Hoffnung auf nachhaltigen Aufschwung im Wohnungsbau
Von Januar bis Juli dieses Jahres lag die Zahl der Genehmigungen bei 131.800 Wohnungen und damit 6,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Dazu meint Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen: „Das klingt zunächst positiv, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns nach massiven Einbrüchen weiterhin auf einem niedrigen Niveau bewegen. Der dringend benötigte Neubau von bezahlbaren Mietwohnungen kommt noch lange nicht ausreichend in Gang“.
Genehmigungen bei Mehrfamilienhäusern auf niedrigem Niveau
Einen ersten Hoffnungsschimmer sieht Tim-Oliver Müller, Geschäftsführer vom Hauptverband der deutschen Bauindustrie. Mehr allerdings nicht; er mahnt: „So lässt sich eine ausreichende Versorgung von Singles sowie Familien insbesondere in Ballungsgebieten mit Wohnraum nicht realisieren. Denn das wichtigste Segment, der Geschosswohnungsbau, auf den zwei Drittel des Neubaus entfallen, zündet nur sehr langsam.“ In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, wurden von Januar bis Juli 2025 insgesamt 69 300 neue Wohnungen genehmigt. Dies bedeutet einen Anstieg um 5,6 Prozent bzw. 3 700 neue Wohnungen.
Wiederaufnahme der KfW-55-Förderung
Einhellig begrüßen die Branchenverbände die Wiederaufnahme der KfW-55-Förderung im Bundeshaushalt 2025. Allerdings muss diese Förderung ihrer Meinung nach ausgebaut werden. Angesichts des enormen Bedarfs im Wohnungsbau hält Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA), die vorgesehenen 59 Millionen Euro für nicht ausreichend. Sie sagt: „Die Immobilienwirtschaft braucht ein starkes Signal für Investitionen in bezahlbaren Wohnraum. Die Wiederaufnahme der KfW-55-Förderung in 2025 ist ein erster Ansatz, muss aber 2026 fortgesetzt und mit ausreichend Mitteln ausgestattet werden. Nach brancheninterner Schätzung könnten durch die Wiedereinführung der Förderung bis zu 51.000 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern entstehen.” Der erforderliche Förderaufwand sei mit rund 1,5 Milliarden Euro überschaubar, könne aber eine enorme Wirkung entfalten, so Özkan.
Verlässliche Rahmenbedingungen für 2026 gefordert
Damit sich die Wohnungsnot wirksam bekämpfen lasse, fordert GdW-Präsident Gedaschko „klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Nur so können die sozial orientierten Wohnungsunternehmen die dringend benötigten, bezahlbaren und klimagerechten Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten bauen.“ Hauptgeschäftsführer Müller von der Bauindustrie erwartet im Hinblick auf das nächste Jahr: „In den Verhandlungen für den Bundeshaushalt 2026 müssen jetzt die finanziellen Vorkehrungen für die vielen guten Ansätze aus dem Koalitionsvertrag getroffen werden. Dazu gehören etwa die versprochenen steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten, eigenkapitalentlastende Maßnahmen für Wohnungsbaugesellschaften und die Zusammenführung bislang komplizierter Förderprogramme für Neubau und Sanierung.“









