Solarthermie

Regenerative Technik muss nicht kompliziert sein

05.07.2017
Große Solarkollektoren sind das prägende Element des geplanten Mehrparteien-Sonnenhauses in Obersulm-Sülzbach. FOTO: KHB-CREATIV WOHNBAU GmbH

Die Haustechnik in Niedrigenergiehäusern gilt als aufwendig und teuer. Sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Wir stellen ein Sonnenhaus vor, das sich durch Einfachheit auszeichnet: keine Wärmepumpe, keine Lüftungsanlage; stattdessen ein großer Wassertank als Langzeitwärmespeicher.

Sonnenkollektoren und PV-Module sind die prägenden Elemente des Mehrfamilienhauses, das derzeit im württembergischen Obersulm-Sülzbach entsteht. Nach Sonnenhaus-Standard konzipiert soll das Gebäude seinen Jahreswärmebedarf für Heizung und Warmwasser zu mehr als 50 Prozent über eine thermische Solaranlage mit Sonnenwärme decken.

Photovoltaikmodule an Balkonen und auf den Garagendächern liefern zudem jeder Wohneinheit einen großen Anteil ihres Haushaltsstroms. Die Bewohner dieses Mehrfamilien-Sonnenhauses haben so langfristig sehr geringe Ausgaben für Wärme und Strom. Vermietern geben diese Gebäudekonzepte die Möglichkeit neuer Vermietungsmodelle an die Hand, da sie ihren Mietern über Jahre hinweg stabile Warmmieten zusichern können.

Solarthermie nutzt die Sonnenwärme direkt

Die Sonne ist bei diesem Gebäudekonzept Energielieferant Nummer eins. Die thermische Solaranlage ist das Herzstück des Heizkonzepts. Solarthermie ist die direkte Nutzung der Sonnenwärme ohne vorherige Umwandlung in Strom. Sie ist die mit Abstand natürlichste und nachhaltigste Form der Wärmeerzeugung, weil sie Angebot (Sonne) und Nachfrage (Verbrauch) zusammenbringt. Dies geschieht meist durch einen Langzeitwärmespeicher, der es ermöglicht, die über Kollektoren gewonnene Wärme über Wochen oder gar Monate − vom Spätsommer bis in die Heizperiode − vorzuhalten.

Kollektoren auf einem steil geneigten, nach Süden ausgerichteten Dach sammeln die Sonnenwärme. Um die Sonne vor allem in den kälteren Jahreszeiten nutzen zu können, ist eine optimale Ausrichtung des Gebäudes und vor allem der Kollektorfläche zur Sonne wichtig. Die Solarexperten empfehlen, die Kollektoren steil anzustellen, zum Beispiel auf einem Dach mit einem hohen Neigungswinkel. Dies hat den Vorteil, dass die Kollektoren die Strahlen der tief stehenden Wintersonne optimal einfangen. Gleichzeitig bleibt der Schnee nicht darauf liegen; die Kollektoren sind frei und können Sonnenenergie sammeln.

Im Geschossbau ist das Verhältnis der Dachfläche zur Wohnfläche geringer als bei Einfamilienhäusern. Daher nutzen die Solarplaner einen Teil der Fassade für die Installation der Kollektoren.

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Suchbegriffe:  Solarthermieregeneratives Energiekonzept

aus: IVV Ausgabe 03/2017

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