Bauland-Initiative

Hessen hilft seinen Kommunen auf die Sprünge

11.07.2019

Der Bedarf an Wohnraum kann auch in Hessen nicht gedeckt werden. Das Bundesland hatte daher 2017 in Kooperation mit der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt sowie der Hessischen Landgesellschaft die Bauland-Offensive Hessen GmbH gegründet (BOH). Sie unterstützt Kommunen dabei, mindergenutzte oder gar brach gefallene Flächen zu finden und vermarktungsreif zu machen.

Im Vorergrund ist eine Brache zu sehen. Erstes Räumgerät arbeitet.. Im Hintergrund sind fertige Wohngebäude zu sehen.
Das Land, Nassauische Heimstätte und Hessische Landgesellschaft bündeln Kräfte, um hessische Kommunen bei der Baulandentwicklung zu unterstützen. FOTO: BOH

Bauland-Offensive zieht positive Bilanz

86 Anfragen aus 68 Kommunen liegen bislang vor, acht davon sind in der Vorprüfung, 15 Marktanalysen wurden bereits fertiggestellt, 22 sind in Bearbeitung. In 39 Fällen lohnte sich eine Begutachtung nicht, meist waren diese Flächen zu klein. Aktuell hat die BOH 375 Hektar Flächen in Begutachtung. Diese beinhalten 246 Hektar Netto-bauland und 131 Hektar Wohnfläche. Letztere entspricht planerisch einem Potenzial für rund 12.700 Wohnungen.

Von der Analyse bis hin zu Handlungsempfehlungen

Die Arbeit umfasst stets zwei Schritte. Zuerst zeigt die BOH wirtschaftliche tragfähige Nachnutzungsstrategien für diese Gebiete auf. Die zugrunde liegende Machbarkeitsstudie deckt im Wesentlichen vier große Bereiche ab: Grundlagenanalyse zu Strukturdaten, Standort und Markt, Bebauungskonzept, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Handlungsempfehlung.

Auf dieser Basis entscheiden die Parlamente, ob und mit welchem Entwicklungsträger das Vorhaben weiter verfolgt wird. Im zweiten Schritt geht es dann um die konkrete Planung und Umsetzung bis hin zur Vermarktung. Entscheidet sich die Kommune für die BOH als Partner, wird sie Gesellschafterin der Bauland-Offensive, die wiederum als „Bauamt auf Zeit“ die Baulandentwicklung in Kooperation mit erfahrenen Entwick-lungspartnern im Treuhandauftrag durchführt.

Die Vorteile für die Kommunen:

  • Die BOH-Analyse zeigt, ob die Entwicklung preisgünstigen Wohnraums insbesondere im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit realisierbar ist
  • die Machbarkeitsstudien werden vom Land subventioniert, die Kommunen müssen nur einen kleinen Anteil der Kosten tragen
  • Kommunale Verwaltungen können sich auf das Know-How und die personellen Ressourcen der BOH verlassen
  • Die treuhänderische Übernahme erlaubt es, größere innerstädtische Areals zu entwickeln, ohne den Haushalt über die Maßen zu belasten

Rund 20.000 Wohnungen müssten laut dem Darmstädter Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) bis 2040 pro Jahr in Hessen gebaut werden, um den Bedarf zu decken. Macht summa summarum eine halbe Millionen neue Wohnungen, für die es aber nicht genügend Bauland gibt.

Die vom Land Hessen gegründete jüngste Tochter der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt erweist sich als wirksames Mittel gegen den akuten Wohnraummangel. Fortsetzung erwünscht: Interessierte Kommunen sind nach wie vor willkommen.

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