Kompakte Baukörper vermitteln zur benachbarten Genossenschaftssiedlung

Die Wohnungsbaugenossenschaft "Berolina" hat gemeinsam mit Arnold und Gladisch Architekten mit hohem Qualitätsanspruch eine Wohnanlage unmittelbar am ehemaligen Mauerstreifen in Berlin-Mitte errichtet, die städtebaulich geschickt zur Zeilenbauweise der anschließenden Genossenschaftsbestände vermittelt. Sie bekam dafür einen von zehn Bauherrenpreise 2016.

FOTO: W. HUTHMACHER
FOTO: W. HUTHMACHER

Die unmittelbar am ehemaligen Mauerstreifen gelegene Wohnanlage bietet innerstädtische Mietwohnungen in bester zentraler Lage. Die kompakten, freistehenden Baukörper vermitteln städtebaulich geschickt zur durchgrünten Zeilenbauweise der benachbarten enossenschaftssiedlung.

Die gewählte ruhige Gestaltung steht in der Tradition des Siedlungsbaus der 1920er Jahre. Hinsichtlich Materialität, Gliederung und Detaillierung wurden Elemente dieser Epoche zeitgemäß interpretiert. Das Gebäude an der Sebastianstraße ist das höchste der fünf Häuser und akzentuiert als Kopfbau das neue Ensemble. Die kompakte Geometrie der Baukörper sowie standardisierte Bauteile haben ebenso kostendämpfend gewirkt wie die gemeinsame Vergabe des Ensembles in gewerkweiser Einzelvergabe.  

Der Energiebedarf liegt dank der Nutzung der anliegenden Fernwärme, der kontrollierten Wohnraumlüftung und der Solarthermie 45 Prozent unter den Anforderungen der gesetzlichen Mindeststandards im Neubau (KfW 55, EnEV 2009).

Das Wohnungsangebot von Zwei- bis Fünfzimmer-Wohnungen spricht unterschiedliche Nutzergruppen an. Singles, Paare und vor allem Familien mit Kindern sorgen für eine vielfältige und lebendige Bewohnerstruktur. Die bauliche Lösung wurde in mehreren Entwurfs-Workshops gefunden.

Durch die unterschiedliche Ausrichtung und Höhe der Gebäude sowie durch die Variation der Fassadengestaltung entstanden individuelle Baukörper in  einem gemeinsamen Außenraum mit großzügig angelegten Grünflächen. Der ruhende Verkehr wird über eine zentrale Tiefgarage mit 83 Stellplätzen bedient, die von vier Häusern aus per Aufzug zu erreichen ist. Der deutlich überwiegende

Großteil der Wohnungen, die Tiefgarage und das Wohnumfeld sind somit barrierefrei erschlossen. 

Die Jury würdigte, dass die Bauherrin ihren hohen genossenschaftlichen Qualitätsanspruch überzeugend umgesetzt hat.

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