Zuwachs nur bei Einfamilienhäusern
Bei den Genehmigungen von Wohnungen in Einfamilienhäusern ist ein Plus von 14,1 Prozent zu verzeichnen. Doch bei den Zweifamilienhäusern sank die Zahl der Genehmigungen um 8,3 Prozent. Auf der Stelle tritt die Anzahl der genehmigten Wohnungen bei den Mehrfamilienhäusern mit +0,1 Prozent. Doch gerade der Bau von Mehrfamilienhäusern wäre für den angekündigten Bau-Turbo entscheidend. Insgesamt wurde in den ersten sechs Monaten des Jahres der Bau von 110.000 Wohnungen genehmigt, darunter 57.300 Einheiten in Mehrparteienhäusern.
Zurückhaltende Reaktionen aus der Immobilienwirtschaft
Dementsprechend zurückhaltend fallen die Reaktionen der Branchenverbände aus. Die Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA sagte zu den Zahlen sie seien „auf den ersten Blick positiv, auf den zweiten enttäuschend“. Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer Tim-Oliver Müller vom Hauptverband der deutschen Bauindustrie: „Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres müssen wir eine gedämpfte Bilanz für den Wohnungsbau ziehen. Denn der enorme Wohnungsmangel in Ballungsgebieten und ihrem Umland hält trotz hohen Bedarfs weiter an. Die Zahlen sprechen hier eine deutliche Sprache.“
Entspannung nicht in Sicht
Keinen Grund zum Aufatmen sieht auch der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Deren Präsident Axel Gedaschko warnt: „Für die Menschen, die auf bezahlbare Mietwohnungen angewiesen sind, gibt es keinerlei Entlastung. Damit verschärft sich die Lage auf den Wohnungsmärkten weiter. Der Mangel an Mehrfamilienhäusern gefährdet nicht nur den sozialen Frieden, sondern auch den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes“.
Günstiger Bauen kann den Bau-Turbo in Schwung bringen
Gefordert werden von den Verbänden die Absenkung der Baukosten, mehr Planungssicherheit und eine Beschleunigung der Verfahren. Eine Neuauflage der EH 55 Förderung fordert der GdW: Damit ließen sich kurzfristig bis zu 120.000 Wohnungen realisieren.
Bauland fehlt
Gerade bei der Planungs- und Genehmigungsverfahren für Bauland sieht der Hauptverband der deutschen Bauindustrie eine Blockade für den Bau-Turbo. Hauptgeschäftsführer Müller weist darauf hin, dass in den sieben wichtigsten Städten Deutschlands 2011 knapp sechs Millionen Quadratmeter Bauland verkauft wurden, 2024 hingegen war es mit 1,6 Millionen nur noch ein Viertel.
GdW fordert rasches Handeln
Axel Gedaschko vom GdW sieht in Anbetracht aktuellen Entwicklung bei den Baugenehmigungen akuten Handlungsbedarf: „Die Zahlen belegen schwarz auf weiß, dass die Politik beim Mietwohnungsbau nicht länger zusehen darf. Jeder weitere Monat Stillstand setzt die Zukunftsfähigkeit Deutschlands als Wirtschafts- und Wohnstandort aufs Spiel. Nur wenn wir jetzt konsequent den Bau von Mehrfamilienhäusern ermöglichen, bleiben unsere Städte lebenswert und unser Land stabil“.











