Forschungshäuser der GEWOFAG in München-Riem

Im Test: Heizung fährt automatich runter, wenn Fenster offen

12.02.2018

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG der Stadt München baut in acht Wohnungen eines Hauses testweise neue intelligente Fensterkontakte mit drahtloser Technologie ein. Bei dieser Technik fährt die Heizung automatisch herunter, wenn das Fenster geöffnet wird. Die simple Maßnahme spart mehr Energie ein als viele andere Heizungs-, Lüftungs- oder Dämm-Methoden.

Montage des intelligenten Fensterkontaktes: Das schwarze Kästchen beinhaltet den Sensor. FOTO: GEWOFAG

Das haben die so genannten Forschungshäuser der GEWOFAG in der Messestadt Riem gezeigt.

Dort wurden die ersten intelligenten Fensterkontakte 2012 eingebaut. Ein Sensor im Fensterrahmen meldet dem Thermostat, dass das Fenster geöffnet wurde. Daraufhin reduziert die Heizung automatisch ihre Leistung. Das Signal wurde noch per Kabel übermittelt. Nun gibt es eine neue Variante der intelligenten Fensterkontakte mit einem drahtlosen Signal aus dem Fenstergriff, die die GEWOFAG nun verwendet hat. Das bewährte System ist so leichter zu installieren und zu unterhalten.

Sparen von Heizungsenregie

Nicht jeder Mieter denkt daran, die Heizung immer herunterzudrehen, wenn er das Fenster öffnet. Mit diesem simplen Trick wird aber am meisten Energie gespart. Deshalb testet die GEWOFAG die intelligenten Fensterkontakte als Assistenzsystem für ihre Kunden.

Wenn alles planmäßig funktioniert, baut die GEWOFAG sie im kommenden Jahr in 124 Neubauwohnungen auf dem Baufeld WA 1 im Prinz-Eugen-Park in München-Bogenhausen ein. Die 161 Wohnungen im benachbarten Baufeld WA 2 werden nicht damit ausgestattet, sodass die GEWOFAG den Energieverbrauch beider Baufelder vergleichen kann.

Der Verbrauch und die Funktionstüchtigkeit des neuen Systems können in Echtzeit nachvollzogen werden. Erweist sich die Technik als wirksam und kostengünstig im Unterhalt, kurzum: wirtschaftlich, wird die GEWOFAG „Fenster auf, Heizung aus“ in weiteren Neubauvorhaben einsetzen.

Die Forschungshäuser der GEWOFAG

Die Forschungshäuser sind sechs baugleiche Wohngebäude mit insgesamt 48 Wohnungen und jeweils unterschiedlichen Bau-, Heizungs- und Lüftungsausstattungen. Durch ihre verschiedenen haustechnischen Standards ermöglichen die Gebäude Rückschlüsse auf die Energieeffizienz der einzelnen Systeme und das Nutzungsverhalten der Mieterinnen und Mieter. Die GEWOFAG wertete von 2012 bis 2015 angelehnt an das Nutzerverhalten sowohl den Energieverbrauch als auch die Unterhalts- und Wartungskosten aus und untersuchte zudem die Störanfälligkeit der Systeme, um unterhaltsgünstige Bauweisen zu ermitteln.

Das Ergebnis: Das Gebäude mit der vergleichsweise kostengünstigen Lösung – nämlich den wartungsarmen und robusten Fensterkontakten – lieferte mit Blick auf die Investition und das Ergebnis die besten Resultate. Der kombinierte Einsatz moderner Techniken – das heißt erhöhte Dämmung, Versiegelung, Flächenbeheizung, Zwangsbelüftung – führte nicht zum gewünschten Erfolg.

Eine Broschüre mit weiteren Informationen zu den Forschungshäusern kann bei der GEWOFAG heruntergeladen werden. 

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