Moderne Brennwert-Heizungsanlage und Contracting für 14 Häuser der WoGe.Ruhr

08.02.2017

Steigende Öl- und Gaspreise sind der Grund, warum Wohnungsgesellschaften darüber nachdenken die Heizungstechnik zu ändern. Schließlich möchte man attraktiven und bezahlbaren Wohnraum anbieten und das Ganze soll sich rechnen. Die Wohnungsgesellschaft Ruhrgebiet (WoGe.Ruhr) stellte jetzt in 14 Mehrfamilienhäusern auf eine Brennwert-Heizungsanlage um und setzt auf ein Contracting-Modell.

Nahwärme-Heizanlage von gc german contract.

Der Kessel der Anlage verbrennt den eingesetzten Brennstoff nahezu vollständig. Das dabei entstehende Abgas wird abgekühlt und die dadurch entstehende Kondensationswärme wird ebenfalls für die Wärmebereitstellung genutzt. Die Anlage arbeitet so deutlich energieeffizienter und die Bewohner sollen bis zu 15 Prozent an Energiekosten und Emissionen einsparen.

Die WoGe.Ruhr entschied sich beim Contracting für die gc Wärmedienste GmbH (german contract). Der Wärmedienstleister übernahm die gesamte Planung, Installation und Investition der neuen Anlage gegen eine monatliche Pauschale. Der Kunde ist frei in der Wahl des Brennstoffes und bezieht diesen eigenständig.

Mieter müssen informiert werden. Vermieter darf Kosten nicht eins zu eins umlegen
Die Modernisierungsarbeiten und - Kosten sollten für die Mieter möglichst kostenneutral sein. Dies ist bei Übernahme der Wärmeversorgung durch einen externen Dienstleister auch im gesetzlichen Rahmen festgelegt. Bei anstehenden Sanierungsarbeiten müssen die Mietparteien zunächst über die dadurch entstehenden Kosten informiert werden. Um diese vor zu hohen Nebenkosten zu schützen, dürfen die Kosten, die durch Sanierung, Neuinstallation und Service entstehen, vom Vermieter nicht eins zu eins auf den Mieter umgelegt werden. Der vom Mieter zu zahlende Anteil für die Energieversorgung darf den Durchschnittswert der letzten drei Jahre nicht überschreiten. Darüber hinausgehende Kosten hat der Vermieter zu tragen.

Auf Verlangen muss er einen Nachweis darüber, dass diese Kostengrenze nicht überschritten wird, vorlegen. Für die dafür erforderlichen Berechnungen nutzen die Energieexperten von german contract ein spezielles Excel-Tool der Deutschen Energieagentur (Dena): Die Daten der Nebenkostenabrechnung werden in eine eigens dafür konstruierte Tabelle eingetragen. Auf dieser Grundlage wird dann berechnet, ob die vom Mieter zu tragenden Kosten den Durchschnittswert der letzten drei Jahre über- oder unterschreiten. Die Differenz nach oben hin muss dann der Vermieter übernehmen. Weicht der Wert nach unten hin ab, sind die Einsparungen durch die Technik so groß, dass der Mieter sogar noch Heizkosten einspart.

Im Falle der WoGe.Ruhr konnten Energiekosten eingespart werden. Dank eines Baukostenzuschusses der Wohnungsgesellschaft wurden die Sanierungsarbeiten kostenneutral für die Mieter durchgeführt. Alle Bewohner werden jetzt kosten- und energieeffizient mit Wärme versorgt.

Auf Wunsch schafft eine aufgeschaltete Fernüberwachung absolute Versorgungssicherheit.

Was ist Contracting?
Beim Contracting übernimmt statt des Immobilienbesitzers ein Contractor (wie zum Beispiel german contract) die Investitionskosten für die neue Wärmeerzeugungsanlage. Gegen eine monatliche Pauschale wird mittels einer neuen Anlage die Immobilie mit Wärme versorgt. Um die Technik kümmert sich der Contractor.

Wärme-Contracting findet erst eine wirtschaftliche Anwendung bei Anlagen über 50kW Leistung. Es beinhaltet neben der Installation neuer Heiztechnik auch den Bezug der Primärenergie. Der Kunde bekommt die tatsächlich genutzte Wärme (Arbeitspreis) und einen Grundpreis (installierte Technik und Service) in Rechnung gestellt.
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Der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. fand in seiner aktuellen Studie heraus, dass rund 40 Prozent der professionell-gewerblichen Vermieter bei der Wärmeversorgung ihres Wohnungsbestandes auf Contracting-Modelle setzen.

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