Eigentümer kann nicht alle Fahrtkosten ansetzen.

Wer eine oder mehrere Immobilien vermietet hat, der kann die sachlich begründeten Fahrten dorthin in seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Das heißt, er kann die Ausgaben in vollem Umfang abschreiben. Doch schwierig kann werden, wenn die Zahl dieser Fahrten allzu sehr ausufert.

Aus dem Tatbestand

Der Fall: Ein Eigentümer besaß mehrere Objekte, die er regelmäßig zur Erledigung von Verwaltungs- und Aufsichtsaufgaben aufsuchte – im Schnitt sogar mehr als einmal täglich. Insgesamt fielen in einem Jahr 380 Fahrten an. Er hatte mehrere seiner Wohnungen sowie ein Mehrfamilienhaus im Streitjahr 165- bzw. 215-mal besucht, da er dort Baustellen eingerichtet hatte. Diese Kosten machte er in seiner Steuererklärung geltend. Das zuständige Finanzamt wollte diese Werbungskosten (0,30 Euro je gefahrenem Kilometer) jedoch nicht anerkennen und den Eigentümer auf die finanziell für ihn unattraktivere Entfernungspauschale beschränken. Damit konnte der Eigentümer nur die Hälfte der zurückgelegten Strecke mit 0,30 Euro pro Kilometer ansetzen.

Aus den Entscheidungsgründen

Das Urteil: Suche ein Vermieter ein Vermietungsobjekt nicht nur gelegentlich auf, sondern fortdauernd, dann werde er dort schwerpunktmäßig tätig. Er unterhalte, vergleichbar mit einem Arbeitnehmer, eine regelmäßige Tätigkeitsstätte. So entschied der Bundesgerichtshof und erkannte deswegen wie der Fiskus lediglich die Entfernungspauschale an. Schließlich könne sich der Vermieter auf diese immer gleichen Wege einstellen und die Kosten geringer halten.

Quelle: LBS-Infodienst Recht und Steuern

Gericht: BFH
Aktenzeichen: Az. IX R 18/15
Urteil vom: 01.12.2015

Kategorie des Urteils: Steuern

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