Bauen mit Modulen

Modulbau-Anbieter erhält allgemeine Bauartgenehmigung

Neubauten sind in Deutschland immer genehmigungspflichtig. Die Landesbauordnung unterscheidet zwischen geregelten, nicht geregelten und sonstigen Bauprodukten und Bauarten. Bei der Modulbauweise handelt es sich grundsätzlich zunächst einmal um eine nicht geregelte Bauart. Die Genehmigungsfähigkeit ist trotzdem nicht einschränkt. Das DIBt (Deutsche Institut für Bautechnik, Berlin) hat der Firma Kleusberg als ersten Modulbau-Anbieter die allgemeine Bauartgenehmigung erteilt.

Modulares Grundschulgebäude in Schwerin. BILD: Rüdiger Mosler/Kleusberg GmbH & Co. KG
Modulares Grundschulgebäude in Schwerin. BILD: Rüdiger Mosler/Kleusberg GmbH & Co. KG

Vereinfachter Genehmigungsprozess

Die aBG vereinfacht den Baugenehmigungsprozess erheblich. Während für geregelte Bauprodukte und Bauarten sogenannte Technische Baubestimmungen bestehen, gibt es für Modulgebäude Ver- und Anwendbarkeitsnachweise, die für eine Genehmigung zu erbringen sind. Dazu zählen allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (abZ), allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse (abP) sowie die Zustimmung im Einzelfall (ZiE) beziehungsweise vorhabenbezogene Bauartgenehmigung (vBG). Die beiden letztgenannten Nachweise gelten jedoch nur projektbezogen für ein Bauvorhaben.

Um den Genehmigungsprozess zu vereinfachen und eine standardisierte Vorgehensweise zu etablieren, hat die auf Modulbau spezialiserte Firma Kleusberg vor einiger Zeit die allgemeine Bauartgenehmigung beim DIBt beantragt. Die aBG stellt einen Anwendbarkeitsnachweis für den Modulbau als Bauart dar. Es handelt sich dabei um ein aufwändiges Verfahren, bei dem u. a. auch zahlreiche Brandversuche und -prüfungen durchgeführt werden. Diese dienen dazu die Grundanforderungen an Bauwerke, welche in der Musterbauordnung (MBO) festgeschrieben sind, für eine Bauart nachzuweisen. So ist gewährleistet, dass sie sicher angewendet werden kann.

Modulbau ist nicht gleich Containerbau

Beim Begriff Modulbau gilt zu beachten, dass es sich dabei nicht um Containerbauten handelt, sondern um Gebäude, die ohne baurechtliche Einschränkungen zeitlich unbegrenzt genutzt werden.

Die Unterscheidung zwischen Container- und Modulbau ist bei der Betrachtung der Genehmigungsfähigkeit entscheidend. So kann beispielsweise der Nachweis für den konstruktiven Brandschutz mit einer Containerkonstruktion nicht gemäß den gültigen Normen erbracht werden.

Ein Praxisleitfaden unterstützt Bauherren

Der Praxisleitfaden, den das Center Building and Infrastructure Engineering (CBI) (dazu zählen führende Raumzellen-Hersteller sowie Experten der RWTH Aachen) zusammen mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW erarbeitet hat, gibt Aufschluss darüber. Die Brandschutztechnische Nachweisführung im Modulbau stellte das erste Konsortialprojekt dar. Der Praxisleitfaden soll Bauherrn, Planern und Behörden Hilfestellung geben und sie bei der Wahl des passendenden Bausystems unterstützen.

Das offizielle Dokument des DIBt zur Allgemeinen Bauartgenehmigung können Sie unter www.kleusberg.de/abg einsehen.

Die Kleusberg GmbH & Co. KG, Wissen, ist auf den Gebieten Modulares Bauen, Mobile Mietgebäude, Mobile Raumsysteme und Halleneinbauten tätig. Kleusberg plant, fertigt und errichtet schlüsselfertige Gebäude in modularer Bauweise nach individuellen Planungen und Kundenanforderungen. Das Mietsystem ModuLine® ermöglicht es, individuelle Gebäude auf Langzeit-Mietbasis zu errichten.

Quelle: Kleusberg GmbH & Co. KG

 

Das Gesetz und die Rechtsprechung enthalten eine Vielzahl von formellen und materiellen Voraussetzungen für eine wirksame Modernisierungsankündigung. Werden diese Anforderungen vom Vermieter nicht eingehalten, müssen die Mieter die Modernisierungsmaßnahmen nicht...
Printer Friendly, PDF & Email
15.10.2021
Building Information Modeling
Der Begriff "BIM" ist in der Baubranche längst weit verbreitet und auch Bauherren bekannt. Der digitale Zwilling eines Gebäudes ist der Innovationstreiber der Digitalisierung im Bauwesen. Damit die...
25.11.2019
Innovationen am Bestand
Als erste Wohnungsbaugesellschaft in Kassel startet die GWG in Kooperation mit den Stadtreinigern Kassel größere Wohnanlagen mit modernen Unterflursystemen zur Abfallentsorgung aus. Anstelle einer...
9.11.2018
Offen für die Digitalisierung
Die Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“ eG, Leipzig, hat in kurzer Zeit einen enormen Arbeitsaufwand betrieben, um in allen Haustüren ihrer Bestände digitale Schließanlagen einzubauen: 1.400 Schlösser neu...
17.1.2019
Innovative Mietshäuser
Bereits im ersten Teil unserer Serie „Außergewöhnliches Wohnen“ haben wir eine Reihe spannende Objekte vorgestellt. Beispiele für ausgefallene Architektur oder ökologische Bauweise gibt es jedoch noch...
22.2.2019
Serielles und modulares Bauen
Schnellen und kostengünstigen Wohnungsbau in hoher Qualität – das bietet der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW mit seiner wegweisenden Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen. Am...
14.11.2018
Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2018
Die aufwendige Restaurierung unter Denkmalschutzgesichtspunkten - manchmal muss das einfach sein. So wurde die Wohnanlage Wiener Hof in Bremen der GEWOBA angepackt und das Unterfangen erfolgreich...