So gehts auch: Bezahlbarer Wohnraum, luxuriös und barrierearm

07.08.2015

Dass es sich lohnt, etwas zu wagen, zeigt ein Neubauprojekt in Büdelsdorf. Dort ließ die Baugenossenschaft Mittelholstein ungewöhnlich attraktiven und doch bezahlbaren Wohnraum errichten – mit Aufzügen barrierefrei erschlossen. Wer braucht da noch Eigentum?

Fassade des Neubauprojekts Büdelsdorf der Baugenossenschaft Mittelholstein
FOTO: KONE

Alles begann mit einem Zufall. Die Baugenossenschaft Mittelholstein eG (bgm) plante, am Rand des Ortes ein freies Grundstück zu bebauen. Über die Gestaltung der Häuser war man sich nicht im Klaren. Etwas Modernes sollte es sein, mit großzügigen Grundrissen, französischen Fenstern, dazu ein Blickfang für den Ortsrand und ein Signal, dass die Baugenossenschaft mit der Zeit geht. In einer Fachzeitschrift hatte Vorstand Stefan Binder etwas Passendes gesehen, das er nun seinen Gesprächspartnern von BSP Architekten BDA unter die Nase hielt. Binder hatte schon mit verschiedenen Büros Kontakt aufgenommen. Nun sprach er mit Jan Schulz und Dieter Hellwig, den Geschäftsführern des Kieler Architekturbüros, die auf die Frage, ob BSP so etwas wie in der Zeitschrift konzipieren könne, gleich mit Ja antworteten. „Wir waren da zuversichtlich“, sagt Jan Schulz und lächelt. „Schließlich zeigten die Bilder ein Haus, das wir selbst entworfen hatten.“

Bloße Kopien sollten die Büdelsdorfer Häuser aber doch nicht werden. So ließen die Architekten von BSP ihrer Kreativität freien Lauf, veranstalteten einen bürointernen Wettbewerb und legten der bgm drei Entwürfe vor. Die Wahl fiel auf eine kompakte Bauform, die aufgrund der windmühlenflügelartigen Anordnung der Wohnungen viel Privatsphäre bietet. „Das Konzept bringt modernes Wohnen und Wirtschaftlichkeit in Einklang“, sagt Vorstand Stefan Binder. „Mit Investitionen von 4,3 Mio. € haben wir ein Wohnangebot geschaffen, das jüngere wie ältere Mieter anzieht und nicht nur für Betuchte erschwinglich ist.“

Kuben mit Komfort
Bei den beiden Häusern Elsa-Brändström-Straße 1 und 3 handelt es sich um Viergeschosser, die um einen gemeinsamen Grün- und Hofbereich gruppiert sind. Um die Häuser an die kleinmaßstäbliche Bebauung eines angrenzenden Einfamilienhausgebietes anzuschließen, setzten die Architekten auf die Auflockerung der Baukubaturen: Jedes der beiden Gebäude setzt sich, so erscheint es dem Betrachter, aus drei ineinander verschränkten Kuben unterschiedlicher Dimension zusammen, so dass Vor- und Rücksprünge die Fassaden gliedern. „Das Auge hält sich gern an wohlgegliederten Bereichen auf“, sagt Architekt Schulz.
Die unterschiedlichen Oberflächen der Kuben schaffen zusätzliche Kontraste: Sie sind teils verklinkert, teils verputzt, teils mit goldfarbenen Platten verkleidet. Letztere zeigen dem Betrachter schon von außen die Dimension der beiden exklusiven Maisonettewohnungen an.

Mit insgesamt 24 Einheiten – sieben Zwei-, 15 Drei- und zwei Vierzimmerwohnungen von 65 m2 bis 115 m2 Fläche – bieten die Gebäude die passenden vier Wände für jeden Lebensabschnitt. Die Wohnungen in der vierten, als Staffelgeschoss ausgeführten Etage verfügen über 80 m2 Grundfläche und bis zu 76 m2 große Dachterrassen. Die Ausstattung ist durchweg hochwertig: Es gibt Parkettfußböden aus Eiche und offene Küchen, die Bäder verfügen über bodengleiche Duschen und die Wohnzimmer über weite Glasfronten und Schiebetüren zu Balkonen und Loggien. Vergleichsweise moderat ist dagegen die Miete: Sie beginnt bei 7,50 € kalt für den Quadratmeter.

>> Fortsetzung: Morgen lesen Sie den zweiten Teil des Artikels
"Neubauprojekt in Büdelsdorf - Design mit System - Wohnen wie im Eigentum"

Noch mehr interessante Artikel im IVV-Fachmagazin Ausgabe 07-08/2015
SPECIAL: Energieeffizient bauen und modernisieren, IVV Heft 07-08/2015
ePaper für Abonnenten zum kostenlosen Download
 

Suchbegriffe: AufzügeBarrierefreiEigentumNeubauprojekteWohnungsgesellschaftenbarrierearm

Weitere Artikel