Mit welchen Systemen werden die Anforderungen der EnEV erreicht?

13.07.2016

Bauherren sehen sich nach der Verschärfung der EnEV zum 1. Januar 2016 mit zwei Fragen konfrontiert: Erfüllt mein Bauvorhaben mit den geplanten energetischen Maßnahmen die gesetzlichen Anforderungen? Und: Welche Maßnahmen sind bei der Investition und im Betrieb am wirtschaftlichsten? Hilfe naht vom Online-Kalkulator „EnEV-Systemberater“, der verschiedene Maßnahmen hinsichtlich ihrer energetischen Effizienz und ihrer Kosten direkt miteinander vergleichen kann.

BILD: STIEBEL ELTRON

Grundlage des einfach zu bedienenden Kalkulators von Stiebel Eltron sind zwei Referenzgebäude: ein Einfamilienhausneubau und ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen. Das Mehrfamilienhaus ist wie folgt ausgestattet: Öl-Brennwerttechnik, zentrale Heizanlage, Radiatoren, dezentrale Abluftanlage ohne Wärmerückgewinnung (WRG), zentrale Warmwasserbereitung mit Solarunterstützung. Der Primärenergiebedarf liegt bei satten 60,63 kWh/m2a, der Endenergiebedarf bei 53,68 kWh/ m2a, was letztlich der Energieeffizienzklasse B entspräche. Allerdings ist dieses Referenzgebäude nach aktueller EnEV nicht mehr baubar.

Die verschiedenen Parameter im „EnEV-Systemberater“ lassen sich nun abändern: Wärmepumpentechnik statt Öl-Brennwerttechnik oder Fußbodenheizung statt Radiatoren zum Beispiel. Im Ergebnis verändern sich jeweils die Werte des Energiebedarfs und es ist auf einen Blick zu erkennen, ob die Anforderungen der EnEV eingehalten werden. Das Beste dabei: Auch die zusätzlichen Investitionskosten, die gegenüber dem Referenzgebäude entstehen, werden als Summe in Euro dargestellt.

Ein Beispiel: Wird lediglich die Öl-Brennwerttechnik durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe ersetzt, sinkt der Primärenergiebedarf auf 28,08 kWh/m2a, der Endenergiebedarf auf 15,6 kWh/m2a (Energieeffizienzklasse A+), die Anforderungen der EnEV werden um 35 Prozent unterschritten.

Mit dem Online-Kalkulator lässt sich übersichtlich ermitteln, welche Maßnahme welchen Effekt hat und was sie jeweils kostet. So lässt sich auch direkt vergleichen, was eine vermehrte Dämmung „bringt“ und kostet – und was eine gebäudetechnische Lösung. Bei einer um 45 Prozent besseren Dämmung KfW-40) fallen Zusatzinvestitionen von 34.000 Euro an, bei Einbau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe nur unwesentlich mehr: 35.000 Euro. Mit der Dämm-Maßnahme unterschreitet das Gebäude die EnEV aber gerade mal um ein Prozent und erreicht einen Primärenergiebedarf von 42,42 kWh/m2a bzw. einen Endenergiebedarf von 37,19 kWh/m2a (Energieeffizienzklasse A). Mit der Sole-Wasser-Wärmepumpe dagegen wird die EnEV um 35 Prozent unterschritten, der Primärenergiebedarf liegt bei nur noch 28,08 kWh/m2a und der Endenergiebedarf bei 15,6 kWh/m2a – das bedeutet für das Gebäude Energieeffizienzklasse A+.

Quelle: Stiebel Eltron

Suchbegriffe: DämmungEnEVWärmepumpeenergetische SanierungÖl-Brennwerttechnik

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