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Keine nachhaltige Belebung beim Wohnungsbau in Europa

10. September 2010

Deutschland weiterhin unter europäischem Durchschnitt

Keine nachhaltige Belebung beim Wohnungsbau in Europa
Der Wohnungsbau geht zurück Foto: Unger Diffutherm

„Der europäische Wohnungsbau erreicht in diesem Jahr seine Talsohle. Auch wenn die Baufertigstellungszahlen in Deutschland leicht gestiegen sind, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland mit 1,9 fertiggestellten Wohnungen je 1.000 Einwohnern deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt von 3,2 Wohnungen zurückbleibt“, kommentierte Julia Schöne, Leiterin des Brüssler Büros des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Spitzenverband der priva-ten Immobilienwirtschaft, die aktuellen Daten und Prognosen der 19 Euroconstruct-Institute zum Wohnungsbau in Europa. „Die historisch niedrige Wohnbautätigkeit der vergangenen Jahre ist einer der Gründe, warum es bereits heute an qualitativ hochwertigem Wohnraum mangelt. Klimawandel und demografische Entwicklung machen die Bereitstellung von Woh-nungen, die den Kriterien Energieeffizienz und Altersgerechtigkeit genügen, unumgänglich“, so Schöne weiter.
Die Leiterin der BFW-Europageschäftsstelle verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass durch die schwache Sanierungstätigkeit in den osteuropäischen Ländern die dortige Energiebilanz des Bestandes noch unzureichend ist. „Dieses Ergebnis belegt, dass erst eine Evaluierung der Umsetzung der bisherigen Mindeststandards stattfinden muss, ehe neue Maßnahmen ergriffen und weitere Anforderungen wie z. B. die geplante EU-Richtlinie zur Wasserverbrauchseffizienz von Gebäuden geschaffen werden. Andernfalls wird nicht nur die Verbesserung der Energiebilanz in diesen Ländern misslingen, sondern sich auch die Wohn-standards innerhalb Europas weiter voneinander entfernen“, erklärte Schöne.
Die Leiterin der BFW-Europageschäftsstelle betonte zudem die Notwendigkeit der EFRE-Mittel (Europäische Fonds für Regionale Entwicklung) und forderte, dass Deutschland dieses Angebot der EU in Höhe von 680 Mio. Euro stärker nutzen solle. Bislang haben alle Bundes-länder ihre operationalen Programme so aufgestellt, dass die Mittel nicht für die energetische Sanierung von Gebäuden genutzt werden. Dabei stünden ihnen 4 % der gesamten deut-schen EFRE-Mittel allein für die energetische Sanierung zu. „Dies ist ein fatales Signal von Deutschland nach Europa, da der Anschein erweckt wird, wir benötigen die Mittel nicht. In der Konsequenz könnte in der nächsten Förderperiode ab 2014 die Mittelfreigabe gestrichen werden. Die Klimaschutzziele der EU und der deutschen Bundesregierung sind jedoch ohne Förderung allein durch die Wohnungsunternehmen nicht tragbar“, fürchtet Schöne.

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