So funktionieren moderne Verwaltungen

Digitalisierung verändert Arbeitsmodelle und Führungskultur

Fachkräfte sind rar, regulatorische Anforderungen steigen und gleichzeitig erwarten Eigentümer und Mieter schnellen Service. Viele Verwaltungen reagieren darauf mit neuer Software, die ihre Mitarbeiter entlasten soll. Doch dies ist nur der erste Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen Unternehmensausrichtung.

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Moderne Arbeitsmodelle funktionieren mit Teams, die remote und räumlich verteilt arbeiten. Bild: Adobestock/Rido
Moderne Arbeitsmodelle funktionieren mit Teams, die remote und räumlich verteilt arbeiten. Bild: Adobestock/Rido

Denn eine erfolgreiche Digitalisierung beginnt nicht mit Technologie. Sie geht insbesondere mit einer kritischen Prüfung bestehender Abläufe und einer klaren Vorstellung davon einher, wie Zusammenarbeit künftig organisiert sein soll. Gleichzeitig bedarf es einer modernen Unternehmensführung, Vertrauen in die Belegschaft seitens der Chefetage sowie klarer Strukturen und Controlling-Maßnahmen. Erst durch die Mischung dieser nötigen „Hard- und Software“ werden Strategien zur Effizienzsteigerung und Optimierung der eigenen Verwaltung letztendlich erfolgreich.

KI strukturiert zunehmend den Arbeitsalltag

Die Arbeitswelt verändert sich branchenübergreifend: Digitale Technologien eröffnen neue Formen der Zusammenarbeit. Automatisierungslösungen übernehmen sich wiederholende Standardtätigkeiten vollständig autonom. KI-Agenten werden bald zu einer Selbstverständlichkeit – auch in der Immobilienverwaltung. Dadurch wandeln sich nicht nur die Tätigkeiten selbst, ganze Arbeitsabläufe wollen neu organisiert werden. KI-Lösungen strukturieren heute Buchhaltung, Objektverwaltung, Kommunikation und Dokumentation. Sie schaffen Transparenz, vereinheitlichen Abläufe und ermöglichen ortsunabhängigen Zugriff auf Informationen. Mit dieser Entwicklung verändern sich auch Erwartungen an Arbeitsorganisation und Führung. Abstimmung, Kommunikation und Entscheidungsprozesse rücken stärker in den Mittelpunkt – aber auch die Eigenverantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters. Für Unternehmen bedeutet das: Alle gewohnten Prozesse müssen hinterfragt und gegebenenfalls neu gedacht werden.

Doch das geschieht natürlich nicht mit einem Schritt. Das Wichtigste ist die Basis der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens.

Vertrauen statt Kontrolle

Ein zentraler Bestandteil moderner Arbeitsorganisation ist Vertrauen. In klassischen Bürostrukturen basiert Führung dagegen auf physischer Präsenz: Mitarbeiter sind sichtbar, Arbeitszeiten sowie Zwischenschritte werden kontrolliert und durch eine höhere Instanz freigegeben. Steile Hierarchien und stetige Kontrolle sind Kernelemente dieses traditionellen Unternehmensmodells mit Stechuhrmentalität.

Digitale Arbeitsmodelle funktionieren grundsätzlich anders. Wenn Teams ortsunabhängig und räumlich verteilt arbeiten, rückt das erzielte Ergebnis ganz von selbst in den Vordergrund. Führungskräfte können nicht jeden Arbeitsschritt verfolgen. Stattdessen definieren sie Ziele und übertragen individuelle Verantwortung. Für viele Unternehmen ist dies eine der größten Hürden in Richtung einer wirklich erfolgreichen Digitalisierung. Denn: Vertrauen entsteht nicht durch Richtlinien. Es wächst, wenn Erwartungen klar formuliert sind, Ziele transparent kommuniziert werden und Mitarbeiter innerhalb dieser Strukturen eigenständig Entscheidungen treffen können.

