ZIA-Frühjahrsgutachten 2026 vorgestellt

Immobilienwirtschaft will weitreichende Strukturreformen

Die Präsidentin des Zentalen Immobilien Ausschuss (ZIA) Iris Schöberl hat am 10. Februar das Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen zur Immobilienwirtschaft 2026 an die Parlamentarische Staatssekretärin im BMWSB, Sabine Poschmann übergeben. Demnach steht die deutsche Immobilienwirtschaft vor massiven Herausforderungen.

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Iris Schöberl, Präsidentin des ZIA, übergibt das Frühjahrsgutachten an Sabine Poschmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bauministerium, während im Hintergrund ein „t“ fehlt. Bild: picture alliance
Iris Schöberl, Präsidentin des ZIA, übergibt das Frühjahrsgutachten an Sabine Poschmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bauministerium, während im Hintergrund ein „t“ fehlt. Bild: picture alliance

Nach zwei Jahren rückläufiger Entwicklung verzeichnete Deutschland 2025 nur ein marginales BIP-Wachstum von 0,2 Prozent. Die Bauwirtschaft ist dabei einer der am stärksten belasteten Sektoren – die Bruttowertschöpfung liegt 25 Prozent unter dem Niveau von 2022.

Zurückhaltung bei den Investitionen

Die Wirtschafts-Nachrichten dieser Tage zeigen keine kleine Delle oder vorübergehende Verstimmung. "Sie sind das Zeichen einer strukturellen Schwäche“, erklärt ZIA-Präsidentin Iris Schöberl. Ihrer Ansicht nach steckt Deutschland in einer strukturellen Krise. Deshalb sei es mit kleinen Reformen nicht getan. Sie sagt: „Eine zukunftsfähige Immobilienwirtschaft entsteht durchs Ermöglichen. Ein Gebäudetyp E, niedrigere Erwerbsnebenkosten, einfachere und einheitlichere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie verlässliche Regeln schaffen die Voraussetzungen für bezahlbaren Neubau, Umbau und Umnutzung – so werden Investitionen in altersgerechte Quartiere, Wohnen, Handel und Wirtschaft wieder angestoßen.“

Professor Lars P. Feld vom Walter Eucken Institut ergänzt: „Die wirtschaftliche Dynamik insgesamt wird gebremst: Investitionen werden zurückhaltender getätigt, Innovationen verzögern sich, Unternehmen können ihr Potenzial nicht vollständig entfalten, und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts auf nationaler wie internationaler Ebene leidet. Kurz: Ohne gezielte Reformen droht ein nachhaltiger Wachstums- und Produktivitätsverlust.“

Wohnungsbau in der Dauerkrise

Besonders alarmierend ist die Situation im Wohnungsbau. Für 2026 werden lediglich 215.000 fertiggestellte Wohnungen erwartet – bei einem jährlichen Bedarf von 257.400 Wohneinheiten bis 2040. „Die Lücke wird größer statt kleiner“, warnt Schöberl. „Während wir dringend bezahlbaren Wohnraum brauchen, bleibt die Bautätigkeit aufgrund von Investitionshemmnissen niedrig.“

Die rund 238.000 Baugenehmigungen im Jahr 2025 bedeuten zwar einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent, doch der massive Einbruch von minus 43,5 Prozent im Jahr 2024 im Vergleich zu 2021 wirkt mit Verzögerung nach. Die Fertigstellungen werden voraussichtlich erst ab 2027 wieder steigen – sofern die Rahmenbedingungen stimmen und Investitionsanreize nicht weiter verspielt werden. „Schneller bauen heißt: weniger Bürokratie – alles andere bremst den Wohnungsbau aus“, betont Iris Schöberl

Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus

Das Gutachten bewertet die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung als unzureichend. „Der ‚Bau-Turbo‘ setzt an den richtigen Stellschrauben an, ist aber nicht die strukturelle Neuerung, der es eigentlich bedarf, um eine durchschlagende und nachhaltige Wirkung zu entfalten“, so Schöberl. „Dass der ‚Bau-Turbo‘ Abweichungen vom Bauplanungsrecht möglich macht, begrüßen wir. Aber der erhoffte Gamechanger ist er nicht“, betont auch Feld. Auch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität bringe nur dann echte Wachstumsimpulse, wenn die Mittel zusätzlich statt ersetzend eingesetzt werden.

„Was wir brauchen, sind keine schrittweisen Anpassungen, sondern grundlegende Strukturreformen“, betont auch der Immobilienweise Feld. Außerdem kirtisiert er: „Die Mietpreisbremse und restriktive Kappungsgrenzen vermindern die Anreize für Investitionen. Wer bezahlbaren Wohnraum will, muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass Bauen und Investieren wieder wirtschaftlich attraktiv werden.“

Klare Forderungen an die Politik

Die Immobilienweisen fordern in ihrem Frühjahrsgutachten 2026:

Redaktion (allg.)

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Seite 8
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