Mehr Energieeffizienz für alle

Mehr als ein Drittel der Menschen in Europa lebt in Mietwohnungen. Auch die Mietparteien in Mehrfamilienhäusern haben ein Interesse an möglichst geringen Nebenkosten für Strom und Wärme. Der Blick richtet sich deshalb immer mehr in Richtung Effizienzsteigerung im Mehrfamilienhaus. Mit vertretbarem Aufwand kann mit schon heute verfügbarer Technik ein Mehrfamilienhaus als Energie-Plus-Haus gebaut werden.

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Energieeffizent bauen mithilfe der heutigen Technik
Energieeffizent bauen mithilfe der heutigen Technik
Dieses Beispiel von Bosch Thermotechnik zeigt den Weg dorthin.

Die Randbedingungen
Das 28 Wohneinheiten umfassende viergeschossige Mehrfamilienhaus in der Beispielbetrachtung steht in Würzburg. Ausgangspunkt der Berechnung ist – bei drei Bewohnern je Wohneinheit – ein durchschnittlicher Heizwärmebedarf von 53 kWh/qm und kWh/Jahr. Der Grund für den im Vergleich zu einem Einfamilienhaus geringeren Wärmebedarf: Wegen der kompakteren Bauweise sind die Transmissionswärmeverluste geringer. Referenz-Heizsystem für die rund 90 qm großen Wohnungen ist eine Gas-Brennwertanlage. Jede Wohneinheit hat einen gemittelten Energiebedarf für die Trinkwassererwärmung von 1.900 kWh/Jahr und einen Strombedarf von 2.660 kWh/Jahr. Auf dem Gebäude mit einer Grundfläche von rund 625 qm ist Platz für eine 700 qm große Photovoltaik-Anlage.

Die Energie-Plus-Technik
Auch im Mehrfamilienhaus sind zunächst einmal effiziente Hausgeräte gefragt, für die der Mieter verantwortlich ist. Außerdem leistet der Eigentümer seinen Beitrag: Das Dach bietet ausreichend Platz für eine Photovoltaik-Anlage. Zur Verfügung stehen rund 700 qm nutzbare Dachfläche. Die Module wandeln die Sonnenenergie sehr effizient in Strom um. Bei einer Nennleistung von 225 W erreicht die Anlage einen Wirkungsgrad von 13,7 %. In Mietwohnungen ist das regelmäßige Lüften sehr wichtig. Wer nicht oder zu selten für einen Luftwechsel in der Wohnung sorgt, riskiert Schäden durch Schimmel. Diese sind nicht nur ein Risiko für die Gesundheit der Bewohner: Die Beseitigung von Schimmel kann Vermieter, aber auch den Mieter, teuer zu stehen kommen. Eine Anlage zur kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung bringt rund um die Uhr zuverlässig frische Luft und ein angenehmes Klima in alle Wohnungen. Die Lüftung Logavent HRV der Bosch Thermotechnik-Marke Buderus etwa erreicht einen Wärmebereitstellungsgrad bis 91 %. Mit einer Kilowattstunde Strom gewinnt sie bis zum 30fachen an Energie. Weiterer Vorteil: Allergiker können dank eingebauter hochwertiger Staub- und Pollenfilter durchatmen. Im Heizungskeller unseres Beispiel-Mehrfamilienhauses dreht sich alles um effiziente Gas-Nutzung: Erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW) sind wahre Effizienzwunder – sie nutzen durch Kraft-Wärme-Kopplung die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme zum Heizen und zur Trinkwassererwärmung. Besonders effizient arbeitet das neue BHKW-Komplettmodul Loganova EN20 (Buderus). Die Anlage erreicht einen Gesamtwirkungsgrad von 94,6 % (33,9 % elektrischer Wirkungsgrad, 60,7 % Wärmewirkungsgrad bei Auslegung 80/60 Grad). Mit einer elektrischen Leistung von 19 kW und einer thermischen Leistung von 34 kW ist das BHKW auf die Bedürfnisse des Gebäudes zugeschnitten. Ein Gas-Brennwertgerät Logamax Plus GB 162-100, ebenfalls Buderus, deckt den Spitzenlastbedarf zuverlässig ab.

Das Ergebnis
Mit den fünf Technik-Komponenten – effiziente Hausgeräte, Photovoltaik, kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung, Blockheizkraftwerk und Gas-Brennwertgerät – wird aus einem Primärenergiebedarf von 406 MWh/Jahr ein Primärenergieüberschuss von 21 MWh/Jahr. Bei einer Wohngesamtfläche von insgesamt 2.520 qm ist das ein Bilanzplus von rund 8 kWh/qm und kWh/Jahr. Auch in einem Mehrfamilienhaus ist also eine Plusbilanz möglich. Dass sich ein Energie-Plus-Mehrfamilienhaus nicht nur energetisch, sondern auch finanziell rechnet, zeigt ein Blick auf die Investitions- und Einsparungskosten: Anschaffung und Installation der fünf beschriebenen Komponenten kosten rund 584.000 Euro. Pro Jahr lassen sich 50.000 Euro mit den beschriebenen Maßnahmen einsparen – bezogen auf ein Gebäude mit Gas-Brennwertheizung. Selbst bei konstanten Energiepreisen ist also schon nach etwa zwölf Jahren die Gewinnschwelle erreicht.

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan

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