Sensorisch gesteuerte Lüftungsflügel regulieren die Temperatur und Lüftung in jedem Raum. Die massive Gebäudehülle mit hochwärmedämmenden Thermoziegeln, vorgesetzter Holzverschalung sowie mehrfach verglasten Fenstern dient als Wärmspeicher, welcher sich aus Sonneneinstrahlung und der natürlichen Abwärme von Bewohnern, elektrischen Geräten und Alltagstätigkeiten wie z.B. Kochen speist.
Das Ziel: eine konstante Raumtemperatur zwischen 22 und 26 °C
Ein Backup-Heizsystem in Form eines Heizpapiers auf 24V-Basis sorgt für die Abdeckung von besonderen Wärmebedarfen bzw. Spitzenlasten. Die Stromgewinnung dazu erfolgt über eine PV-Anlage auf
dem Gründach des Gebäudes.
Die moderne Haustechnik wird mit einer besonders ressourcen- und kostenschonenden Bauweise kombiniert. Dicke Wände aus holzfasergefüllten Wärmedämmziegeln und tiefeingelassene Fenster halten das Gebäude im Winter warm und im Sommer angenehm kühl. Die Verwendung recycelter Baustoffe in den Außenanlagen und an der Fassade sowie die konsequent sortenreine Baukonstruktion ohne Verbundmaterialien unterstreichen den ökologischen Anspruch der Bauweise.
„e“ steht für einfaches, experimentelles und nachhaltiges Bauen
Als Pilotprojekt des Gebäudetyps „e“, ist es eines der bundesweit ersten Wohngebäude dieser Art. Dieses Konzept dient zur Erprobung alternativer Bau- und Wohnformen mit dem Ziel, hochwertige Wohnverhältnisse zu günstigen Kosten sicherzustellen.
Die Vorteile spiegeln sich in reduzierten Baukosten, hoher Energieeffizienz und deutlich niedrigeren Lebenszykluskosten wider: Der Aufwand und damit auch die Kosten für Planung, Beschaffung und Wartung der Haustechnik entfällt, die Betriebskosten und somit die Mietnebenkosten bleiben vergleichsweise niedrig.
Entwicklung eines Piloten bis hin zur Markreife
Im Jahr 2021 veröffentlichte die Stadt Ingolstadt eine Ausschreibung für ein Grundstück in Friedrichshofen.
Ziel war die Errichtung eines EOF-Wohngebäudes in nachhaltiger Bauweise. In Zusammenarbeit mit der Architektenpartnerschaft Neuburger, Bohnert und Müller entwickelte und reichte die GWG ein entsprechendes Projektkonzept ein. Dieses Konzept konnte sich im Vergabeverfahren durchsetzen, im Anschluss erfolgte der Grundstückserwerb.
Parallel dazu entwickelte das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr das Pilotprojekt „Gebäudetyp e“ und wandte sich mit einer Anfrage an die GWG. In Folge dessen beteiligte sich die Wohnungsbaugesellschaft mit dem Projekt an der Steigerwaldstraße, welches eines von bayernweit 19 Pilotprojekten des Gebäudetyp „e“ darstellt.
Somit wurde das Vorhaben in Friedrichshofen sowohl nach den Maßstäben des Gebäudetyps „e“ – also einfach oder experimentell – als auch nach dem Prinzip 22·26 entwickelt und umgesetzt.
Die Architektur ist anspruchsvoll und die Bauausführung entspricht hoher Qualität. Gewählt wurden Lärchenholzfenster, Innenwände ebenfalls als Ziegelbau, hochwertiger Tonziegelboden, zwei Treppenhäuser mit Aufzug sowie eine zusätzlich hinterlüftete Holzfassade.
Quelle: Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH
Bautafel und weitere Fakten:
15 Wohneinheiten
2-, 4- und 5-Zimmerwohnungen
Wohnfläche 52 m² bis 109 m²
Wohnfläche gesamt 1.276 m²
Grundstücksfläche: 2.220 m²
Grundfläche: 1.261 m²
Geschossfläche: 1.795 m²
GRZ: 0,57
GFZ: 0,8
Bauzeit: Mai 2024 bis November 2025
öffentlich gefördert nach EOF
Miete Grundmiete 13,50 € / m² / mtl. zzgl. NK
verringert sich je nach Einkommensverhältnis & Zusatzförderung auf 6,60 €, 7,00 € oder 8,00 €.
Baukosten
Grundstückskosten 100: 1.263.236 EUR
voraussichtliche Baukosten Fertigstellung: 200-700 5.590.000 EUR
Baukosten 300 + 400: 3.764.200 EUR
= 2.950,00 € pro m² Wohnfläche
Kostenersparnis gegenüber konventionellem Bau: 10 bis 15 %
Förderung im Bayerischen Wohnungsbauprogramm:
Staatliches Baudarlehen 4.609.700,00 €
Gesamtzuschuss: 1.150.700,00 €















