistungsstarke Breitbandversorgung ist eine Grundvoraussetzung, um einen langfristigen Verbleib der Menschen in ihren Wohnungen zu gewährleisten und den Einsatz moderner Kommunikationsmittel und Assistenzsysteme zur Unterstützung eines selbstbestimmten Lebens zu ermöglichen. Solche Anwendungen und Dienste sind Antworten auf den demografischen Wandel“, erklärte Axel Viehweger.

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