VSWG Jahresstatistik 2017

Neubau geht weiter – Baugenehmigungen zum Teil schleppend

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) stellt eine steigende Neubautätigkeit seit 2012 fest. Allein im Jahr 2017 wurden 479 Wohneinheiten errichtet. Die Leerstandsquote liegt etwa bei 8 Prozent. Im Freistaat Sachsen existiert somit ein Überangebot an Wohnungen.

Sven Winkler, Referent Betriebswirtschaft, und Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG, präsentierten die Zahlen zur Jahresstatistik 2017
Sven Winkler, Referent Betriebswirtschaft, und Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG, präsentierten die Zahlen zur Jahresstatistik 2017

In seiner Bilanz für 2017 stellt der VSWG fest, dass die im Verband organisierten Wohnungsgenossenschaften 32.938 Wohnungen und damit einen großen Teil ihres ursprünglichen Wohnungsbestandes durch Rückbau oder teilweisen Rückbau vom Markt genommen haben.

Neubau und Rückbau schließen sich nicht aus

Während sich der Rückbau in den letzten drei Jahren auf einem relativ konstanten Niveau eingepegelt hat, lässt sich seit 2012 eine steigende Neubautätigkeit feststellen. Allein im Jahr 2017 wurden 479 Wohneinheiten errichtet. Damit liegt die tatsächliche Neubaufertigstellung unter den Prognosen für das Jahr 2017 (550 bis 650 Wohneinheiten).

Der Leerstand in den sächsischen Wohnungsgenossenschaften beträgt zum 31.12.2017 insgesamt 21.643 Wohnungen (Vorjahr: 21.602 WE). 62,8 Prozent des Leerstands sind langfristiger Art (Vermietungsschwierigkeiten, Rückbau und Unbewohnbarkeit infolge baulicher Mängel) und Ausdruck eines Überangebots an Mietwohnungen im Freistaat Sachsen.

Neubau geht weiter

In Summe planen die sächsischen Wohnungsgenossenschaften, im Jahr 2018 bis zu 493 Wohneinheiten fertigzustellen. Der Neubautrend beschränkt sich nicht nur auf die drei sächsischen Ballungszentren Dresden, Leipzig und Chemnitz, sondern erstreckt sich verstärkt auf Ober- und Mittelzentren, wie beispielsweise Döbeln, Ottendorf-Okrilla, Espenhain, Cossebaude, Meißen oder Freital. Dabei ist festzuhalten, dass sich Neubau und Rückbau keineswegs ausschließen und Neubauprojekte somit auch in schrumpfenden Regionen sinnvoll sein können. Diese dienen vor allem dazu, neue Zielgruppen zu aktivieren oder Angebote zu schaffen, die im Bestand nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand herzustellen wären.

Bezahlbares Wohnen als Grundwert der Genossenschaft

Die sächsischen Wohnungsgenossenschaften stehen weiterhin für bezahlbares Wohnen. So liegt die Durchschnittsmiete der knapp 271.000 Wohnungen mit 4,82 Euro/m2 Wohnfläche weiterhin deutlich unter der 5-Euro-Marke. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein moderater Anstieg von knapp 1,2 Prozent. Die Erhöhung der Nutzungsgebühr ist unter anderem auf die erhöhte Neubauaktivität zurückzuführen, die aufgrund der gestiegenen Baupreise und baurechtlichen sowie energetischen Anforderungen mit Mieten im Bereich von 8,50 bis 11 Euro/m2 zu Buche schlagen. Weitere Mietsteigerungen lassen sich durch Modernisierungen im Bestand sowie auf Anpassungen der Nutzungsgebühr an gestiegene Kosten bzw. den Mietspiegel erklären. Weiterhin variiert die Höhe der durchschnittlichen Nutzungsgebühren innerhalb Sachsens stark. Dabei reicht die Bandbreite von durchschnittlich 3,08 Euro/m2 bis zu 5,97 Euro/m2. Die Höhe der Nutzungsgebühr ist stark abhängig von der Ausstattung und Lage der Wohnung sowie vom regionalen Wohnungsmarkt.

Die Betriebskosten haben sich gegenüber dem Vorjahr um einen Cent auf 2,13 Euro reduziert. Dabei gingen die Betriebskosten für die Warmwasserbereitung und Heizung um 6 Cent zurück, während die kalten Betriebskosten um 5 Cent je Quadratmeter anstiegen.

Die 210 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) organisierten Wohnungsgenossenschaften sind ein bedeutender Faktor im sächsischen Wohnungsmarkt. Sie bewirtschaften mit insgesamt 270.587 Wohneinheiten 18,1 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund einer halben Million Menschen ein zukunftssicheres Zuhause.

Weiterführende Links:
https://www.vswg.de/

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