Betrachtet man die ersten vier Monate des Jahres 2026 ist der Anstieg ebenfalls signifikant. In diesem Zeitraum wurde in Deutschland der Bau von 83 700 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 13,2 % oder 9 800 Wohnungen mehr als von Januar bis April 2025.
Zweistellige Zuwächse bei allen Gebäudearten
Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 11,7 Prozent (+1 700) auf 15 900. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 22,9 Prozent (+900) auf 4 900 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 44 300 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 14,7 Prozent (+5 700) gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Genehmigt ist nicht gebaut
Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) wies in einer Pressemitteilung auf die zunehmende Kluft zwischen Genehmigung und Bau hin. Seiner Ansicht nach dürfen steigende Genehmigungszahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kluft zwischen genehmigten und tatsächlich fertiggestellten Wohnungen wächst. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich, nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 noch bei rund 294.000 gelegen hatte.
Bessere Rahmenbedingungen gefordert
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, sagte zu den Zahlen des Statistischen Bundesamts: „Aus Baugenehmigungen müssen jetzt Projekte werden. Aber genau hieran hat es in den letzten Monaten gehapert, wie die Fertigstellungszahlen für 2025 und der niedrige Auftragseingang der Bauwirtschaft belegen. Es braucht klare, investitionsfreundliche und verlässliche Rahmenbedingungen, damit nun auch wirklich gebaut wird. Von der Investorenkonferenz der Bundesbauministerin an diesem Freitag muss daher ein klares Maßnahmenpaket hervorgehen.“
Die Lage bleibt extrem angespannt
Der Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, Axel Gedaschko, sieht keinen Grund zur Entwarnung. Er meinte: "Von einem Aufschwung kann derzeit angesichts stark eingebrochener Fertigstellungen im vergangenen Jahr und einem weiterhin absinkenden Geschäftsklima im Wohnungsbau absolut keine Rede sein. Das muss sich dringend ändern.“ Laut GdW werden in Deutschland jedes Jahr mindestens 320.000 neue Wohnungen, davon 100.000 Sozialwohnungen benötigt. Von diesem Bedarf sei die Bautätigkeit weiterhin meilenweit entfernt. Besonders in den Städten und Ballungsräumen bleibe die Lage extrem angespannt. Entscheidend sei jetzt, dass aus Genehmigungen auch tatsächlich gebaute Wohnungen werden, teilte der Verband mit.
Quelle: Statistisches Bundesamt











