Studie in Praxis umgesetzt: Die "Mitalternde Wohnung"

09.08.2016

In Sachsen wurden insgesamt fünf Wohnungen barrierefrei umgebaut und mit Assistenzsystemen ausgestattet: Drei bei der Wohnungsgenossenschaft UNITAS eG und zwei bei der Wohnungsbaugenossenschaft Burgstädt eG. Das Ganze ist die "Praxiserprobung" aus den Ergebnissen der Studie Städtebau der Zukunft.

Unitas-Wohnung in der Erika-von-Brockdorff-Str. nach dem Umbau. FOTO: WG UNITAS eG

Initiert hatte die Studie der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) zusammen mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI). Der daraus abgeleitete Standard ist die „Mitalternden Wohnung“, die ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben im Alter ermöglichen soll.

Die beide Wohnungsgenossenschaften bekamen für den barrierefreien Umbau einen Zuschuss von 10.000 Euro pro Wohnung. Sie verpflichteten sich, die Nettokaltmiete von 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht zu erhöhen.

Die "Mitalternden Wohnungen" der UNITAS befinden sich in Gohlis und Grünau. Zu den Ausstattungsdetails gehören Rauch- und Wassermelder, Notrufanbindung, beleuchtete Taster, LED-Orientierungslicht, eine Schnittstelle für Smartphone sowie Tablet und vieles mehr.

Nach Ansicht des Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) könnten die Sozialsysteme um ca. 3 Mrd. Euro pro Jahr entlastet werden, wenn aufgrund des Wohnungsumbaus bei 15 % der Menschen, die pflegebedürftig werden, eine Aufnahme in ein Heim vermieden bzw. die Verweildauer in der eigenen Wohnung verlängert werden kann. Projekte wie oben genannte seien daher von hoher gesellschaftlicher Bedeutung.

Im VSWG sind 217 Wohnungsgenossenschaften organisiert.

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