Baugenehmigungen legen zu – Wohnungsbau bleibt unter Druck
In Deutschland wurden insgesamt 126.300 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt – 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Auch im Juni setzte sich die Entwicklung fort: Mit 21.600 genehmigten Wohnungen lag die Zahl 13,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im Neubau wurden 17.800 Wohnungen genehmigt, 14,1 Prozent mehr als im Juni 2025.
Stärkster Anstieg seit 2016
Stärker als im ersten Halbjahr 2026 war die Zahl der Baugenehmigungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum zuletzt 2016 gestiegen. Damals lag das Plus bei 30,4 Prozent. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im ersten Halbjahr 103.100 Wohnungen genehmigt – 15,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark legten die Genehmigungen für Wohnungen in Zweifamilienhäusern zu: Hier gab es ein Plus von 27,3 Prozent auf 7.700 Wohnungen. Bei Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen um 16,9 Prozent auf 67.000, bei Einfamilienhäusern um 12,7 Prozent auf 24.000. Der Anstieg kommt allerdings von einem niedrigen Niveau: In den ersten sechs Monaten 2024 und 2025 waren 106.700 beziehungsweise 109.800 Wohnungen genehmigt worden.
IVD sieht keine Entwarnung
IVD-Präsident Dirk Wohltorf mahnt trotz der steigenden Genehmigungszahlen zur Zurückhaltung. Die Entwicklung sei „erfreulich, aber noch lange keine Entwarnung“. Die aktuellen Zahlen vergleicht er mit einem leicht höheren Pegelstand nach langer Trockenheit. Der Wohnungsbau führe weiterhin „Niedrigwasser“. Von den genehmigten Wohnungen werde ein immer geringerer Anteil tatsächlich gebaut. Bei den Fertigstellungen drohe 2026 ein neuer Tiefpunkt.











