Kommunales Wohnungsunternehmen leistet mit seriellem Bauen und dezentraler Energieerzeugung Pionierarbeit

Wie ganze Wohnquartiere klima-, ressourcenschonend und fit für die Zukunft gemacht werden können, zeigt die Städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH (SWG) Nordhausen aktuell mit einem Pionierprojekt im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen. Mit dem seriellen Wohnungsbau nutzt die SWG als eines der ersten Unternehmen in Ostdeutschland die Rahmenvereinbarung ‚Serielles und modulares Bauen‘ des GdW.

Drei vorhandene Plattenbauten werden maßvoll umgestaltet. U.a. werden die Bestandskörper durch gemeinsame Terrassenzone städtebaulich miteinander verbunden und erhalten so eine barrierefreie Erschließung. Die Terrasse schafft gleichzeitig einen Pufferspeicher für Regenwasser. Siegerentwurf von ©Hütten & Paläste Architekten, Berlin, mit herrburg Landschaftsarchitekten, Berlin und mit eZeit Ingenieure, Berlin sowie mit ZRS Architekten GvA mbH, Berlin
Drei vorhandene Plattenbauten werden maßvoll umgestaltet. U.a. werden die Bestandskörper durch gemeinsame Terrassenzone städtebaulich miteinander verbunden und erhalten so eine barrierefreie Erschließung. Die Terrasse schafft gleichzeitig einen Pufferspeicher für Regenwasser. Siegerentwurf von ©Hütten & Paläste Architekten, Berlin, mit herrburg Landschaftsarchitekten, Berlin und mit eZeit Ingenieure, Berlin sowie mit ZRS Architekten GvA mbH, Berlin

Die Herausforderungen rund um Klimaziele, neue Mobilität und attraktive Wohnstandorte sind insbesondere in schrumpfenden Regionen abseits der bekannten Hotspots enorm. Innovationen wie das serielle und modulare Bauen sowie dezentrale Energieerzeugung vor Ort im Quartier sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

Projekt zeigt die Potenziale und Grenzen der Energiewende im Wohngebäudebereich auf

Bei ihrem wegweisenden Projekt „Ossietzkyhof“ saniert die SWG Mehrfamilienhäuser weitgehend im bewohnten Zustand und errichtet gleichzeitig eine neue Wohnanlage in serieller Bauweise. Für das gesamte Quartier wurde ein einheitliches Energiekonzept erarbeitet.

Mit der Quartiersentwicklung soll unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Anforderungen ein Gebäudestandard realisiert werden, der bezahlbare Mieten für ganz unterschiedliche Zielgruppen ermöglicht. Dazu werden die Versorgungsstrukturen zwischen den einzelnen Objekten intelligent verknüpft und unterschiedliche Gebäudestandards je nach Objekt umgesetzt. Übergeordnetes Ziel ist es, durch Einsparungen bei den Betriebskosten eine für die Mieter annähernd warmmietenneutrale Sanierung zu ermöglichen. Dabei entsteht ein Wohnquartier, das ausschließlich mit grüner Energie versorgt wird. Die komplette vor Ort erzeugte Energie wird auch genau dort von den Bewohnern genutzt.

Das Projekt zeigt die Potenziale, aber auch die Grenzen der Energiewende im Wohngebäudebereich auf. Es kann wichtige Erkenntnisse liefern, welche CO2-Einsparungen mit solchen Projekten erreicht werden können und welche finanziellen Summen für alle Beteiligten mit den Einsparmaßnahmen verbunden sind. 

Der Rahmenplan für die klimagerechte Quartiersentwicklung in Nordhausen wurde 2019 beschlossen. Dazu gehört der Umbau von Plattenbauquartieren für eine vielfältige Bewohnerschaft. Beim Ossietzky-Hof wird es 2021 konkret: Die SWG Nordhausen setzt dort eine energetische Quartierserneuerung um, die in den vergangenen Monaten gründlich konzipiert wurde. Stadt und Wohnungsunternehmen tragen das IBA-Vorhaben gemeinsam. Mit der Hochschule Nordhausen werden darüber hinaus weitere (Um)Bau-, Mobilitäts- und Klimaschutzprojekte entwickelt.

Quelle: GdW

Mehr Information
von der SWG "Das IBA-Projekt Ossietzky-Hof"
bei der IBA-Thüringen: Ressourcenbewusster Umbau im Plattenbauquartier

Infos zum seriellen und modularen Bauen finden Sie hier

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