Mehrgenerationen-Wohnprojekt „Haus mit Zukunft“ in Regensburg

08.08.2016

Immer mehr Neubauprojekte greifen die Trends nach kleineren Einheiten, gemeinschaftlichem Wohnen und Energieeffizienz auf - einem Umdenken in Umweltfragen und dem demografischen Wandel sei Dank. Oftmals werden sie geplant und durchgeführt von genossenschaftlichen Wohnungsbaugesellschaften. So errichtete die NaBau e.G. Regenburg zwei drei- und einen zweigeschossigen Baukörper mit insgesamt 34 Wohnungen, einer Gewerbeinheit und einem Gemeinschaftsraum.

FOTO: HERBERT STOLZ

Das "Haus der Zukunft" wurde innerhalb eines Jahres fertiggestellt und bietet Familien, Senioren und Singles ein nachbarschaftliches Miteinander. Der Quadratmeterpreis liegt bei etwa 9,15 Euro, die Bewohner sind Genossenschaftsmitglieder, haben ein Eintrittsgeld bezahlt und Anteile gezeichnet.

Alle Verkehrswege sind barrierefrei nach DIN 18040-2 angelegt, sodass sich auch körperlich eingeschränkte Bewohner frei bewegen können. Fünf Wohneinheiten sowie Gemeinschaftsbereiche inner- und außerhalb der Gebäude sind komplett rollstuhlgerecht ausgebaut. Tiefgarage und zentrales Treppenhaus lassen sich dank der Automatik-Türen leicht erreichen. Zur Inklusion von geistig behinderten Menschen belegt auch die Lebenshilfe Regensburg vier Wohneinheiten.

Bedürfnis nach Nachbarschaft und Nachhaltigkeit

Energetische Zielsetzungen ergänzen die hohen Ansprüche bei der Ausführung. So entschied sich die Genossenschaft zur Teilnahme am Modellvorhaben „Effizienzhäuser“ der Deutschen Energie Agentur (dena). Die Anforderungen nach EnEV 2009 sahen vor, den Primär-Energiebedarf des Referenzhauses um mindestens 60 Prozent zu unterschreiten. So liegt das „Haus mit Zukunft“ auch über dem heutigen Mindeststandard der EnEV 2014/16.

Konzept einer energetischen Bauweise

Bewusst entschied man sich gegen den Einsatz eines Wärmedämm­verbundsystems (WDVS). So fiel die Wahl auf ein 49 Zentimeter starkes Ziegel-Außenmauerwerk. Zum Einsatz kam der energiesparende Mauerziegel Unipor W07 mit integrierter Dämmstoff-Füllung. Hergestellt wurde er von den Ziegelwerken Leipfinger Bader (Vatersdorf). Mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit von 0,07 W/(mK) gewährleistet die monolithische Außenwand-Konstruktion inklusive Außenputz einen U-Wert von 0,14 W/m2K. Ergänzt wird die energetische Bauausführung mit dreifachverglasten Holzfenstern, die Wärmebrücken zusätzlich reduzieren.

Dank des hochwärmedämmenden Mauerwerkes ist das Gebäude als Plus-Energiehaus einzustufen. Das Konzept einer energetischen Bauweise schließt die Nutzung regenerativer Energien mit ein. Bei den Energieträgern verzichtete man auf fossile Brennstoffe. Eine Grundwasser-Wärmepumpen-Heizanlage sowie eine Solarthermie-Anlage plus Pufferspeicher decken den Großteil des Wärmebedarfes. Für die Stromerzeugung sorgt eine großflächige Photovoltaik-Anlage.

Gemeinschaftliche Ressourcenteilung und Mobilitätsförderung wird mit einem Car-Sharing-Stellplatz, einer solarbetriebenen E-Mobil-Ladesäule und weiteren Ladestationen in der Tiefgarage unterstützt. Ziegelhersteller Leipfinger Bader beteiligt sich an der Bereitstellung eines E-Mobils.

Alle Infos zum "Haus der Zukunft" der NaBau e.G. Regensburg

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