„Die Infrarotheiztechnik ist eine durchaus relevante“
Neben dem Plädoyer für Technologieoffenheit und Systemintegration wurde das Potenzial von einfacher technischer Gebäudeausrüstung, zu der auch Infrarotheizungen zählen, zur Ankurbelung der Bautätigkeit und zum bezahlbaren Wohnen unterstrichen.
Plädoyer für Technologieoffenheit
Ina Scharrenbach, Bauministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, eröffnete die alljährlich stattfindende Konferenz mit einem online übertragenen Grußwort. Darin sprach sie sich für Technologieoffenheit aus. Im Gebäudebestand könne man am meisten CO2 reduzieren, so die Ministerin. Hier gäbe es viele Facetten, die zu berücksichtigen seien: von der Bauphysik über das Alter des Gebäudes bis hin zu den verwendeten Materialien.
„Da muss es dem Eigentümer oder der Eigentümerin offenbleiben, welche technische Gebäudeausrüstung er oder sie einbauen möchte. Die Infrarotheiztechnik ist da eine durchaus relevante.“
Als Beispiel nannte sie ein Neubauprojekt mit Infrarotheizungen in Nordrhein-Westfalen. „Hier ist es wirklich gelungen, mit modernsten Standards für eine aus meiner Sicht sehr bezahlbare Miete zu sorgen, die wir ansonsten im Land Nordrhein-Westfalen bei Neubauten eigentlich nicht sehen. Häufig liegen wir schon zwischen 15 und 18 Euro. Aber bei diesem Projekt ist es gelungen, bei 13,50 Euro rauszukommen.“
Appell eines Bauunternehmers
Aus der Baupraxis sprach Thomas Gerl, Bauunternehmer im bayerischen Straubing und Vorstand des BFW Landesverbandes Bayern e. V. In seiner Keynote „Wenn ich Bundesbauminister wäre“ schlug er vor, eine auf fünf Jahre verteilte Sonderabschreibung von 50 Prozent für Immobilien wieder einzuführen. „Dann könnte ich sofort Wohnungen verkaufen“. Zudem seien KfW-Darlehen und eine Eigenheimzulage nötig, damit auch junge Familien sich Wohneigentum leisten könnten. Aber auch in der TGA sieht er einen wichtigen Hebel: „Ich würde nicht den ganzen Keller mit Technik vollstopfen. Es geht auch mit weniger Technik und deutlich weniger Kosten.“ Gerl hat sowohl als Bauträger als auch im Bestandhaltergeschäft Erfahrungen mit Infrarotheizungen gesammelt und plant, künftig häufiger mit den elektrischen Direktheizungen zu bauen. In der Podiumsdiskussion drehte es sich um die Frage, wie schnell und günstig bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden könne. Thomas Gerl appellierte: „Wir müssen mit den Kosten runter!“ Vor einigen Jahren hatte der Rohbau noch einen Anteil von 40 Prozent an den Gesamtkosten, sagte er. Nun seien es nur noch 25 Prozent, während die TGA deutlich teurer geworden sei. Unisono appellierten die Diskutanten für eine einfachere Technik, aber auch das Zusammenspiel im System, zum Beispiel mit Photovoltaik und Stromspeichern, sei wichtig.
„Im System spielen Infrarotheizungen eine wichtige Rolle“
Auf die Frage, ob Infrarotheizungen ein Schlüssel zum bezahlbaren Bauen und Wohnen sein könne, kamen klare, zustimmende Antworten. Eine Auswahl:
René Ebert, Geschäftsleiter Technik & Projekte in der VdZ Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e. V.: „Ein Schlüssel – ja absolut – aber nicht im Sinne eines Generalschlüssels, sondern einer von diversen Erfolgswegen, die möglich sind. Ich bin überzeugt, dass Ihre Branche richtig gute Wachstumsraten erzielen wird.“
Kerstin Stratmann, Geschäftsführerin Fachverband Gebäudeenergie im ZVEI: „Ich schließe mich an. Im System spielen Infrarotheizungen eine wichtige Rolle.“
Prof. Dr.-Ing. Bert Oschatz, Geschäftsführer ITG Dresden: “Die Infrarotheizung ist einer der Schlüssel und spielt auf jeden Fall eine Rolle.“
Christoph Weiland, Vorstand IG Infrarot Deutschland: „Die Infrarotheizung ist auf einem realistischen Transformationspfad. Sie ist bezahlbar und spart zusammen mit Photovoltaik noch Geld ein. Und sie ist komfortabel.“
Redaktion (allg.)
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