Glasfaseranschluss macht Gewerbeimmobilien attraktiver
Für die Hälfte der befragten Personen (50,3 %) führe die Verfügbarkeit von Glasfaser zu einer besseren Vermietbarkeit. 42,5 Prozent stellen eine konkrete Wertsteigerung bei gewerblichen Objekten fest. Zudem berichtet fast ein Viertel (24,3 %) von schnelleren Verkaufsprozessen bei mit Glasfaser erschlossenen Objekten. Doch nicht nur die Eigentümerseite profitiere: Mehr als ein Drittel (38,7 %) beobachtet eine höhere Zufriedenheit der Mieter dank stabiler und schneller Konnektivität – ein entscheidender Faktor in einer digitalisierten Arbeitswelt.
Wettbewerb unter Netzanbietern wird begrüßt
Neben dem grundsätzlichen Bedarf an Glasfaser, also dem Zugang zu schnellem und stabilem Internet, zeige die Studie auch ein Verlangen nach mehr Wahlmöglichkeiten bei den Glasfaseranbietern. Eine deutliche Mehrheit von 58,6 Prozent der Immobilienfachleute befürworte ein breites Angebot an Glasfaseranbietern und -produkten. Mehr als ein Drittel (38,8 %) der Experten stimme dieser Aussage sogar „eindeutig zu“. Diese Zahlen signalisierten einen reifen Markt, der nach Wettbewerb und differenzierten Lösungen verlange. Gleichzeitig zeige die Unentschlossenheit von einem Viertel der Befragten (25,6 %), dass noch erheblicher Informationsbedarf besteht.
Das Stadt-Land-Paradoxon
Bemerkenswert seien die regionalen Unterschiede, die die Studie aufdecke: In ländlichen Regionen mit sehr niedriger Bevölkerungsdichte (weniger als 150 Einwohner/km2) werden die höchsten Wertsteigerungen (51 %) bei Gewerbeimmobilien durch Glasfaseranschlüsse verzeichnet. Gleichzeitig ist hier die Verfügbarkeit von Anbietern die größte Hürde bei der Internetanbindung, sagen 38,3 Prozent der Befragten in diesen Regionen. Die Vermietbarkeit von Gewerbeimmobilien profitiert in Gebieten mit niedriger Bevölkerungsdichte (150 bis unter 300 Einwohner/km2) am stärksten (58 %).
Ältere schätzen Vielfalt, Jugend sieht Hürde in den Kosten
Ein überraschendes Ergebnis zeige sich im Generationenvergleich der befragten Immobilienexperten:
- Die Wertschätzung für Anbietervielfalt steigt mit dem Alter der Immobilienprofis signifikant an. Während 43,3 Prozent der 18- bis 29-Jährigen diese begrüßen, sind es bei den über 65-Jährigen 67 Prozent.
- Überraschenderweise lehnt die jüngste Altersgruppe mit 22,4 Prozent am stärksten eine breitere Anbietervielfalt ab und identifiziert die Finanzierung (34,6 %) bei der Ausstattung von Gewerbeimmobilien mit Glasfaseranschlüssen als Haupthürde – fast fünfmal häufiger als die 30- bis 39-Jährigen.
- Erfahrene Immobilienprofis ab 50 Jahren (rund 37 % der Befragten) sehen hingegen primär die mangelnde Verfügbarkeit von Anbietern als Hauptproblem, wenn es darum geht, Objekte mit Glasfaser auszustatten.
Was den Glasfaserausbau noch bremst
Über alle Gruppen hinweg kristallisierten sich drei zentrale Herausforderungen heraus: mangelnde Verfügbarkeit von Glasfaseranbietern vor Ort (32 %), bauliche Hürden im Gebäude (29,7 %) und notwendige Tiefbauarbeiten (23 %). Bemerkenswert: Ein Drittel der Befragten (33,5 %) zeige sich unsicher oder sehe keine Hürden – was sich mit Informationslücken oder bereits erfolgten Erschließungen erklären lasse.
Auch hier zeigten sich regionale Unterschiede: In Gebieten mit sehr niedriger Bevölkerungsdichte (weniger als 150 Einwohner/km2) dominiert das Problem der Glasfaseranbieter-Verfügbarkeit mit 38,3 Prozent. In urbanen Zentren (mit hoher und sehr hoher Bevölkerungsdichte, ab 1.000 bis mehr als 5.000 Einwohner/km2) stehen bauliche Herausforderungen im Vordergrund – sowohl innerhalb der Gebäude (bis zu 37,7%) als auch bei Tiefbauarbeiten (bis zu 32,1%).
Ein weiterer Aspekt, der den Ausbau verzögern könne, sei das Einholen der Eigentümer-Einwilligung. Obwohl dieser Punkt insgesamt nur von 11,3 Prozent der Befragten als Herausforderung genannt werde, sei er in Gebieten mit mittlerer Bevölkerungsdichte (300 bis 1.000 Einwohner/m2) immerhin für jeden sechsten Befragten (16,6 %) ein Faktor, der den Anschluss an Glasfaser verzögert. 9,5 Prozent der Befragten beklagten zudem ausdrücklich, dass ihnen grundsätzlich Informationen zum Thema Glasfaserausbau fehlen.
Digitale Infrastruktur als strategischer Immobilienwert
Die Befragungsergebnisse zeichnen nach Auffassung von 1&1 Versatel das Bild eines Marktes im Wandel, der die wirtschaftliche Bedeutung von Glasfaser erkannt habe, aber effiziente Lösungen für unterschiedliche Anforderungsprofile benötige. Glasfaser sei nicht mehr nur ein technisches Feature, sondern ein fundamentaler Werttreiber, der die Zukunftsfähigkeit von Gewerbeimmobilien maßgeblich bestimme. (Red.)
Redaktion (allg.)
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