Gerade in Immobilienverwaltungen spielt dieser Punkt eine wichtige Rolle. Verwalter koordinieren komplexe Abläufe, treffen täglich operative Entscheidungen und stehen im engen Austausch mit Eigentümern, Mietern und Dienstleistern. Organisationen, die ihren Mitarbeitern Verantwortung übertragen, fördern eben diese Kompetenzen aktiv.

New Work ist mehr als Homeoffice

In vielen Diskussionen wird New Work noch immer mit Homeoffice gleichgesetzt. Tatsächlich beschreibt der Begriff jedoch eine deutlich umfassendere Veränderung der Arbeitsorganisation. Im Kern geht es um drei Aspekte: mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter, eine stärkere Ergebnisorientierung und neue Formen der Zusammenarbeit. Digitale Technologien bilden dafür die Grundlage. Sie ermöglichen ortsunabhängiges Arbeiten, ersetzen aber keine funktionierende Organisation.

Damit New Work im Alltag funktioniert, brauchen Unternehmen klare Strukturen. Kommunikationswege müssen definiert, Ziele transparent formuliert und Verantwortlichkeiten eindeutig verteilt sein. Und selbstverständlich ist das Controlling vorgegebener Ziele ebenso Bestandteil der Zusammenarbeit, wie das vertrauensvolle Miteinander – entscheidend ist aber das Erreichen der Ziele und nicht mehr der Weg dorthin.

Struktur schafft Freiheit

Gerade räumlich verteilte Teams benötigen klare Regeln für die Zusammenarbeit: Regelmäßige Meetings, definierte Austauschformate und verbindliche Kommunikationsroutinen schaffen Orientierung. Sie sorgen dafür, dass Informationen nicht verloren gehen und Entscheidungen nachvollziehbar bleiben.

Viele Unternehmen unterschätzen dabei die Bedeutung von Transparenz. Wenn Mitarbeiter ortsunabhängig arbeiten, müssen Informationen für alle Beteiligten zugänglich sein. Digitale Systeme übernehmen auch hier eine wichtige Aufgabe. Sie dokumentieren Prozesse, bündeln Daten und machen Arbeitsstände sichtbar. Diese Transparenz erleichtert die flexible Zusammenarbeit und stärkt gleichzeitig das Vertrauen innerhalb der Organisation. Wer nachvollziehen kann, wieso Entscheidungen getroffen werden und wie Projekte voranschreiten, ist motivierter, fühlt sich eingebunden und setzt sich stärker für das gemeinsame Unternehmensziel ein.

Transformation braucht Führung

Und was für die Belegschaft gilt, betrifft natürlich auch die Chef-Etage: Digitale Transformation verändert auch die Rolle von Führungskräften. Während früher häufig operative Steuerung sowie die Kontrolle der Arbeitsstände im Mittelpunkt standen, rücken heute Orientierung und Kommunikation in den Fokus. Führung bedeutet zunehmend, Rahmenbedingungen zu schaffen: das heißt Ziele definieren, Verantwortlichkeiten klären und Vertrauen in die Kompetenz der Teams entwickeln. Gleichzeitig müssen Veränderungen aktiv begleitet werden. Denn: Neue Arbeitsmodelle erzeugen immer Unsicherheiten, insbesondere in Branchen, die traditionell stark strukturiert arbeiten. Die Immobilienverwaltung ist hier sicher keine Ausnahme. Deshalb müssen Unternehmen geplante Veränderungen schon vor ihrer Umsetzung intern klar kommunizieren. Mitarbeiter müssen verstehen, warum Prozesse umgestellt werden und welche Vorteile daraus entstehen – für ihre Kunden, aber auch für sie ganz persönlich. Es gilt die Devise: Transparenz schafft Akzeptanz – sowohl gegenüber neuen Arbeitsabläufen als auch gegenüber digitalen Technologien.

Stephanie Kreuzpaintner

Stephanie Kreuzpaintner
CEO bei DOMUS Software AG
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Artikel Digitalisierung verändert Arbeitsmodelle und Führungskultur
Seite 31 bis 32
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