Die Vorteile der Online-Auftragsvergabe
Zunächst entfällt das aufwendige Ausdrucken und Versenden von Ausschreibungsunterlagen und Angeboten, was Zeit und Kosten spart. Auch die Veröffentlichung von und die Recherche nach Aufträgen wird vereinfacht, Verfahrens- und Übertragungsfehler werden vermieden und die Transparenz im Vergabeverfahren wird verbessert. Für Auftraggeber minimiert sich der Aufwand auch für das Durcharbeiten und Auswerten der Angebote.
Außerdem kann durch die Veröffentlichung von Ausschreibungen im Internet eine weitaus größere Zahl an potenziellen Bietern angesprochen werden, als über herkömmliche Wege. Dadurch erhält der Auftraggeber eine größere Anzahl an attraktiven Angeboten und der Wettbewerb wird gestärkt. Möglich machen das E-Vergabeplattformen des Bundes, der Länder oder kommerzieller Anbieter. Sie schaffen bei förmlichen Vergabeverfahren ein Forum für die digitale Veröffentlichung von Bekanntmachungen, stellen Vergabeunterlagen bereit und ermöglichen die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Bieter sowie die elektronische Angebotsabgabe inklusive elektronischer Signatur, wodurch das Angebot seine Rechtsgültigkeit erhält.
Webbasierte Lösungen oder installierte Software
Unterschieden werden webbasierte Lösungen sowie Anwendungen, bei denen Software lokal auf dem Rechner des Bieters installiert wird. Letzteres bietet Vorteile in Bezug auf die Datensicherheit, weshalb die meisten E-Vergabeplattformen eine lokale Softwareinstallation voraussetzen. Das ermöglicht die elektronische Signatur und die Verschlüsselung von Angeboten vor der Online-Übertragung der Daten an die jeweilige Vergabeplattform. Da es noch keinen allgemeingültigen Standard gibt, müssen interessierte Bieter für jede E-Vergabeplattform eine andere, separate Software installieren.
Wie funktioniert die E-Vergabe? --> weiterlesen in der Printausgabe der IVV immobilien vermieten & verwalten
Wie funktionieren Online-Auftragsbörsen?
Während kommunale Wohnungsgesellschaften dem Vergaberecht unterliegen und damit für die Vergabe von Aufträgen die Elektronische Vergabe nutzen müssen, können private Immobilien- und Hausverwaltungsunternehmen Aufträge auch über Online-Auftragsbörsen veröffentlichen und dort nach geeigneten Bietern suchen.
Die meisten Online-Auftragsbörsen funktionieren nach dem Prinzip einer „Rückwärtsversteigerung“, sodass meist der Mindestbietende den Zuschlag erhält. Dabei beschreibt der Auftraggeber die zu erbringenden Leistungen individuell und möglichst präzise mithilfe von Texten, Fotos und Plänen und gibt dafür einen Höchstpreis an, den er zu zahlen bereit ist. Interessierte Handwerker versuchen dann, sich gegenseitig zu unterbieten. Nach Ablauf der Auktionsfrist muss sich der Auftraggeber innerhalb einer Prüffrist von 14 Tagen entscheiden, ob er dem günstigsten oder lieber dem etwas teureren, dafür aber qualitativ eventuell besser arbeitenden Handwerker den Zuschlag gibt. Oder er storniert den Auftrag, etwa weil ihm kein Angebot oder kein Bieter zusagt.
Für Auftraggeber bieten Auftragsbörsen Vorteile: Sie müssen keine dicken Telefonbücher wälzen, telefonisch Firmen abklappern und per Brief, Fax oder E-Mail-Angebote einholen.
Umgekehrtes Auktionsprinzip
Da nahezu alle Auftragsbörsen nach dem umgekehrten Auktionsprinzip arbeiten, kann man viel Geld sparen. Sowohl Maurer-, Zimmerer-, Garten- und Plasterarbeiten, als auch Heizungs-, Sanitär- und Elektro-, aber auch Schreiner-, Fensterbau-, Bodenbelags- und Malerarbeiten kommen bei Auftragsbörsen für etwa 30 bis 50 Prozent unter der marktüblichen Auftragssumme unter den virtuellen Hammer. Kritiker sehen bei der Versteigerung von Aufträgen dadurch die Gefahr eines massiven Preis- und Qualitätsverfalls.
