Modernisieren und dämmen

Sind innovative Dämmstoffe eine Alternative zu Polystyrol?

Oktober 2017
Dick auftragen ist bei Dämmstoffen kostengünstiger als schlanke Materialien mit niedrigen Wärmedurchgangswerten. BILD: stock.adobe.com/M.Kretschmar

Wärmedämmung. Ein Reizwort. Auch unter Entscheidern der Immobilienbranche. Dennoch muss sich die Gesellschaft weiterhin mit dem Thema beschäftigen, denn Wärmedämmungen können helfen, den Verbrauch fossiler Energie zu reduzieren. Fakt ist allerdings auch, dass nicht jede Wärmedämmung wirtschaftlich ist. Die Auseinandersetzung sollte differenziert erfolgen und den aktuellen Stand der Forschung und Produktentwicklung einbeziehen.

Unser Artikel in der IVV-Sonderpublikation "Zukunft Wohnungswirtschaft" 2017/18 sagt ganz provokativ: "Das Nichts dämmt am besten".

Die Funktionsweise von Wärmedämm­stoffen basiert auf der Reduktion des Wärmestromes durch das Bauteil, zum Beispiel die Außenwand. Je stärker das Abfließen der Wärme verhindert wird, umso höherwertiger ist die wärmedämmende Eigenschaft des betrachteten Bauteils zu bewerten. Alle klassischen Wärmedämm­stoffe erreichen dies durch einen hohen Porenanteil in einem geringen Anteil eines Feststoffes. Die Poren oder Hohlräume eines Wärmedämmstoffes sind dabei mit Luft gefüllt. Luft leitet die Wärme sehr viel schlechter als feste Materialien. Aus die­sem Grund wird versucht, den Luftanteil in Wärmedämmstoffen möglichst hoch einzu­stellen.

Aerogele, das Leichtgewicht unter den Wärmedämmstoffen

Aerogele weisen einen Porenanteil von bis zu 99,9 Prozent auf. Damit sind Aerogele zurzeit der leichteste Feststoff der Welt. Die einzelnen Poren dieses Stoffes sind mikro­skopisch klein und können mit dem bloßen Auge nicht erkannt werden. Wegen seiner homogenen und transparenten Struktur werden Aerogele auch als „gefrorener Rauch“ bezeichnet. Da dieser Wärme­dämmstoff aus amorpher Kieselsäure be­steht, zählt er zu den mineralischen Stof­fen, ist nicht brennbar und gilt als physiolo­gisch weitgehend unbedenklich.

Aerogele können aufgrund ihres geringen Gewichts und Festigkeit nicht in reiner Form im Bauwesen eingesetzt werden. Sie wer­den in der Regel als Granulat in Trägerstof­fen wie Glas- oder Steinwollen integriert und zum Teil zur einfacheren Verarbeitbarkeit mit Gipskartonplatten kaschiert.

Vakuum Isolationspaneele – die verletzliche Art der Dämmung

In einem Vakuum findet praktisch kein Wär­metransport mehr statt. Dadurch reduziert sich der Wärmefluss in Vakuum Isolations­paneelen (VIP) auf den Feststoff, der das Vakuum umschließt. VIP bestehen aus einem hochporösen Stützkern, zum Beispiel Kunst­stoffschaum, der vakuumiert und mit einer gasdicht verschweißten Verbundfolie umhüllt wird. Damit können Wärmeleitfähigkeiten von bis zu ca. 0,005 W/mK erreicht werden. Mithilfe von wenigen Zentimeter starken VIP lassen sich verhältnismäßig schlanke Au­ßenwandkonstruktionen realisieren, die den Anforderungen der EnEV genügen.

Die Tabelle in der IVV-Sonderausgabe 2017/18 stellt die im Artikel vorgestellten Wärmedämmstoffe verglei­chend gegenüber. 

Fazit

Innovative Materialentwicklungen auf dem Gebiet der Wärmedämmungen können baukonstruktive Nach­teile herkömmlicher Systeme ausgleichen, ihr großflächiger Einsatz jedoch an den derzeit noch hohen Materialkosten scheitert.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie im Sonderheft der IVV.

Autor: David Jost, Immobilien-Ökonom, EBZ Business School

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Klimaschutz versus Dämmwahnsinn

 

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