Blei ist ein gefährliches Schwermetall, das jahrzehntelang in Form von Wasserleitungen verbaut wurde. Insbesondere in älteren Gebäuden aus der Zeit vor den 1980er-Jahren ist das Risiko hoch, dass noch immer Bleirohre im Einsatz sind. Diese können, über Jahre hinweg, Spuren von Blei in das Trinkwasser abgeben. Auch nachdem der Einbau von Bleirohren in Gebäuden verboten wurde, besteht das Problem weiterhin.
Schätzungen der Länder, ihrer Gesundheitsämter und der Wasserversorgungsunternehmen zufolge gibt es in Deutschland noch etwa 15.000 Gebäude mit einer Hausanschlussleitung aus Blei sowie 38.000 Gebäude, in denen sich Bleileitungen in der Trinkwasser-Installation befinden. Die meisten dieser Gebäude stehen in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Hamburg, Berlin, Niedersachsen und Hessen. Thüringen, Hamburg und Berlin weisen mit einem Bleirohr pro 100 Gebäude den höchsten Anteil am Gebäudebestand auf. Dadurch ist das Problem, auch nach dem Verbot des Einbaus von Bleirohren in Gebäuden, noch immer präsent.
Bleihaltiges Trinkwasser verursacht schwere gesundheitliche Schäden
Die Gesundheitsrisiken durch den Konsum von bleihaltigem Trinkwasser sind nicht zu unterschätzen. Blei ist ein starkes Gift, das im Körper zahlreiche Schäden anrichten kann. Besonders gefährdet sind Kinder und Schwangere, da Blei die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems beeinträchtigen kann. Bereits geringe Mengen Blei im Trinkwasser können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Langfristiger Kontakt mit Blei ist mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Nierenschäden und Blutarmut verbunden. Ein weiteres Problem: Blei wird im Körper gespeichert und kann, besonders bei kontinuierlicher Aufnahme, zu chronischen Vergiftungen führen.
Eine umfangreiche Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt, dass Kinder, die regelmäßig mit Blei in Kontakt kommen, ein erhöhtes Risiko für kognitive Störungen und Lernschwierigkeiten haben. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass Blei im Trinkwasser häufig unbemerkt bleibt. Die Symptome einer Bleivergiftung sind oft unspezifisch und entwickeln sich erst über einen längeren Zeitraum. In den USA wurden Studien durchgeführt, die belegen, dass die Belastung mit Blei aus Wasserleitungen signifikante Auswirkungen auf die geistige Entwicklung von Kindern hatte.
Auch in Deutschland gibt es immer wieder Fälle, in denen erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser zu gesundheitlichen Problemen führten. Zwar sind genaue Zahlen schwer zu ermitteln, aber Experten schätzen, dass jährlich mehrere Tausend Menschen in Deutschland aufgrund von Blei im Trinkwasser gesundheitlich geschädigt werden könnten.
Bleibelastung verursacht eine erhebliche Krankheitslast und ist weltweit schätzungsweise für 900.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich (Institute for Health Metrics and Evaluation, 2020). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Blei als eine von zehn Chemikalien identifiziert, die ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen und Maßnahmen der Mitgliedstaaten erfordern.
Neue Trinkwasserverordnung: Ein Schritt zur Reduzierung von Bleibelastungen
In Deutschland gilt seit Ende 2013 für Blei im Trinkwasser ein Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Liter. Mit der novellierten Trinkwasserverordnung, die am 24. Juni 2023 in Kraft trat, wurde ein wichtiger Schritt unternommen, um die Trinkwasserqualität in Deutschland weiter zu verbessern. Diese Verordnung sieht vor, dass bis spätestens 12. Januar 2026 alle Bleileitungen und Bleiteilstücke aus dem Wasserleitungsnetz entfernt oder stillgelegt werden müssen. Das bedeutet, dass Vermieter und Eigentümer von Gebäuden, die noch Bleirohre im Einsatz haben, diese bis zu diesem Stichtag durch unbedenkliche Materialien ersetzen müssen.
Dieser gesetzliche Schritt wird als eine der wichtigsten Maßnahmen im Bereich des Wasserschutzes betrachtet. Der Austausch von Bleileitungen und -teilstücken ist ein entscheidender Bestandteil des Bemühens, die Trinkwasserqualität in Deutschland dauerhaft zu verbessern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Allerdings erfordert diese Umstellung einen erheblichen Aufwand vonseiten der Eigentümer und Vermieter, die in vielen Fällen mit hohen Kosten rechnen müssen.
Probe des Trinkwassers schafft Klarheit
Für Vermieter kann eine Trinkwasseranalyse auf Blei zusätzliche Vorteile bringen. Das Wissen um eine bleifreie Trinkwasserversorgung kann einen Wettbewerbsvorteil auf dem Mietmarkt verschaffen.
Maximilian Ahrens
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