Modernisierungskosten durch Fördergelder senken

14.05.2014

Nicht nur für Autofahrer hat sich ab 1. Mai mit neuem Bußgeldkatalog und der Punktereform einiges geändert. Auch die neue Energiesparverordnung (EnEV 2014) trat an diesem Tag in Kraft.

Wer clever baut kann doppelt sparen - bei den Energiekosten und durch Fördergelder! Foto: Frank Ulbricht/pixelio.de
Wer klever baut kann doppelt sparen - bei den Energiekosten und durch Fördergelder! Foto: Frank Ulbricht/pixelio.de

Bereits vorher musste sich jeder, der neu baute oder modernisierte, an die EnEV  halten. Sie gibt die gesetzlich einzuhaltenden, bautechnisch Standardanforderungen für den Energiebedarf und Wärmeschutz von neuen und bestehenden Gebäuden vor.

Die EnEV 2014 erhöht nun aber nicht nur die Anforderungen für Neubauten in 2 Jahren. An dieser Stelle gibt es einen kurzen Überblick, worauf zukünftige und jetzige Hauseigentümer, Planer und Handwerker achten müssen und wofür Fördergelder beantragen werden können.

Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizkessel und Nachrüstpflicht zur Dachdämmung
Heizkessel die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden, nach dem 1. Januar 1985 eingebaute Kessel müssen nach 30 Jahren durch einen neuen Kessel ersetzt werden. Die Nachrüstpflicht  betrifft allerdings nur Standardtemperaturkessel, ausgenommen sind die größten Teils vorhandenen Niedertemperatur- und Brennwertkessel.

Auch oberste Geschossdecken, die direkt ans unbeheizte Dachgeschoss angrenzen, müssen bis Ende 2015 den geforderten Mindestwärmeschutz erfüllen. Dabei kann die oberste Geschossdecke gedämmt werden oder das Dach selbst.

Für Ein- und Zweifamilienhausbesitzer gilt sowohl bei Heizkessel als auch der Dachdämmung  eine Ausnahme. Wer zum 1. Februar 2002 sein Haus selbst genutzt hat, ist von der Verpflichtung befreit. Bei Eigentümerwechsel, muss die Austausch- bzw. Nachrüstpflicht allerdings durch den neuen Hausbesitzer innerhalb von 2 Jahren erfolgen.

Zuschüsse und Förderkredite nutzen
- über 1.150 Heizung-Förderungen und ca. 440 Förderungen zur Wärmedämmung

Wer sich bei einer neuen Heizung oder der Wärmedämmung für umweltfreundliche und besonders energieeffiziente Produkte und Techniken entscheidet, kann dafür zumeist auf Fördergelder zurückgreifen.

In Deutschland stehen über 1.150 Förderungen für moderne Heizungen bereit, über 1.000 davon sind lohnende Bargeldzuschüsse, zumeist von Städten, Gemeinden und Energieversorgern. Durchschnittlich kann mit einen Zuschuss von € 250,- bis 500,-, mitunter mehr gerechnet werden. Für Dämmarbeiten stehen ca. 440 Förderungen bereit, ca. 360 davon sind ebenfalls lohnende Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Je nach Förderprogramm unterschiedlich, beteiligen sich Kommunen zumeist prozentual anteilig an den Kosten (in der Regel 5% bis 10% der Kosten, mitunter sogar mehr) oder legen einen Zuschuss je m² gedämmter Dachfläche fest (durchschnittlich, ca. 5 bis 15 €/m²). Oft gilt zudem ein Maximalbetrag als Förderhöchstgrenze je Haus.

Bauherren und Hauseigentümer können sich unter www.foerderdata.de kostenlos über Zuschüsse und Förderkredite informieren. In der umfassenden Fördermitteldatenbank werden alle Förderungen zum Bauen, Modernisieren und dem Einsatz Regenerativer Energien aktuell recherchiert. Über eine einfache Suchfunktion, können passende Förderungen für ein bestimmtes Bauvorhaben schnell und einfach gefunden werden.

Staatliche Zuschüsse von BAFA und KfW
Bundesweit bezuschusst der Staat Erneuerbare-Energien-Heizungen mit einem Zuschuss vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Für eine Brennwertheizung mit solarer Heizungsunterstützung gibt der Bund Hauseigentümern gut € 2.000,- bis zu 4.100,- dazu, für einen Pelletkessel € 2.400,- bis zu 3.600,-, für eine Luft-Wärmepumpe € 1.300,- bis 2.100,- oder eine Erdwärmepumpe € 2.800,- bis zu 12.300,-. Der Zuschuss richtet sich dabei nach der Größe der Heizungsanlagen.

