In dieser Krise hat Wirtschafts- und Energieministerin Katharina Reiche nichts Besseres im Sinn, als den fossilen Brennstoffen eine sichere Zukunft zu geben. Die Reform des Heizungsgesetzes soll den Weg frei machen für den Betrieb von Gas- und Ölheizungen. Ein weiteres Gesetz soll sicherstellen, dass das Gasnetz auch Wasserstoff aufnehmen kann. Die Bundesregierung will so vermeiden, dass Gasnetze zu schnell stillgelegt werden. Der Entwurf schreibt ausdrücklich keine Pflicht zum Rückbau vor. Stattdessen sollen bestehende Leitungen weiter genutzt oder auf Wasserstoff umgerüstet werden können. Schließlich will Reiche die fixe Einspeisevergütung für Solarstromanlagen streichen. Mieterstromprojekte sind damit massiv gefährdet und Mieterinnen und Mieter verlieren die Chance auf dauerhaft günstigen Strom.
Nach der Gaspreisexplosion in Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine gab es in der Wohnungswirtschaft große Befürchtungen, Unternehmen und Mieter könnten in ernstliche finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der große Knall ist ausgeblieben. Aber: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten 2024 rund 4,2 Millionen Menschen in Haushalten, die bei Gas- und Stromanbietern in Zahlungsverzug waren. Das betrifft 6,4 Prozent der Mieterhaushalte. Wenn Mietschulden auflaufen, so liegt das meist an explodierenden Energiekosten.Laut GdW sind die Mietschulden bei den Mitgliedsunternehmen 2024im Vergleich zum Vorjahr um 7,41 Prozent auf insgesamt 428,3 Millionen Euro gestiegen. Gewachsen ist der Schuldenberg auch 2023 (+6,8 %) und 2022 (+11,2 %). Diese Außenstände haben für die Wohnungswirtschaft noch kein betriebswirtschaftlich bedrohliches Ausmaß erreicht, doch ein weiteres Anwachsen scheint unausweichlich, denn der Preis für Gas wird weiter steigen. Wegen der geopolitischen Krisen, der steigenden CO2-Steuer, der Beimischung von sehr teurem Wasserstoff und aufgrund der Kosten für die Modernisierung der Gasnetze.
„Energiearmut“ dürfte also in wenigen Jahren ein heißes Themain der Wohnungswirtschaft werden.
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