Deumess Fachkongress zeigt neue Rolle des Messdienstes
Der Mittelpunkt des diesjährigen Fachkongresses war die Frage, wie sich das Messwesen im Zuge von Digitalisierung, neuer technologischer Möglichkeiten und stetiger Erweiterung des Aufgabenfeldes weiterentwickelt.
Deutlich wurde dabei: Die Branche befindet sich mitten in einem grundlegenden Wandel – vom klassischen Messdienst hin zu einem zentralen Datenmanager für Energiesysteme in Wohn- und Gewerbeimmobilien.
„Wir erleben aktuell eine Phase, in der sich unser Geschäft grundlegend verändert“, betonte Deumess-Vorstand Hartmut Michels. „Messdienst bedeutet heute weit mehr als die Erfassung von Verbräuchen. Es geht darum, Daten intelligent zu verarbeiten, Systeme zu vernetzen und daraus konkrete Mehrwerte für Gebäude, Eigentümer und Nutzer zu schaffen.“
Software, KI und Plattformen werden zum strategischen Rückgrat
Ein zentrales Thema des Kongresses war die wachsende Bedeutung von Software und Künstlicher Intelligenz. Es wurde deutlich, dass digitale Plattformen und KI-Anwendungen künftig eine Schlüsselrolle für die Wettbewerbsfähigkeit von Messdienstleistern spielen werden. Die neuen Technologien verändern grundlegend, wie Daten genutzt, Entscheidungen getroffen und Dienstleistungen erbracht werden können. Automatisierung, intelligente Assistenzsysteme und perspektivisch auch weitestgehend eigenständig agierende KI-Agenten eröffnen neue Möglichkeiten.
Analoge Schnittstellen werden zum Erfolgsfaktor
Neben der digitalen Vernetzung der Gebäudetechnik gewinnt auch die klassische Vernetzung der relevanten Akteure und Gewerke immer mehr an Bedeutung. Die zunehmende Verzahnung von Wärme, Strom und Wasser sowie die steigende Komplexität der Anlagentechnik erfordern mehr Abstimmung. In diese Bresche sprang Daniel Föst, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), in seinem Vortrag. Für ihn verschiebt sich der Blick von einzelnen Komponenten hin zum Gesamtsystem Gebäude und vom reinen Einbau hin zum Betrieb. Eine gute Abstimmung zwischen Messdiensten und dem Heizungsbau sei darum unabdingbar.
Neue Themenfelder erweitern das Messwesen
Neben der ureigenen Abrechnung von Wärme sowie Strom rückte ein weiteres Anwendungsfeld in den Fokus: die zunehmende Bedeutung der Ressource Wasser für die Immobilienwirtschaft. Sofia Lettenbichler, Geschäftsführerin von WE Data Europe, zeigte in ihrem Vortrag, wie digitale Mess- und Auswertungsansätze einen wichtigen Beitrag leisten, um Wasserverbräuche zu reduzieren und zudem Wasserschäden zu vermeiden. Außerdem werden steigende regulatorische Anforderungen und technische Komplexität die Branche weiter fordern. Wer sich als Messdienst professionell aufstellt, für den bieten die steigenden Anforderungen rund um das Energiesystem von Gebäuden jedoch echte Chancen.
Branche stellt sich strategisch neu auf
Der Fachkongress machte insgesamt deutlich, dass sich das Messwesen strategisch neu positioniert. Daten werden zum zentralen Rohstoff, Software zur entscheidenden Infrastruktur und Kooperationen zur Voraussetzung für erfolgreiche Geschäftsmodelle. „Die Dynamik in unserer Branche ist deutlich spürbar“, so Hartmut Michels. „Wer die richtigen Schnittstellen schafft, sich stetig weiterentwickelt und offen für neue Partnerschaften ist, wird von dieser Entwicklung profitieren.“
Ausblick: Zwei Veranstaltungen 2027
Mit dem Abschluss des 12. Deumess Fachkongresses richtet sich der Blick auf die kommenden Veranstaltungen im Jahr 2027. Mit der am 13. und 14. Oktober 2027 stattfindenden Heikom sowie dem 13. Deumess Fachkongress am 11. und 12. Mai 2027 wird der Austausch innerhalb der Branche weiter intensiviert. Beide Formate bieten erneut Plattformen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und die Vernetzung der Akteure voranzutreiben. (Red.)
Redaktion (allg.)
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