Untersuchung des Rebound-Effekts

Warum ändert sich mit steigender Energieeffizienz das Nutzerverhalten?

Mit dem Energiesparen ist es so eine Sache. Mieter wollen energieeffiziente Geräte nutzen, ändern aber mitunter ihr Verhalten dahingehend, dass plötzlich mehr statt weniger Energie verbraucht wird. Dieses Phänomen das Rebound genannt wird, will ein Forschungsprojekt jetzt untersuchen. Es ist initiert von der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt und dem Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt.
 

Kann mann alles, was man gespart hat, wieder aus dem Fenster heraus-heizen? FOTO: ADOBESTOCK/POPOV
Kann mann alles, was man gespart hat, wieder aus dem Fenster heraus-heizen? FOTO: ADOBESTOCK/POPOV

Das Forschungsprojekt heißt KOSMA und läuft bis März 2022

Ein direkter Rebound liegt vor, wenn Bewohner beispielsweise nach einer energetischen Gebäudesanierung mehr heizen und die Raumtemperatur anstatt wie bisher bei 18 Grad zu belassen, nun auf 20 Grad erhöhen.

Beim indirekten Rebound-Effekt führt mehr Effizienz an der einen Stelle zu mehr Konsum an einer anderen. Das heißt: Geld, das beispielsweise durch ein energieeffizientes Gerät eingespart wird, wird für neue energieverbrauchende Produkte wieder ausgegeben. Doch warum ändert sich mit steigender Energieeffizienz das Nutzerverhalten und konterkariert so das angestrebte Ziel? Was sind die Ursachen für diese verhaltensbedingte Mehrnachfrage? Und welche Rolle spielen dabei sozio-kulturelle und sozio-ökonomische Faktoren?

Analyse von Entstehungskomponenten und Wirkungsweisen der Rebound-Effekte

Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt KOSMA – Komponenten der Entstehung und Stabilität von Rebound-Effekten und Maßnahmen für deren Eindämmung – auf den Grund. Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt und das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) analysieren die Entstehungskomponenten und Wirkungsweisen direkter Rebound-Effekte im Wärmebereich auf Haushaltsebene.

Als weitere Partner mit dabei: das ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung sowie das Fraunhofer Institut für System und Innovationsforschung ISI.

Begleitet wird das Projekt zudem von einem Praxisrat, dem verschiedene Akteure aus der Wohnungswirtschaft, aus Umwelt-, Mieter- und Verbraucherverbänden, soziale Träger sowie Bundesbehörden angehören. Neben möglichen baulich-technischen Einflüssen gilt es auch indirekte Rebound-Effekte zu betrachten. Hierfür wird eine zweistufige quantitative Mieterbefragung im Bestand der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt durchgeführt. Dabei im Fokus: das Wärmenutzungsverhalten und dessen (psychologische) Einflussgrößen im Vergleich unterschiedlicher Nutzertypen. Auf dieser Basis entwickelt das Team konkrete Vorschläge für erfolgversprechende Maßnahmen. Das Forschungsprojekt knüpft dabei an die aktuelle wissenschaftliche Debatte an und liefert tiefergehende Erkenntnisse zu den Ursachen. Gleichzeitig liefert es Informationen, die für die Optimierung von Tools und Bilanzierungsverfahren oder Kampagnen zum Klimaschutz genutzt werden können. Damit bieten die Projektpartner praxisnahes Wissen für unterschiedliche Akteure.

Das Projekt läuft bis März 2022. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Über den Fortgang und die Ergebnisse der Forschung wird die IVV immobilien vermieten & verwalten berichten.

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