Fensterwartung im Bestand

Hausverwaltung setzt auf Roberta

Moderne Fenster sind Hightech-Bauteile: großformatig, schwer, hochgedämmt und sicherheitsrelevant. Was im Neubau geplant und berechnet wird, stellt Hausverwaltungen im Gebäudebestand zunehmend vor neue Herausforderungen.

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Kollege Roboter: Roberta stemmt selbst schwere Fenster mühelos und kennt keine Rückenschmerzen. Bild: Service Friends
Kollege Roboter: Roberta stemmt selbst schwere Fenster mühelos und kennt keine Rückenschmerzen. Bild: Service Friends

Das gilt besonders dann, wenn Fensterbeschläge altern, ihre Belastungsgrenzen erreichen oder Bauteile aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen werden müssen. Wie sich diese Herausforderungen effizient, wirtschaftlich und sicher lösen lassen, zeigt ein aktuelles Projekt in Berlin.

Komplexes Objekt im laufenden Betrieb

Die Hausverwaltung lässt in dem Berliner Gebäude derzeit umfangreiche Reparaturen an den Fenstern durchführen. Der Grund: Die ursprünglichen Beschläge drohen nach rund zehn Jahren Nutzungsdauer zu versagen – mit potenziell schweren Folgen für Personen und Inventar.

Insgesamt gibt es rund 1.100 Fenster, viele davon bodentief und mit Schallschutz- oder Sicherheitsverglasung ausgestattet. Einzelne Fenster mussten bereits außer Betrieb genommen werden, da eine sichere Nutzung nicht mehr gewährleistet war. Für die Hausverwaltung stellte sich damit eine zentrale Frage: Wie lässt sich eine umfassende Beschlagsanierung wirtschaftlich, sicher umsetzen, ohne den laufenden Betrieb einzuschränken?

Herkömmliche Methoden – etwa durch den bisherigen Dienstleister – erwiesen sich als zu langsam. Die Sanierung schwerer Fensterflügel ist nicht nur zeitaufwendig, sondern belastet die ausführenden Fachkräfte ganz erheblich. Einige Dienstleister lehnten den Auftrag angesichts der hohen Gewichte von bis zu 150 Kilogramm pro Fensterflügel sogar ab. Andere konnten lediglich ein Fenster pro Tag sanieren – ein Aufwand, der bei einem Objekt mit über tausend Fenstern weder wirtschaftlich noch organisatorisch tragbar war.

Robotik als Schlüssel zur Lösung

Die Lösung fand die Hausverwaltung gemeinsam mit den Service Friends. Zum Einsatz kommt ein speziell für die Fensterwartung im Bestand entwickelter Gelenkroboter mit dem Namen „Roberta“.

Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Hebehilfen: Roberta ist kompakt, mobil und für den Einsatz in bestehenden Gebäuden konzipiert. Während klassische Kransysteme oder Montagehilfen meist nur im Neubau einsetzbar sind, lässt sich der Roboter auf Rädern durch Räume bewegen und per Joystick präzise steuern.

Entlastung für Beschäftigte, Mehrwert für Betreiber

Roberta übernimmt das sichere Ansaugen, Fixieren und Halten schwerer Fensterflügel. Die Fachkräfte der Service Friends können dadurch die defekten Beschläge austauschen, ohne die volle Last tragen zu müssen. Das erhöht nicht nur die Arbeitssicherheit erheblich, sondern ermöglicht auch eine deutlich effizientere Arbeitsweise. Gerade bei der Sanierung schwerer Fensterflügel auf herkömmliche Art ist die körperliche Belastung hoch. In der Praxis führt das oft zu überdurchschnittlich vielen Krankheits- und Ausfalltagen.

Mit Roberta kann ein eingespieltes Team die Sanierungsarbeiten am Objekt durchziehen. Verletzungsrisiken, krankheitsbedingte Ausfälle und Belastungsspitzen werden reduziert – ein Aspekt, der angesichts des Fachkräftemangels im Handwerk zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Sanierung ohne Stillstand

Der Austausch sämtlicher Beschläge erfolgte im laufenden Betrieb – systematisch, raumschonend und ohne bauliche Eingriffe. Zunächst wurden besonders kritische Fenster mit akuten Mängeln instandgesetzt, anschließend folgte eine systematische Sanierung der Fenster im gesamten Gebäude.

Durch den gezielten Austausch gegen höher dimensionierte Schwerlastbeschläge konnte die Tragfähigkeit deutlich erhöht und die Lebensdauer der Fenster nachhaltig verlängert werden. Für die Hausverwaltung bedeutet das nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch einen aktiven Beitrag zum Werterhalt der Immobilie.

Dr. Christian Faden

Dr. Christian Faden
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Artikel Hausverwaltung setzt auf Roberta
Seite 18
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