Zusätzlich zum BAFA-Zuschuss kann bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ein Ergänzungskredit beantragt werden. So ist es möglich eine Heizungsmodernisierung in Wohngebäuden komplett durch Kredit und Zuschuss zu finanzieren.

Für private Hauseigentümer werden auch konventionelle Heiztechnik und Wärmedämmarbeiten von der KfW bezuschusst. (KfW-Programm Energieeffizient Sanieren – Einzelmaßnahme). Das der Zuschuss auch wirklich für energieeffiziente Maßnahmen eingesetzt wird, sichert die KfW ab. Ein von ihr anerkannter Energieberater muss die Planung und Durchführung der Modernisierung als förderfähige Maßnahme bestätigen.

Alternativ zum Zuschuss bietet die KfW an, Modernisierungsarbeiten über einen Kredit (Energieeffizient-Sanieren-Kredit) zum verbilligten und für die ersten 10 Jahre festgeschriebenen Zinssatz von 1,0 % zu finanzieren.

Je nach Bundesland können Hauseigentümer gegebenenfalls von  weiteren Zinsvorteilen der Landesbanken profitieren. Einige verbilligen in ihren Förderprogrammen den Zinssatz der KfW nochmals, durchschnittlich um weitere um 0,25 %.

Energieausweise werden ab Mai registriert
Wer neu baut, sein Haus verkauft, vermietet oder verpachtet, braucht einen Energieausweis. Im Energieausweis wird nun die Zuordnung eines Hauses zu einer bestimmten Effizienzklasse (A bis H) eingeführt. Den niedrigsten Energiebedarf stellt die Klasse A+ dar, mit einer Einordnung nach H wird hingegen ein sehr hoher Energiebedarf gekennzeichnet. Die neue EnEV verpflichtet Verkäufer und Neuvermieter zukünftig, Energiekennwerte aus dem Energieausweis bereits in einer Anzeige mit zu veröffentlichen.
Zudem ist vorgesehen, dass Energieausweise ab Mai 2014 bei einer zentralen Stelle, dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) registriert werden um sie nachverfolgen und prüfen zu können. Die kostenpflichtige Registrierung und  Prüfung von Daten und Haus erhöht allerdings zukünftig Kosten und Aufwand für den Energieberater.

Eigenheimbesitzer benötigen keinen Energieausweis, wenn für ihr Haus vor dem 1. Oktober 2007 ein Bauantrag gestellt wurde. Allerdings müssen sie sich bei anstehenden Modernisierungen auch an die Anforderungen der EnEV halten. Wer im Eigenheim wohnt und Energiekosten sparen will, kann eine Energieberatung nutzen. Dafür gibt es ebenfalls finanzielle Unterstützung von vielen Seiten. Über 350 Energieberatungs-Förderungen stehen bereit, fast ausschließlich Zuschüsse.

Bußgeld zukünftig auch für Hauseigentümer?
Bei anstehenden Modernisierungsarbeiten müssen bauausführende Fachhandwerker und Planer ohnehin die gesetzlichen Anforderungen  der Energieeinsparverordnung (EnEV) einhalten. Ob das Bauvorhaben dann wirklich wie geplant umgesetzt wird, liegt aber letztendlich in der Verantwortung des Bauherrn.  Ein Zuwiderhandeln der EnEV gilt als Ordnungswidrigkeiten, hier sind die Länder zuständig.

Hauseigentümer sollten wissen: Die Heizkosten steigen immer weiter, die EnEV gibt nur Mindestanforderungen zur Eindämmung der Energieverluste vor. Viele Modernisierungslösungen können bei vergleichsweise geringen Mehrkosten heutzutage allerdings weitaus mehr. Hier lässt sich zukünftig Jahr für Jahr bares Geld sparen. Zudem werden oftmals auch Förderbedingungen an die EnEV-Anforderungen geknüpft. Wer hier clever baut und modernisiert, kann doppelt sparen. Mittel- und langfristig durch eine deutliche Reduzierung der Energiekosten und bereits bei der Planung, indem öffentliche Fördergelder genutzt werden.

Die EnEV einzuhalten lohnt sich also allemal. Wer noch energiesparender baut und modernisiert, spart auf lange Sicht sogar mehr.

Foto: Frank Ulbricht/pixelio.de

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