Seit Einführung eines Bonus im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) im Frühjahr 2023 sei die Nachfrage im Bereich der Wohngebäude deutlich gestiegen. Bis 2022 machten serielle Sanierungen nicht einmal zwei Prozent aller hocheffizienten Sanierungen aus, der Fokus habe damals auf Pilotprojekten gelegen. Seit dem Start des BEG-Bonus habe sich der Anteil auf durchschnittlich 23 Prozent erhöht. Damit sollte fast jede vierte Sanierung, für die eine Förderung zum Effizienzhaus 40 und 55 bewilligt wurde, seriell umgesetzt werden. Insgesamt entspreche das 2.143 bewilligten Anträgen für rund 11.600 Wohneinheiten (Stand: April 2025).
Auf die Frage der IVV-Redaktion nach aktuellenZahlen, lieferte die dena im August diese Daten: Seit Beginn der Datenerhebung durch das Kompetenzzentrum seien 65 serielle Sanierungsprojekte fertiggestellt worden, 43 seien im Bau und weitere 173 mit rund 18.000 Wohneinheiten befänden sich in der Planung und Vorbereitung.
„Der Trend geht bei den Sanierungen weg von Einzelgebäuden hin zu größeren Vorhaben und ganzen Quartieren“, berichtet Christian Stolte, Bereichsleiter Klimaneutrale Gebäude bei der dena (Deutsche Energie-Agentur. „Das wirkt als Innovationsmotor: Mit der wachsenden Nachfrage investieren Bauunternehmen verstärkt in die Weiterentwicklung der Lösungen”, erklärt Stolte. So ließen sich serielle Fassadensanierungen auf der Baustelle fünf bis zehnmal schneller als konventionelle Sanierungen umsetzen. Gleichzeitig zeigten sich durch die höheren Stückzahlen erste Skaleneffekte, sodass die Kosten schrittweise sinken könnten.
Neuer Wirtschaftszweig: Bauvolumen von zwei Milliarden Euro ausgelöst
Die im Mehrfamilienhausbereich ausgelöste Dynamik zeige sich auch bei anderen Gebäudetypen: So werde der BEG-Bonus zunehmend auch für die serielle Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern genutzt.Darüber hinaus strahle der Trend hin zu Digitalisierung und Vorfertigung von Fassaden- und PV-Dachelementen sowie Energiemodulen auch in den Bereich der Nichtwohngebäude. Zwar kann hier der BEG-Bonus nicht genutzt werden, es werden aber trotzdem bereits erste Pilotsanierungen von zum Beispiel Schul- und Kitagebäuden seriell geplant und umgesetzt, was auch auf die beschleunigte Marktentwicklung zurückgeht. Die dena taxiert das bisher für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Nichtwohngebäude ausgelöste Marktvolumen im seriellen Sanierungsmarkt auf etwa zwei Milliarden Euro. Einen Großteil erwirtschaften hierbei mittelständische Unternehmen.
Das Gesamtpotenzial für den noch zu entwickelnden Breitenmarkt schätzt die dena bis 2045 auf rund 500 Milliarden Euro für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Nichtwohngebäude, die sich für serielles Sanieren eignen. Der Hauptfokus liege hierbei auf Gebäuden aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Die rund 500 Milliarden Euro Sanierungsvolumen würden zu einem großen Teil durch eingesparte Energiekosten refinanziert, so die Prognosen.
Bayern setzt zum Energiesprung an
Quelle: dena
Redaktion (allg.)
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