Baugenehmigungen steigen weiter - aber die Stimmung ist gedrückt
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurde im Mai 2026 in Deutschland der Bau von 21.000 Wohnungen genehmigt. Das waren 24,7 Prozent oder 4.200 Baugenehmigungen mehr als im Mai 2025. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 29,9 Prozent auf 17.800. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um zwei Prozent auf 3.200.
Aufwärtstrend bei neuen Wohngebäuden ist 2026 ungebrochen
Im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 wurde in Deutschland der Bau von 104.700 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 15,4 Prozent mehr als von Januar bis Mai 2025.
Die Zahl der genehmigten Wohnungen in neu zu errichtenden Wohngebäuden stieg im Zeitraum Januar bis Mai 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,6 Prozent auf insgesamt 86.000 Wohnungen. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,6 Prozent auf 19.900. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 21,6 Prozent auf 6.200 zu.
In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 56.100 Neubauwohnungen.
Das war ein Anstieg um 18,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Keine Wirkung bei den Auftragseingängen
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, meinte zu den neuen Zahlen aus Wiesbaden: „Die positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen ist gut, aber sie kommt bislang nicht in den Auftragseingängen an.
Die Krise im Wohnungsbau ist daher noch lange nicht überwunden. Dass die geplante Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Kürzungen für energetische Bestandssanierungen in Mehrfamilienhäusern vorsieht, schwächt den privaten Wohnungsbau weiter. Auch das Warten auf eine neue Förderkulisse lässt Investoren abwarten. Stattdessen wäre gerade jetzt der Moment, in dem der Bund alles daransetzen müsste, den Schwung bei den Genehmigungen aufzunehmen und zu unterstützen.
Geschäftsklima im Wohnungsbau verschlechtert sich
Trotz der weiter steigenden Baugenehmigungen zeigt sich Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen eher skeptisch: "Die Genehmigungszahlen bewegen sich in die richtige Richtung, allerdings von einem niedrigen Niveau aus. Gleichzeitig kennt das Geschäftsklima im Wohnungsbau laut ifo Institut derzeit nur eine Richtung: nach unten. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate werden von den Unternehmen zunehmend schlechter bewertet. Entscheidend ist deshalb nicht die monatliche Genehmigungsstatistik, sondern was tatsächlich auf den Baustellen ankommt. Hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie immer neue Anforderungen machen weiterhin viele bereits genehmigte Vorhaben unwirtschaftlich und lassen sie zu Schubladenprojekten werden."











