Um günstig, warm und klimafreundlich durch den Winter zu kommen, sollten sich Verbraucher daher auf die kalte Jahreszeit vorbereiten und Tipps zum Heizverhalten berücksichtigen, rät das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau. „Wer im Winter vernünftig heizt und lüftet, kann die Heizkosten um bis zu 20 Prozent reduzieren“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Je nach Größe und energetischem Standard der Wohnung sind das immerhin 100 bis 250 Euro pro Jahr.
Optimale Raumtemperatur wählen und Raumwärme halten
Der größte Fehler, den Verbraucher machen können, besteht darin, die Wohnung zu stark zu heizen. Eine um ein Grad Celsius höhere Raumtemperatur erhöht die Heizrechnung um sechs Prozent. Es lohnt sich also, nicht zu viel zu heizen. Auch eine angemessene Kleidung hilft: Wer in der kühlen Jahreszeit einen Pulli über das T-Shirt streift, kann die Raumtemperatur um ein bis zwei Grad absenken, und fühlt sich genau so wohl wie vorher.
Im Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer liegt die optimale Raumtemperatur tagsüber bei 19 bis 20 Grad. Hierzu stellt man das Thermostatventil auf Stufe drei. Höhere Stufen sind meist nicht nötig und bedeuten Raumtemperaturen über 20 Grad. Auch interessant ist: Wer die Heizung in diesen Räumen bereits eine Stunde vor der Nachtruhe herunterdreht, spart beim Schlafen rund 25 Prozent Kosten. Am besten funktioniert das über die Zeitschaltuhr am Heizungsregler im Keller. Dort kann für die Nachtstunden entweder direkt eine um fünf Grad niedrigere Raumtemperatur eingestellt werden oder die Vorlauftemperatur wird um etwa 15 Grad abgesenkt.
Im Schlafzimmer, Flur oder nur selten benutzten Räumen kann es generell etwas kühler sein. Doch Vorsicht: Eine Temperatur unter 15 Grad lässt die Feuchtigkeit der Raumluft an den Wänden leichter kondensieren; das wiederum erhöht das Schimmelrisiko. Tagsüber sollte das Thermostat deshalb zwischen eins und zwei stehen. Nachts reicht im Schlafzimmer eine Temperatur von 15 bis 16 Grad aus. Morgens sollte die Heizungsanlage eine Stunde vor dem Erwachen der Bewohner anspringen, damit es in der Wohnung beim Aufstehen bereits warm ist. Beim Verlassen der Wohnung oder während eines Urlaubs sollten die Bewohner die Heizung ebenfalls herunterregeln. Auch hier reichen 15 Grad Raumtemperatur aus.
Die Türen zwischen wärmeren und kühleren Räumen sollten geschlossen bleiben. Sonst „heizen“ die wärmeren Räume ungewollt die kühleren mit. Durch das Herunterlassen der Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit lässt sich der Wärmeverlust vor allem bei älteren Fenstern weiter reduzieren und somit Energie sparen.
Quer- statt Dauerlüften
Vorsicht ist besonders vor dauerhaft gekippten Fenstern geboten. Die Luft tauscht sich nur sehr langsam aus, während zu viel Wärme verloren geht und das Mauerwerk rund um das Fenster auskühlt. Das ist ineffizient, teuer und kann Schimmelbildung begünstigen. Für einen effizienten Luftaustausch sorgt dagegen regelmäßiges Stoß- und Querlüften: Fünf bis zehn Minuten lang alle Fenster weit öffnen und richtig durchlüften. Die Heizkörper sollten abgedreht und die Türen zu den anderen Räumen geöffnet sein. So wird die verbrauchte, feuchte Raumluft durch frische, trockene Außenluft ersetzt, ohne dass die Wände auskühlen.
Wärmestau vermeiden
Wenn Heizkörper durch Möbelstücke, Vorhänge oder Verkleidungen verdeckt sind, kann sich die warme Luft nicht gleichmäßig im Raum verteilen. Das führt zu einem Wärmestau. Experten schätzen, dass verdeckte Heizkörper bis zu 40 Prozent mehr Energie benötigen. Damit die Luft im Raum optimal zirkuliert, sollten die Heizkörper stets frei von Gegenständen gehalten werden. Möbelstücke sollten mit einem Abstand von 5 bis 10 Zentimeter zur Außenwand stehen, damit die Raumluft auch hinter dem Inventar zirkuliert. So wird verhindert, dass die Wände zu stark auskühlen und sich damit die Luftfeuchtigkeit an der Wandoberfläche niederschlägt – auch das dient der Vermeidung von Schimmel.
Neutrale Informationen gibt es kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de.











