Editorial

Geht doch: mit Freude planen, bauen, erfinden

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Nun liegt sie wieder vor Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die einmal jährlich erscheinende IVV-Sonderpublikation „Zukunft Wohnungswirtschaft“. Ich bin ein wenig geneigt zu sagen, diese Ausgabe zeichnet sich durch Freude am Schaffen aus, weil der Regulierungswettbewerb des Staates und seine bremsende Wirkung auf die Arbeit im redaktionellen Konzept dieser Ausgabe wenig Raum haben. Ohne die Augen vor der politischen Realität schließen zu wollen, lässt sich immer noch feststellen, dass der Markt Spielräume für gute Ideen, technische Innovationen und Unternehmerinitiativen bietet. Das wollen wir Ihnen mit diesem Heft vielfältig vor Augen führen.

Da gibt es zum Beispiel einen Hausverwalter in Berlin, der Spaß hat an der digitalen Plattformkommunikation. Obwohl das 70 Jahre alte WEG-Gesetz das nicht hergibt, organisiert er Eigentümerversammlungen und kurzfristige Krisengespräche über eine virtuelle Plattform. Da kommt es schon mal vor, dass sich ein Eigentümer zuschaltet, der gerade in China weilt (Bericht S. 38). Offenheit und Freude am Experiment zeigen auch die Planer des in Hamburg entstehenden neuen Stadtteils Oberbillwerder. Deren Horizont reicht bis 2040, es sollen 7.000 Wohnungen für 15.000 Menschen entstehen. Sie werden im Grünen wohnen und energetisch versorgt mit CO2-neutraler Technik (Seite6).

Das Gewerberaummietrecht bietet ein breites Spektrum an Regelungsmöglichkeiten, die im Wohnraummietrecht nicht möglich sein. Durch die Vergrößerung er Möglichkeiten, steigt jedoch auch das Risiko unwirksame Vereinbarungen zu treffen. Dieses Muster enthält einen...

Mehr Bewegung in den Bauprozess könnte das Bauen mit vorgefertigten Wohnmodulen bringen. Die Wohnungsgesellschaft Leverkusen hat sich dazu entschlossen, wie Sie auf Seite 16 nachlesen können. Die Erstellung von Wohnungen dauert nur wenige Tage.

Vor langen Wartelisten warnt indessen ein Projektentwickler für Pflegeimmobilien (Seite66). Im Interview sagt er für die Ballungsräume einen Mangel an Pflegeplätzen in Altenheimen voraus. Es bestehe ein Investitionsbedarf von 70 Milliarden Euro. Gebremst werde privates Kapital durch – na, raten Sie mal – 16 unterschiedliche Landesbauordnungen und kommunale Schranken. Auch Ihr Sonderheft kommt nicht ganz umhin, den staatlichen Regulierungswettbewerb zu thematisieren.

Thomas Engelbrecht

Thomas Engelbrecht
Chefredakteur

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