Marder: Gefahr für Solaranlagen und Dachisolierung

10.09.2015

Die pelzigen Räuber können enorme Schäden an Dachstühlen und Solaranlagen anrichten.  Hausbesitzer und Vermieter sollten das Haus im Herbst mardersicher machen. Hier stehts wie es geht und welche Versicherung bei Schäden am Dachboden oder der Photovoltaikanlage einspringt. 

Marder: Gefahr für Solaranlagen und Dachisolierung
FOTO: PIXELIO/POLDY

Zu Beginn der kalten Jahreszeit suchen sich viele Jungtiere einen Nistplatz auf Dachstühlen. Die Anwesenheit von Mardern deuten Sie so: Sind Kratz- und Trappelgeräusche zu hören? Gibt es Reste von Aas sowie Urin und Kot? Bei den ersten Hinweisen ist sofortiges Handeln geboten. Denn die Tiere beißen und graben Tunnel in die Isolierung des Daches. Durch die Gänge entweicht Wärme; Feuchtigkeit kann eindringen und Schimmel begünstigen. Noch größerer Ärger kommt auf Besitzer von Solarpanels zu: Die Tiere beißen gerne in Kabel und Schläuche, wie viele Autofahrer aus leidvoller Erfahrung wissen. Wenn sie die Leitungen der Photovoltaikanlage beschädigen, drohen nicht nur Ertragsausfälle, sondern auch Kurzschlüsse und Verschmorungen.

Rankgitter montieren
Wie werden Betroffene die Marder wieder los? Marder mögen keine lauten Geräusche. Betroffene Hausbesitzer oder Vermieter können zum Beispiel ein Radio aufstellen und laut aufdrehen – am besten tagsüber, wenn die Tiere schlafen. Manchmal genügt es auch schon, ab und an gegen die Decke zu klopfen. In einem zweiten Schritt muss dafür gesorgt werden, dass er oder andere Artgenossen auch nicht mehr zurückkehren können. Dazu gehört: Äste nicht dichter als zwei Meter an die Dachfläche wachsen lassen und Fassadenbegrünungen regelmäßig zurückschneiden!

Um Mardern Zugangswege zu versperren, sollten Sie darauf achten, Rankgitter so zu montieren, dass der Marder darüber nicht an die Dachfläche gelangen kann. Dann ist es nötig, alle Schlupflöcher zu finden und zu verschließen, zum Beispiel mit Maschendraht. Aufschluss geben können Kratzer an Regenrinnen, Fassade oder Bäumen. Wichtig: die Gänge erst dann verschließen, wenn der Marder nicht mehr im Dachstuhl ist. Sonst muss das eingeschlossene Tier qualvoll verhungern. Vermieter und Hausbesitzer dürfen das Tier nicht selbst einfangen oder töten - da muss ein Profi ran. In vielen Städten gibt es hauptberufliche Stadtjäger, an die sich Betroffene wenden können.

Welche Versicherung gist bei Schäden am Dachstuhl zuständig?
Im Prinzip sichert die Wohngebäudeversicherung das Eigenheim ab. Allerdings greift der Grundschutz in der Regel nur bei Schäden, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel entstanden sind. Hat der Marder die Dachisolierung ruiniert, müsste der Hauseigentümer die Reparatur aus eigener Tasche zahlen. Manche Versicherer bieten aber auch Policen mit erweitertem Schutz, die auch dann einspringen, wenn Wildtiere in oder am Haus randaliert haben. Eine Deckungserweiterung zahlt sich schnell aus, denn oft fällt erst auf, dass sich ein Marder eingenistet hat, wenn sich seine Fraßspuren zeigen. Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, sollte zudem prüfen, ob seine Wohngebäudepolice diese Investition einschließt. Gegebenenfalls ist als Ergänzung eine Photovoltaikanlagenversicherung sinnvoll. Der Vorteil an der Spezialpolice: Sie deckt ein breites Spektrum von Risiken ab, darunter auch Marderbisse. Im Schadensfall kommt sie für Reparaturkosten auf und erstattet dem Besitzer bei einem Totalschaden den Neuwert der Anlage. Zudem zahlt sie dem Versicherten auch einen Ausgleich für entgangene Stromerlöse und Mehrkosten für den Fremdstrombezug.

Quelle: ERGO Versicherungsgruppe AG

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