Umfrage zum digitalen Wandel

Wohnungsunternehmen sehen ihr Geschäftsmodell nicht gefährdet

Die Wohnungswirtschaft sieht ihr Kerngeschäft durch die Digitalisierung nicht gefährdet. Gleichzeitig arbeitet sie daran, selbst digitale Strukturen zu schaffen. Diese werden zunächst vor allem den Vermietungsprozess verändern.

Wohnungsunternehmen glauben den Wandel selbst gestalten zu können. Foto: Adobestock/Robert Kneschke
Wohnungsunternehmen glauben den Wandel selbst gestalten zu können. Foto: Adobestock/Robert Kneschke

Zu diesen Ergebnissen gelangt die Studie „Digitale Agenda 2025“, die das Beratungsunternehmen Analyse & Konzepte im Auftrag des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen (vdw) und des Verbands Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) erstellt hat.

In die Digitalisierung wird relativ wenig Zeit investiert

Die Grundlage der Studie bildeten eine Onlinebefragung unter den Mitgliedsunternehmen des vdw und des VNW sowie zahlreiche Expertengespräche. Eine Erkenntnis daraus ist, dass sich die Wohnungsunternehmen trotz der Digitalisierung nicht um ihr Geschäftsmodell – die Vermietung von Wohnraum – sorgen. Dies mag ein Grund dafür sein, dass sie vergleichsweise wenig Zeit in die Digitalisierung investieren: 46 Prozent der Befragten beschäftigen sich maximal zwei Stunden pro Woche damit.

Bei einem Drittel der Wohnungsunternehmen liegen schon heute alle wichtigen Daten und Informationen in digitaler und auswertbarer Form vor. Weitere 50 Prozent der Befragten wollen diesen Status innerhalb der nächsten fünf Jahre erreichen. Ebenfalls die Hälfte der Wohnungsunternehmen möchte in fünf Jahren alle Unternehmensbereiche digital miteinander vernetzt haben. Dies ist aktuell erst bei 12 Prozent der befragten Unternehmen der Fall.

Den höchsten Digitalisierungsgrad erreichen Wohnungsunternehmen heute im Bereich „Rechnungswesen und Controlling“. Allerdings gehen die Wohnungsunternehmen davon aus, dass in Zukunft die Vermietung hier auf Platz eins liegen wird: 86 Prozent der Befragten prognostizieren, dass der Digitalisierungsgrad der Vermietung künftig hoch oder sehr hoch sein wird.

Mieterakten und Vermietungsprozess werden digital

Schon jetzt haben 21 Prozent aller Wohnungsunternehmen digitale Mieterakten, auf die unterschiedliche Personen im Unternehmen zugreifen können. Weitere 62 Prozent arbeiten an einer entsprechenden Umstellung oder planen sie zumindest. 19 Prozent der Befragten vermarkten ihre Wohnungen bereits heute komplett online. Gut die Hälfte (51 Prozent) der Wohnungsunternehmen hat dies in Zukunft vor. Auch der Mieterwechsel wird künftig sehr viel häufiger digital funktionieren. 76 Prozent der Wohnungsunternehmen arbeiten darauf hin oder setzen dies bereits um.

Die stärksten Treiber für die Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft sind die Kunden. Daneben wirken die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt, die eigenen Mitarbeiter und der Wettbewerb als Motor. Als Hürden erweisen sich vor allem eine fehlende Digitalisierungsstrategie des Unternehmens sowie die personellen Ressourcen und der geringe Reifegrad der benötigten Technik.

Ausgangspunkt  der Studie "Digitale Agenda 2025" war eine umfassende Marktrecherche, die die Basis für den konzeptionellen Rahmen der Studie lieferte. Im zweiten Schritt wurden insgesamt 19 Experteninterviews mit Vertretern der Wohnungsunternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse der Gespräche flossen in die Entwicklung des Online-Fragebogens ein. Die Feldphase der Online-Befragung fand im September und Oktober 2017 statt. Insgesamt wurden 390 Mitgliedsunternehmen angeschrieben, von denen 128 den Fragebogen ausfüllten. Die Rücklaufquote beträgt damit rund 33 Prozent. Um die Ergebnisse einzuordnen, wurde außerdem ein Experten-Workshop durchgeführt.
 

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