Sharing-Economy

Co-Living-Konzepte als neue Wohnform

28.10.2019

Co-Living steht für Collaborative Living, eine Art Wohngemeinschaft, die sich an die Bedürfnisse der modernen Gesellschaft anpasst. In den möblierten Co-Living-WGs arbeiten und leben junge Erwachsene zusammen, die sich gegenseitig dabei unterstützen, ihre persönlichen Träume und Ziele zu verwirklichen – und um Kosten auf dem angespannten Wohnungsmarkt zu sparen. Um die vor allem junge, kreative Zielgruppe entfacht regelrecht ein Branchen-Kampf.

Beispiel eines Appartement-Angebots der Firma BelForm fürs Co-Living (Bild: BelForm)
Beispiel eines Appartement-Angebots der Firma BelForm (Bild: BelForm)

Veränderte Ansprüche, neue Möglichkeiten

Die junge Generation verfügt über ein unverändertes Wertesystem. Wichtiger denn je sind vor allem Gemeinschaftssinn, der sich durch die „Sharing-Economy“ in der Gesellschaft manifestiert hat sowie der damit verbundene schonende Umgang mit Ressourcen. Der Wunsch nach menschlichen Verbindungen steht ebenfalls im Fokus jünger Erwachsener. Gleichzeitig herrscht unter jungen Menschen eine Art Abo-Mentalität wie beim Bike- oder Car-Sharing. In erster Linie will man voneinander profitieren, lernen, gemeinsam Start-ups gründen, Projekte realisieren – alles in kürzester Zeit. Dadurch schafft sich eine junge, globale Elite neue Räume, um sich zu verwirklichen.

Vermieter müssen die Ansprüche dieser Generation aufgreifen und Veränderungen der Gesellschaft sowie des Wohnungsmarktes in den Häusern umsetzen. Dadurch eröffnen sich neue Geschäftsfelder auf dem Immobilienmarkt und in der Hotelbranche. „Tatsächlich konnten wir durch neue Konzepte die Flächeneffizienz im Verhältnis zur klassischen Zimmer- oder Appartement-Nutzung um bis zu 30 Prozent steigern“, erklärt Benjamin Oeckl von der BelForm GmbH & Co. KG. „In vielen Bereichen geht es für die Generation Z heute um authentische Erfahrungen und echte ‚Erlebnisse, die immer weniger mit einer klassischen Übernachtung oder einem reinen Aufenthalt zu tun haben“`, so Oeckl weiter. Sein Unternehmen setzt auf neue Co-Living-Konzepte für Short-, Medium- und Longstay-Aufenthalte, die rund um das Lebensgefühl der Gemeinschaft erarbeitet und dadurch für die Hotellerie interessant werden.

Wer profitiert vom Co-Living?

Prop-Tech-Unternehmen gehören ebenso zu den Konzepten, denn „durch digitale und effiziente Prozesse kann der Betreiber sich darauf fokussieren, den Bewohnern bestmögliche, spannende und intuitive Erfahrung anbieten zu können“, so Oeckl. Immobilienwirtschaft und Hotellerie müssen dafür künftig stärker kooperieren. Hybride Lösungen, das sogenannte „Blended Living“, versprechen ganz neue Marktentwicklungen: Aspekte aus der Hotel- und der Appartement-Branche lassen den Hotel- und Wohnungsmarkt mehr und mehr miteinander verschmelzen. Nicht nur neue Marktteilnehmer überzeugen wie das klassische Co-Living Hotel The Collective in New York zeigt. „Co-Living Konzepte machen den Bewohnern Freude und stechen aus der Masse an klassischen Hotel- und Appartement-Anbietern hervor“, zeigt sich Benjamin Oeckl von der Zukunftsfähigkeit des Co-Livings überzeugt.

Ob die Bewohner und Städte langfristig von den Konzepten profitieren, bleibt abzuwarten. Für die Bewohner verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Die Quadratmeterpreise könnten weiter steigen, denn für das „Rund-um-Sorglos-Paket“ mit Services wie Einrichtung der Zimmer, Essen, Reinigung, Reparaturen, Hilfe bei bürokratische Angelegenheiten, Gemeinschaftsräume, Freizeitangebote etc. werden entsprechende Zahlen aufgerufen. Für Vermieter eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten.

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