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Nachhaltige Aufzugtechnik spart bares Geld

18. Januar 2012

Energieeffizienz lässt sich in der Aufzugmodernisierung nahezu kostenneutral realisieren – gut fürs Klima und die Mieter

Die Grafik zeigt das Energielabel einer Aufzuganlage in der Bremer Kurt-Schumacher-Allee nach der Modernisierung, Grafik: Verband für Aufzugstechnik

Im Bereich der Fördertechnik liegen immense Energiesparpotenziale brach, zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bremer GEWOBA und AC Contracting, Herbolzheim. Durch die systematische Beachtung von Nachhaltigkeitsfaktoren konnte das Wohnungsunternehmen den Energieverbrauch seiner 2010 modernisierten Aufzuganlagen signifikant reduzieren.
Insgesamt 410 Aufzuganlagen betreibt die GEWOBA in ihren Liegenschaften – viele sind inzwischen mehr als 30 Jahre alt. Je nach Nutzungsintensität sind diese für vier bis 8 % des Gesamtenergieverbrauchs eines Gebäudes verantwortlich. 330 Aufzüge wurden zwischen 2000 und 2008 bereits erneuert. „Eine Vorher-Nachher-Messung zeigte, dass die herkömmlich erneuerten Aufzüge nach der Modernisierung teils bis zu 40 % mehr Energie benötigten“, erläutert Stefan Fölsch, Leiter des Technischen Bestandsmanagements der GEWOBA, „Das war der Auslöser für die Neujustierung unserer Modernisierungen.“ Dabei orientierte man sich an der 2009 veröffentlichten VDI-Richtlinie 4707, die die energetische Bewertung und das Labelling von Aufzügen ermöglicht.
Gemeinsam mit dem VDI-Aufzugexperten Friedhelm Meermann entwickelte das Unternehmen eine Ausschreibung, die vom Auftragnehmer explizit den Nachweis von Nachhaltigkeitsfaktoren forderte. Dazu gehören neben nahezu kostenneutralen Maßnahmen wie Stand-by-Abschaltung und LED-Beleuchtung auch die Effizienz, Lebenszyklus und Wartungsintensität der verbauten Technik sowie eine optimierte Fahrdynamik.
Deutlich werden die Einspareffekte am Beispiel eines 14-geschossigen Mehrfamilienhauses der GEWOBA mit 126 Mieteinheiten, in dem eine kleinere und eine größere Aufzugsanlage modernisiert wurden: Durch die Maßnahmen konnten die Energiebedarfe für die beiden Aufzüge im Gebäude nahezu halbiert werden (minus 2.443 kWh p.a.). Ausgehend von 20 Cent brutto pro kWh reduzieren sich die Betriebskosten um rund 490 Euro jährlich. Die Mehrkosten für die Messungen der Fahrdynamik und Verbrauche amortisieren sich nach Rechnung der GEWOBA allein durch die gesparten Energiekosten in anderthalb Jahren.
„Wir erreichen durch den neuen Standard eine Energieeinsparung von durchschnittlich 20 % gegenüber dem nicht modernisierten Bestand“, erläutert Fölsch, „Die Werte können aber von Anlage zu Anlage sehr stark variieren.“
Von allen zehn Aufzügen, die 2010 nach diesen Kriterien modernisiert wurden, erreichten sieben die sehr hoch einzuschätzende Energieeffizienzklasse B, zwei weitere die Klasse C, einer die höchste Klasse A. In den kommenden Jahren werden auch die 60 verbleibenden, noch nicht modernisierten Aufzuganlagen sukzessive nach Effizienzkriterien erneuert.
„Erstmals können anhand der Messdaten belegen, welches Einsparpotenzial im Bereich der Aufzugmodernisierung für den Wohnungsbau liegt“, so Meermann. Bei konsequenter Beachtung der Nachhaltigkeitsfaktoren geht er von einem immensen Einsparvolumen in der Bundesrepublik aus: „Letztlich könnte für die jährliche Modernisierung von circa 12.000 Alt-Aufzügen und deren Betrieb Einsparungen erreicht werden, die dem Jahresstromverbrauch von 6.000 Haushalten entsprechen – ein nicht zu unterschätzender Beitrag zum Klimaschutz.“


Die Nachhaltigkeitsfaktoren der Ausschreibung im Detail:



  • Asynchronantrieb mit Frequenzregelung, mittige Aufhängung,

  • Kunststoffgurte mit Stahleinlagen mit 15-jährigem Lebenszyklus

  • Steuerung mit Leistungselektronik und 3-stufiger Einstellung für unterschiedliche Betriebsarten

  • wartungsarme Fahrkorbantriebe mit energieeffizientem Öffnungs- und Schließvorgang

  •  Tele-Monitoring zur Wartung und Instandsetzung LED zur Kabinenbeleuchtung

  • stoß- und ruckelfreie Fahrt

  • Ausrichtung der Gegengewichte

  • Stand-by-Abschaltung nach Inaktivität von 5 bis 10 Minuten
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