Online-Auftragsvergabe im Vergleich
Sowohl E-Vergabeportale als auch Online-Auftragsbörsen unterscheiden sich untereinander in vielen Details. E-Vergabeportale etwa basieren auf einer unterschiedlichen Technik des Portalsystems (Web-/ Desktopanwendung) oder sprechen unterschiedliche Zielgruppen an. So können teilweise neben öffentlichen Auftraggebern auch gewerbliche Auftraggeber, die keine vergaberechtlichen Vorgaben beachten müssen, Aufträge einstellen.
Auch die Benutzerfreundlichkeit spielt eine Rolle: Sind wichtige Funktionen wie Aufträge einstellen und veröffentlichen, suchen, anzeigen und herunterladen, Angebote kalkulieren, signieren und verschlüsselt übermitteln einfach bedienbar und schnell abrufbar? Wie gut werden Auftraggeber und Bieter bei Einsteigerfragen betreut?
Eine wichtige Rolle spielt die Quantität und Qualität der Suchergebnisse.
--> ausführlicher Text in der Printausgabe der IVV immobilien vermieten & verwalten
Extra TIPP: Online-Auftragsvergabe – darauf sollte man achten:
- Auftragsportale arbeiten nach unterschiedlichen Prinzipien und Konditionen. Diese sollte man sich vorher genau anschauen.
- Bei der Auswahl geeigneter Portale sollte man auf die Quantität und Qualität der Suchergebnisse, respektive die Anzahl der registrierten Unternehmen achten.
- Die gewünschte Leistung möglichst genau in Wort und Bild (Pläne, Fotos) beschreiben und ggf. Rückfragen beantworten und/oder Besichtigungstermin vereinbaren.
- Bei Online-Auftragsbörsen einen realistischen Startpreis nennen. Wer zu niedrig einsteigt, erhält möglicherweise keine Rückmeldung.
- Bevor man einem Bieter den Auftrag erteilt, sollte man sich dessenWeb-Auftritt, respektive Bewertungen anschauen, sofern vorhanden.
Fazit: Für wen die Online-Auftragsvergabe Vorteile bietet
Kommunale Wohnungsgesellschaften kommen aus rechtlichen Gründen nicht an einer Online-Ausschreibung von Aufträgen vorbei. Auch wenn es um die Einholung und Auswahl von Angeboten qualifizierter Betriebe geht, sind kommerzielle E-Vergabeplattformen, die meist auch nicht-öffentliche Aufträge vermitteln, die bessere Wahl.
Nur wenn Kleinaufträge, wie etwa Reparaturarbeiten zu vergeben sind oder wenn es auf günstige Preise ankommt, kann für private Hausverwaltungsunternehmen auch eine Auftragsversteigerung in einer Online-Auftragsbörse interessant sein.
Aus der Nutzerperspektive sind die Anzahl der registrierten Unternehmen, die Anzahl der monatlich eingestellten Aufträge, respektive die Besucherfrequenz entscheidend. Sie bestimmt darüber, ob Bieter schnell und mit wenig Aufwand passende Aufträge und Auftraggeber geeignete Unternehmen mit attraktiven Angeboten finden.
In dieser Hinsicht haben große, bekannte Portalanbieter meist die Nase vorn.
Diese Online-Auftragsbörsen hat der IVV-Autor für Sie recherchiert
Basisinfos:
www.mittelstand-digital.deSuche: E-Vergabe
www.wikipedia.org, Suche: Elektronische Vergabe, Auftragsauktion etc.
Glossar:
www.aumass.de/Home/Glossar
www.deutsches-ausschreibungsblatt.de/da/service/glossar
Diskussionsforum:
E-Vergabeportale:
www.aumass.de
www.bi-medien.de/evergabe
www.cosinex.de
www.deutsche-evergabe.de
www.deutsches-ausschreibungsblatt.de
www.dtad.de
www.dtvp.de
www.evergabe.de
www.evergabe-online.de
www.infodienst-ausschreibungen.de
www.subreport.de
www.vergabe.rib.de
www.vergabe24.de
Online-Auftragsbörsen:
www.blauarbeit.de
www.myhammer.de
www.pushtheprice.de
www.suche-handwerk.de
www.undertool.de
www.work5.de
* Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit
Autor: Marian Behaneck
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