Mieter muss Wohnung selbst beheizen können; Vermieter muss Wohnung mit Temperaturregler ausstatten

Kann die Heizung einer Mietwohnung nur von der Nachbarwohnung aus bedient werden, so hat der Mieter Anspruch darauf, dass der Vermieter seine Wohnung mit einem eigenen Heizungsregler nachrüstet. So entschied das Amtsgericht Dortmund und erklärte die Klage einer Mieterin für berechtigt.

Aus dem Tatbestand

Es geht um eine Frau, die in einer Mietswohnung mit einer Sammelheizung wohnt. Im Mietvertrag ist festgehalten, dass diese Heizung in der Heizperiode von Oktober bis April in sämtlichen Mieträumen eine angemessene Temperatur von etwa 21 Grad halten sollte. Die Mieterin stellte jedoch fest, dass es in ihrer Wohnung deutlich kälter war, da diese über die Heiztherme der Nachbarwohnung mitversorgt wurde. Stellten die Nachbarn ihre Heizung ab, konnte auch die Mieterin ihre Räumlichkeiten nicht heizen. Sie verlangte vom Vermieter daraufhin, diesen Mangel zu beseitigen.

Und das völlig zu recht, wie das Amtsgericht Dortmund entschied. Der Vermieter sei verpflichtet, der Mieterin eine funktionsfähige Heizung zur Verfügung zu stellen. Das hatte er sogar zusätzlich in seinem Mietvertrag als selbstverständliche Standardleistung beschrieben.

In unseren Breiten muss es jedem Mieter möglich sein, seine Wohnung jederzeit nach eigenem Ermessen zu beheizen. Dabei dürfe er auch nicht darauf angewiesen sein, dass sein Nachbar zustimmt oder wie im vorliegenden Fall, die Heizung für ihn aufdreht.

Der Vermieter muss also dafür sorgen, dass seine Mieterin in ihrer Wohnung einen eigenen Temperaturregler bekommt.

Gericht: Amtsgericht Dortmund
Aktenzeichen: Az. 413 C 10946/13
Urteil vom: 25.06.2014

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