Trotz Bau-Boom in Berlin: zu wenige Mietwohnungen

Auf keinem anderen deutschen Immobilienmarkt wird derzeit so viel investiert wie in Berlin. Doch wer sind die Akteure in der Hauptstadt? Wer baut was und für welche gesellschaftliche Zielgruppe?

Durch die Aufstockung alter Gebäude in Holzbauweise entstehen in Berlin Lichterfelde in kurzer Zeit neue Wohnungen. Foto: Märkische Scholle
Durch die Aufstockung alter Gebäude in Holzbauweise entstehen in Berlin Lichterfelde in kurzer Zeit neue Wohnungen. Foto: Märkische Scholle

Diesen Fragen geht der 1. HOWOGE-bulwiengesa-Neubaureport nach. In dieser Kooperation zwischen dem landeseigenen Berliner Wohnungsbauunternehmen und dem privaten Analyse- und Beratungsunternehmen kommt der Anspruch zum Ausdruck, das Geschehen auf dem Bau- und Immobilien in seiner gesamten Breite abzubilden. Die Analyse-Partner kommen zu folgenden Ergebnissen:

Der Berliner Mietwohnungsmarkt wächst rasant. Derzeit befinden sich 191 Neubauprojekte mit insgesamt 13.900 Wohnungen in der Entwicklung.

63 % der Projekte werden von privatwirtschaftlichen Akteuren (Bauträger, Fonds, Pensionskassen) umgesetzt. Kommunale Wohnungsgesellschaften setzen 29 % der Bauvorhaben um. Baugenossenschaften haben einen Anteil von 7,5 %.

Mit rund 6.800 Geschosswohnungen werden in diesem Jahr wahrscheinlich fast doppelt so viele Wohnungen fertiggestellt wie 2013. Da jedoch nur rund 36 % davon Mietwohnungen sind, verschärfe sich die Nachfragesituation in diesem Segment weiter.

Das im März 2014 im „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025“ vorgestellte politische Ziel von mindestens 10.000 neuen Wohnungen pro Jahr könnte im Jahr 2015 erstmals erreicht werden.

Dieser prognostizierte Bedarf sei aber überholt und basiere auf einem deutlich geringeren Bevölkerungszuwachs. Angesichts der Einwohnergewinne Berlins in den vergangenen Jahren schätzt bulwiengesa den Bedarf in den kommenden fünf Jahren auf rund 20.000 Wohnungen pro Jahr.

Trotz deutlich steigender Miet- und Kaufpreise sehen die Analysten von bulwiengesa keine Immobilienblase in der Hauptstadt entstehen. Den teuren Preisen stehen Bevölkerungszuzug, steigende Einkommen und eine Zunahme der Beschäftigung gegenüber.

Printer Friendly, PDF & Email
21.11.2023
B!WRD-Gewinner 2023
Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen hat bei einer Gala in Berlin die Gewinner des neuen BFW-Projektentwicklerpreises B!WRD bekannt gegeben.
28.11.2023
Statistisches Bundesamt
Zu Hause frieren, weil das Geld knapp ist. Das erleben offenbar Millionen Bürger in Deutschland, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.
12.3.2024
IBB Wohnungsmarktbericht 2023
Die Hauptstadt Berlin wächst weiterhin kräftig und trotz erheblicher Neubauzahlen wird auch in den kommenden Jahren Wohnungsmangel herrschen. Das geht aus dem jüngsten Wohnungsmarktbericht der...
9.1.2024
Marktentwicklung Wohnimmobilien 2023
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wurden 2022 in NRW noch 47.400 neue Wohnungen gebaut. Vielerorts sind die Mieten gestiegen, während die Preise für Wohneigentum sanken. Zu diesen Ergebnissen kommt...
15.10.2024
Heizkostenentwicklung 2023
In deutschen Wohnungen wurde 2023 so wenig Heizenergie verbraucht wie nie zuvor. Die Verbrauchseinsparungen konnten jedoch die Preissteigerungen nicht auffangen. Viele Haushalte haben Nachzahlungen zu...
11.5.2026
Mitteldeutsche Wohnungsverbände fordern
Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steht unter starkem Druck. Steigende Bau- und Energiekosten, ausbleibende Fördermittel, zunehmende regulatorische...