Einbruchzahlen auf historischem Tiefststand

Schutzvorrichtungen und die Präventionsarbeit wirken

Die polizeiliche Kriminalstatistik registriert stark rückläufige Einbruchzahlen. Experten führen das auf die Wirksamkeit von Einbruchschutzmaßnahmen zurück – aber auch Corona könnte Kriminelle im Jahr 2020 gebremst haben.
1105
Weil Türen und Fenster immer besser gesichert sind, steigen Einbrecher häufiger in Keller und Dachböden ein. Bild: stock.adobe.com/bramgino
Weil Türen und Fenster immer besser gesichert sind, steigen Einbrecher häufiger in Keller und Dachböden ein. Bild: stock.adobe.com/bramgino

Das Bundesinnenministerium hat gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2020 veröffentlicht. Die PKS zeigt, dass Einbrüche in Wohnungen und Häuser im letzten Jahr stark zurückgegangen sind: Im Vergleich zum Vorjahr wurden knapp 14 Prozent weniger Einbrüche registriert, das sind insgesamt 75.023 Wohnungseinbrüche (2019: 87.145, angezeigte Einbruchsversuche eingeschlossen). Zudem scheiterten bereits 46,7 Prozent der Wohnungseinbrüche beim Versuch (2019: 45 Prozent) – ein klares Zeichen, dass Einbruchschutzmaßnahmen wirken.

Mehr Einbrüche in Keller und Dachböden

Zusätzlich zu Wohnungseinbrüchen, erfasst die PKS auch Fälle von Diebstahl aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen. Hier wurden für das Jahr 2020 96.188 Fälle verzeichnet (2019: 86.604). Nachdem die Zahlen in den Jahren zuvor stetig gesunken waren, verzeichneten sie zuletzt einen leichten Anstieg. Es sei bedauerlich, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt und die Zahlen um elf Prozent gestiegen sind. Die Entwicklung mache deutlich, dass auch selten genutzte Räume beim Einbruchschutz nicht vernachlässigt werden dürften. Die durch Wohnungseinbrüche entstandeneSchadenssumme (nur Diebesgut/Beute) sei 2020 erneut gesunken und lag bei 216Millionen Euro (2019: 291,9 Mio. Euro).

Obwohl die diesjährige PKS zeige, dass präventive Maßnahmen und andauernde Aufklärungsarbeit wirken, sei noch unklar, welchen Zusatzeffekt die Corona-Pandemie hatte. Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes vermutet: „Durch verstärktes Arbeiten von zu Hause hatten Einbrecher im vergangenen Jahr weniger Tatgelegenheiten. Ob sich der erfreuliche Trend der sinkenden Einbruchzahlen langfristig fortsetzt, muss sich daher noch zeigen.“ Er rät weiterhin, sich präventiv gegen Einbrüche zu schützen.

Häuser können in einzelne Eigentumswohnungen aufgeteilt sein (Wohnungseigentumsgemeinschaft) oder im Ganzen einer Person oder einer Gesellschaft gehören. Dieses Muster enthält einen vollständigen Mietvertrag für eine Wohnung, die keine Eigentumswohnung ist und...

Arbeit im Homeoffice könnte Einbrecher ferngehalten haben

Damit die Einbruchzahlen auch unabhängig von der Pandemie nachhaltig sinken, mahnt Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“: „Beim Thema Einbruchschutz gilt das Gleiche wie in der Pandemie: Ein Rückgang der Zahlen ist das Ergebnis von Aufklärung, nachhaltigen Anstrengungen und präventiven Maßnahmen. Wir dürfen uns daher nicht auf den Zahlen ausruhen und leichtsinnig werden, sonst riskieren wir einen erneuten Anstieg.“ Dies sei am besten durch maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte möglich, die sich an die individuellen Anforderungen anpassen. Insbesondere bei einer Aufklärungsquote von nur 17,6 Prozent, seien private Investitionen in Sicherheitstechnik sehr zu empfehlen.

Der Einbau von Sicherheitstechnik muss immer durch Fachleute erfolgen. Die Initiative für aktiven Einbruchschutz informiert dazu auf der Internetseite www.nicht-bei-mir.de. Dort finden Interessierte auf einer interaktiven Karte qualifizierte Sicherheitsunternehmen.

Quelle: Initiative Nicht-bei-mir

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan
AnhangGröße
Beitrag als PDF herunterladen448.58 KB

◂ Heft-Navigation ▸

Artikel Schutzvorrichtungen und die Präventionsarbeit wirken
Seite 32
1.12.2023
Einbruchhemmende Komponenten für Fenster und Türen
Die Widerstandsfähigkeit von Fenstern und Türen gegen Einbrecher lässt sich mit diversen technischen Komponenten enorm steigern. Wir erklären Technik und Normen.
29.11.2021
Wichtig für Eigentümergemeinschaften
Der Schutz der Wohnung vor Einbrüchen ist für Eigentümer jetzt einfacher: Im WEMoG ist ein Anspruch auf Maßnahmen, die dem Einbruchschutz dienen, verankert. Allerdings hat die Eigentümergemeinschaft...
8.8.2023
Mehr Sicherheit im Quartier – so geht’s
Für viele Menschen ist ein sicheres Zuhause von entscheidender Bedeutung. Glücklicherweise gibt es heute eine Vielzahl von Technologien und Methoden, die dazu beitragen können, die Sicherheit von...
20.10.2022
Cyberkriminalität
Der Digitalisierungsgrad der Immobilienbranche steigt – und damit auch das Risiko für Cyberangriffe.Nur eine bewusste und cybersichere Nutzung von Software und Tools kann der...
1.4.2022
BBU-Marktmonitor 2021 für Berlin und Brandenburg
Die Wohnungsmärkte bieten ein unterschiedliches Bild. Während die Mieten in Berlin stagnieren oder sogar leicht zurückgehen, sind sie in Brandenburg im leichten Aufwärtstrend. Den geringen...
1.8.2023
Video-Kameraüberwachung
Videokameras überwachen Gebäude, Anlagen oder Baustellen, dokumentieren Aktivitäten, kontrollieren Soll- und Ist-Stände, beugen Schäden, Einbrüchen und Diebstählen vor. Technisch und...