Mit Datenbrille noch einfacher arbeiten?

Immobilienbewertung 4.0 mit Smart Glasses

09.08.2017

Datenbrillen für die Immobilienwirtschaft befinden sich noch in der Entwicklung. Doch der erste Prototyp von Sprengnetter zeigt, dass die Immobilienbewertung zukünftig über sogenannte Smart Glasses bzw. Property Glasses funktionieren könnte.

Eine Datenbrille ist ein kleiner Minicomputer, den man vor den Augen hat. Sie liefert dem Träger nähere Infos und lässt sich per Sprache steuern.
Wearables sollen die mobile Kommunikation und Datenerfassung einfacher machen. Das Unternehmen Sprengnetter hat einen Smart Glasses Prototyp vorgestellt. FOTO: SPRENGNETTER

Google gehört zu den Vorreitern der smarten Brillen. Auch das Mapping – die virtuelle Navigation – fand durch Google den Weg zur breiten Nutzermasse. Google Maps ist heute nicht mehr wegzudenken. Man kann sich dort zum Beispiel das nächste Urlaubsziel schon einmal genauer ansehen. Der Erfolg gibt dem Konzern aus dem Silicon Valley Recht, und so hat Google das Mapping auf geschlossene Räume ausgeweitet. Die Technik wird heute bereits in einigen Shoppingcentern und an Flughäfen angewandt. Bisher fehlen jedoch Strukturen, um neue Technologien sinnvoll großräumig einzusetzen.

Der Markt für Immobilien-Applikationen bietet ein breites Spektrum für Makler, Verwalter und Projektentwickler. Schon jetzt erhalten Interessenten über Handyfotos und dazugehörige App eine erste Immobilienbewertung innerhalb weniger Minuten. Doch an Datenbrillen für den Immobilienmarkt arbeitet bisher kaum ein Unternehmen.

Mixed Reality – Objektbesichtigung mit Datenbrille

Mit einem Lidschlag ein Foto machen. Mit einer Geste per Hand, Kopfnicken oder Sprache Informationen zum Objekt erhalten. Aktive Datensammlung und das Einblenden von Informationen bei Besichtigung – all das machen Datenbrillen möglich.

Das Unternehmen Sprengnetter hat jetzt einen ersten Prototyp vorgestellt. Mit einigen Funktionen arbeiten die Entwickler bereits in verschiedenen Apps für die Immobilienbranche.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Der Träger eines Property Glasses wird beim Besichtigungstermin vor Ort mit zusätzlichen Informationen in Echtzeit versorgt. Mit ein wenig Übung kann der Nutzer intuitiv mittels Handzeichen durch Besichtigungsformulare navigieren und diese ausfüllen. Gleichzeitig sammelt die Brille wichtige Informationen zur Ausstattung der Immobilie innen und außen und sendet diese sofort und medienbruchfrei an die Prozesskette. Die Daten können unter anderem direkt in die Immobilienbewertung einfließen und in weitere Systeme gespeist werden.

Foto- und Videodokumentationen lassen sich während der Besichtigung erstellen und weiterverarbeiten. Details werden gespeichert, die der Mensch bei der Besichtigung übersieht. Die Daten lassen sich hinterher abfragen und genauestens sichten. Etwaige Mängel, die bei der Besichtigung übersehen wurden, fließen nach der Besichtigung in die Bewertung und Kauf- oder Mietentscheidung ein.

Digitalisierung als Chance

Die Hardware gestaltet sich momentan noch sehr kostenintensiv. Die Gesten könnten bei Besichtigungsterminen auf den anwesenden Eigentümer befremdlich wirken. Dennoch sehen Experten Smart-Glasses-Lösungen als Chance, die Digitalisierung auf dem Immobilienmarkt voranzutreiben.

Zunächst waren die Property Glasses der Firma Sprengnetter als Forschungsprojekt geplant. Das Unternehmen erkannte jedoch den Wandel der Zeit und entwickelt nun folgerichtig Wearables, um Visionen Wirklichkeit werden zu lassen und den Immobilienmarkt zu revolutionieren. 

Bis zur Markreife müssen noch etliche Details geklärt sowie die Nutzerführung und das UX-Design optimiert werden. Wann die Smart Glasses zur Bewertung von Immobilien auf den Markt kommen, ist bislang nicht bekannt. Verschiedene Faktoren sind hierbei zu beachten. Das hängt von Faktoren wie „Usability, Nutzwert versus Invest und letztendlich auch von der Nachfrage“ ab, wie Holger Zimmer, Marketingleiter bei Sprengnetter, erklärt. An der Weiterentwicklung wird jedoch mit Hochdruck gearbeitet.

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