Stimmung in der Immobilienwirtschaft steigt trotz Abflauen der Gesamtwirtschaft
Wohnimmobilien erreichen höchste Bewertung seit Erhebungsbeginn
Während die Gesamtwirtschaft derzeit eine Abkühlung auf hohem Niveau erlebt, zeigt sich die Immobilienwirtschaft davon unbeirrt. So steigt das umfragebasierte Immobilienklima des monatlich erhobenen King Sturge Immobilienkonjunktur-Index im Juli um 1,8 % auf 143,9 Zählerpunkte (Vormonat: 141,5). Die leichte Aufwärtsbewegung wird vor allem durch das Investmentklima hervorgerufen, das um 2,0 % zunimmt und aktuell bei 147,1 Zählern liegt (Vormonat: 144,3). Somit schätzen die über 1.000 befragten Marktteilnehmer Kauf- und Investitionsentscheidungen fast wieder so vielversprechend ein wie zum Höchststand im Februar 2011 (149,8 Zähler). Auch das Ertragsklima, zweiter Teilindikator des Immobilienklimas, das die Erwartung zur Miet- und Ertragsentwicklung anzeigt, verzeichnet eine Zunahme und liegt aktuell bei 140,8 Punkten (Vormonat: 138,7). Mit Blick auf die oszillierende Auf- und Abwärtsbewegung des Immobilienklimas in den vergangenen Monaten scheint sich der eingeleitete Seitwärtstrend zu konsolidieren.
„Überraschen kann das nicht“, erklärt Helge Scheunemann, Head of Research Deutschland von Jones Lang LaSalle. „Auf der einen Seite lässt die Dynamik der Weltkonjunktur nach, was zu einer Abkühlung der deutschen Exportwirtschaft führt. Auf der anderen Seite verunsichern die Euro-Schuldenkrise sowie die quasi in letzter Minute abgewendete Zahlungsunfähigkeit der USA die Märkte.“ Scheunemann weiter: „Trotz der globalen Unsicherheiten ist die deutsche Immobilienwirtschaft nach wie vor in robuster Verfassung. Alles deutet darauf hin, dass die Transaktionsvolumina und Vermietungsgeschäfte weiter zulegen. Hier zeigt sich, dass der deutsche Immobilienmarkt weiterhin von seiner Solidität als attraktiver Investitionsstandort profitiert.“
Von der Stimmungsaufhellung der befragten Immobilienexperten profitieren auch die Teilsegmente. Den stärksten Zuwachs verzeichnet das Wohnsegment, das um 3,5 % von 161,5 auf 167,2 Zählerpunkte steigt und somit einen neuen Höchststand seit Beginn der Erhebung im Februar 2008 erzielt. Einen deutlichen Zuwachs weist auch das Handelklima auf, das um 2,9 % zunimmt und im Juli bei 141,3 Zählern liegt (Vormonat: 137,4). Büroimmobilien hingegen werden mit 136,1 Punkten nur marginal besser eingeschätzt als im Vormonat (135,8 Punkte).
Im Einklang mit der anziehenden Stimmung in der Immobilienwirtschaft bewegt sich auch die makroökonomische Immobilienkonjunktur, die auf der statistischen Auswertung von ifo-Geschäftsklimawerten, DAX, Dimax, Zinsen und Staatsanleihen basiert, nach oben. Allerdings fällt die Zunahme mit 0,05 % schwach aus. Scheunemann konstatiert: „Die Wachstumsraten der Immobilienkonjunktur reduzieren sich seit einigen Monaten. Scheinbar etabliert sich hier ebenso wie bei den Stimmungswerten ein Seitwärtstrend.“ Scheunemann weiter: „In den nächsten Monaten wird sich erweisen, ob sich die Immobilienwirtschaft positiv von der gesamtkonjunkturellen Entwicklung abkoppeln kann.“






































