Seit dem Jahr 2008 sei die Zahl der Studenten an deutschen Hochschulen um 42 Prozent gestiegen. Die öffentlich geförderten Wohnheimkapazitäten hätten dagegen nur um 5 Prozent zugenommen, obwohl mehrere Bundesländer seit 2011 den Bau von 14.000 neuen Wohnheimplätzen gefördert hätten. An der Unterversorgung ändere auch die Tatsache nichts, dass derzeit weitere 15.000 Plätze im Bau oder in der konkreten Planung seien.
190 000 Wohnheimplätze reichen nicht
Vor diesem Hintergrund fordert das Studentenwerk Zuschüsse von 1,45 Mrd. Euro zum Ausbau bzw. zum Erhalt der Wohninfrastruktur bei den Studentenwerken in den kommenden vier Jahren. Die Nachfrage nach Wohnheimplätzen werde dauerhaft auch deshalb hoch bleiben, weil Deutschland als Studienort international an Attraktivität gewinne. Die Wissenschaftsminister aus Bund und Ländern haben das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2020 350.000 ausländische Studienanfänger zu gewinnen. Dieses Ziel wird nach Einschätzung des Studentenwerks vorzeitig erreicht.
Bundesweite Versorgungsquote sinkt
Die Studentenwerke als Teil der Länderverwaltungen unterhalten mehr 1.500 Wohnheime mit 189.500 Wohnplätzen. In den Wohnanlagen der Studentenwerke beträgt die Monatsmiete einschließlich aller Nebenkosten durchschnittlich 234 Euro.
10 Prozent der Studenten leben in Deutschland in Wohnheimen. Zum Vergleich: 29 Prozent leben in einer Wohngemeinschaft, 17 Prozent allein in einer eigenen Wohnung, und 20 Prozent in einer Wohnung mit dem Partner oder der Partnerin.
Im Zuge von Förderprogrammen verschiedener Bundesländer wurden seit 2011 immerhin 14.317 Plätze geschaffen und etwa 15.000 Plätze seien im Bau oder in konkreter Planung. Die bundesweite Versorgungsquote von staatlich geförderten Wohnheimplätzen in Relation zur Zahl der Studenten sinke dennoch seit 2008 von 12,13 Prozent kontinuierlich ab auf 9,69 Prozent im Jahr 2016. Die Schere öffne sich immer weiter.
Mietpreis-Check in Unistädten
Ein Mietpreis-Check in Unistädten, den das Internetportals immowelt.de 2015 durchführte, ergab, dass Studenten in Wohngemeinschaften bis zu 40 Prozent günstiger wohnen als in einer Singlewohnung. Am meisten können Studenten in Koblenz (40 Prozent), Ulm (34 Prozent) und Erlangen (32 Prozent) sparen. Lediglich im Osten Deutschlands sei alleine wohnen häufig günstiger als in einer WG.










