Überreicht wurde die Auszeichnung von BBU-Vorständin Maren Kern und Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann. Es ist bereits die dritte Ehrung des Unternehmens mit „Gewohnt gut“: Im Januar 2010 erhielt die WBG das Siegel für den Umbau eines Baudenkmals zur betreuten Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderungen, im März 2013 für den vorbildlichen Teilrückbau eines Plattenbaus.
Im September würdigte das Bewertungsgremium den Neubau von zwei Wohn- und Geschäftsgebäuden am Marktplatz von Rüdersdorf. Die ortsbildprägenden Gebäude sorgten für eine Belebung und Aufwertung des Ortszentrums. Auszeichnungswürdig sei auch, dass beim Bau auf Barrierearmut und den Einsatz von regenerativen Energien geachtet wurde.
BBU-Vorständin Maren Kern gratulierte dem Unternehmen: „Mit dem Neubauprojekt am Marktplatz ergänzt sie sinnvoll ihren Bestand, der sich sonst überwiegend im unteren Preissegment befindet, um hochwertigere Wohnungen, für die es eine steigende Nachfrage auch in Rüdersdorf gibt. Diese konnten bisher in dieser Form nicht von der WBG angeboten werden. Dabei sind die Wohnungen barrierearm gestaltet und durch den Einsatz einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung besonders umweltfreundlich. Das ist zukunftsgerecht.“
Jörn Dahms, Geschäftsführer der WBG, freute sich über die Auszeichnung: „Man mag es kaum glauben, aber die Häuser am Markplatz sind das erste Neubauprojekt überhaupt für unser Unternehmen. Wir freuen uns sehr, dass unser Vorhaben, das wir gemeinsam mit HTR Architekten und Ingenieure GmbH umgesetzt haben, nicht nur von den Mieterinnen und Mietern so gut angenommen wird, sondern dass wir auch viel positives Feedback von vielen anderen Menschen in Rüdersdorf erhalten. Die Ehrung mit ‚Gewohnt gut‘ ist der krönende Abschluss für unser Projekt!“
Neubau Wohn- und Geschäftshäuser am Marktplatz
Seit der Wendezeit wurden in Rüdersdorf umfangreiche Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, um das Mitte der 1970er-Jahre aufgrund des Kalksteintagebaus abgerissene historische Ortszentrum wiederherzustellen. Die im März 2020 bezogenen Wohn- und Geschäftshäuser der WBG schließen die Bebauung um den Marktplatz im Nordosten und markieren damit einen vorläufigen Abschluss der Maßnahmen.
„Für die Bebauung am ehemaligen Busbahnhof, der durch die Gemeinde im Rahmen der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme ‚Ortszentrum Rüdersdorf‘ zu einem attraktiven Marktplatz umgestaltet wurde, gab es einen öffentlichen Investorenwettbewerb, bei dem wir uns mit unserem gemeinsamen Entwurf mit HTR Architekten durchsetzen konnten“, erläutert WBG-Geschäftsführer Jörn Dahms den Startschuss für das Projekt. „Um vermehrten Nachfragen nachzukommen, haben wir uns dabei bewusst zur Abrundung unseres Portfolios für eine hochwertige Ausstattung entschieden, um unser ansonsten überwiegend sehr günstiges Bestandsangebot zu ergänzen. In diesem Neubau liegen die Nettokaltmieten bei zehn bis elf Euro“, so Dahms weiter.
Fassadengestaltung als Referenz an die Geschichte der Stadt
In zwei Jahren Bauzeit entstanden ein drei- und ein viergeschossiges Gebäude mit insgesamt zwölf Wohnungen und jeweils zwei Gewerbeeinheiten. Die Wohnungen sind zwischen 47 und 107 Quadratmeter groß und verfügen alle über eine Fußbodenheizung sowie einen Balkon oder Terrasse. Der im Randbereich begrünte Innenhof bietet auch Platz für die Fahrzeuge der Mieter:innen. Sämtliche Wohnungen konnten sehr kurzfristig zur jeweiligen Fertigstellung vermietet werden. „Für die Gewerbenutzung war ursprünglich ein Mix angedacht. Letztendlich hat sich das Konzept einer Physiotherapiepraxis durchgesetzt, die sämtliche Einheiten nutzt. Damit wurde der Gesundheitsstandort Rüdersdorf nochmals gestärkt“, erklärt Jörn Dahms.
Die Kombination der Materialien, die Farbwahl und die horizontal ausgerichtete Fassadengestaltung des Eckhauses sollen an tief liegende Sediment- und Muschelkalkschichten erinnern, eine Reverenz an die Geschichte von Rüdersdorf, in der der Kalksteintagebau eine gewichtige Rolle in der Ortsentwicklung zukam. Eine schöne optische Ergänzung: Das kleinere Gebäude, das in erdigen Farben gehalten wurde und eine modernere Fassadengeometrie aufweist.
Barrierearm und mit guter CO2-Bilanz
Alle Wohnungen und die Praxis sind barrierefrei zugänglich, in beiden Häusern befindet sich ein Aufzug. Darüber hinaus sind alle Räume schwellenlos gestaltet und verfügen über breite Türöffnungen. Eine Wohnung ist rollstuhlgerecht nach DIN gestaltet.
Für eine gute CO2-Bilanz sorgt eine Lüftungsanlage mit zentraler Wärmerückgewinnung. Neben einem gesunden Raumklima, das im stark gedämmten Neubau besonders wichtig ist, zeichnet sich eine solche Anlage durch eine hohe energetische Effizienz aus. Dahms: „Wir erreichen damit einen Wärmerückgewinnungsgrad von etwa 80 Prozent.“
Fast 3,2 Millionen Euro investiert
Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf gut 3,15 Millionen Euro, die die Gesellschaft komplett aus Eigenmitteln finanziert hat. Die Mieten im Wohnbereich liegen bei 9,93 Euro bis 11 Euro nettokalt plus 2,74 Euro Nebenkosten, für das Gewerbe werden 12 Euro nettokalt plus 2,05 Euro Nebenkosten erzielt.


Bereits zum dritten Mal hat die Wohnungsbaugesellschaft Rüdersdorf mbH (WBG) das Qualitätssiegel „Gewohnt gut“ von BBU und Infrastrukturministerium entgegengenommen. Bild: BBU
Fassaden wie Muschelkalkschichten
Redaktion (allg.)
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