Jede fünfte benötigte Wohnung wird nicht gebaut
Geschosswohnungsbau auf dem Vormarsch
Als Zugpferd der steigenden Bautätigkeit im Wohnungssektor etabliert sich der Geschosswohnungsbau. Während Mehrfamilienhäuser im Jahr 2004 ihren Tiefpunkt erreichten und nur 25 % des Neubauvolumens umfassten, zeichnet sich seitdem eine langsame Trendwende ab. 2009 lag der Anteil von Mehrfamilienhäusern bereits bei 33 % der Wohnungsfertigstellungen. Der Anteil an Mehrfamilienhäusern wird nach Prognosen bis 2012 um 25 % steigen. Im Jahr 2012 wird der Geschosswohnungsbau mit 41 % knapp die Hälfte der Fertigstellungen ausmachen. Bereits heute dominieren Mehrfamilienhäuser in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen mit über 50 % das Fertigstellungsvolumen, in den wirtschaftsstarken Agglomerationsräumen der westdeutschen Bundesländern liegt der Anteil bei knapp 50 %.
„In Zeiten fortschreitender Urbanisierung, die eine massive Flächenverknappung zur Folge hat, erweist sich der Geschosswohnungsbau als notwendiges Teilsegment, um in Agglomerationszentren bezahlbaren Wohnraum ausreichend zur Verfügung zu stellen“, betont Cieleback. „Denn der Trend zu kleineren Haushaltsgrößen übt gemeinsam mit fortschreitender Verstädterung und geringer Bautätigkeit einen enormen Druck auf Mieten und Kaufpreise in urbanen Räumen aus. Hier steht auch die Wohnungswirtschaft in der Pflicht, ihren Teil zum reibungslosen Ablauf der arbeitsteilig organisierten Wirtschaft zu leisten.“
Bundesländer stellen sich unterschiedlich auf Bevölkerungsentwicklung ein
In den Bundesländer werden schon heute die zukünftige Migrationsentwicklungen antizipiert. Während heute 28 % der deutschen Bevölkerung in Bayern und Baden- Württemberg leben, liegt der Anteil der beiden süddeutschen Bundesländer an den Wohnungsfertigstellungen 36 %. „In den süddeutschen Ballungszentren stellt sich die Wohnungswirtschaft bereits auf einen durch das wirtschaftliche Wachstum induzierten Bevölkerungszuzug ein“, erläutert Cieleback. „Die Aktivitäten werden jedoch noch nicht die Nachfrage befriedigen.“ Ähnlich - nur mit umgekehrten Vorzeichen - stellt sich die Situation in Ostdeutschland dar. Während heute etwa 16 % der deutschen Bevölkerung dort leben, liegt der Anteil an den Wohnungsfertigstellungen bei etwa 11 %.










