Praxisbericht IW.2050

Sozial orientierte Wohnungsunternehmen unterstützen weiterhin die Klimaziele

Ein Teil der Wohnungswirtschaft bewegt sich kontinuierlich in Richtung Klimaneutralität. Das zeigt der Praxisbericht der Initiative Wohnen.2050. Er erscheint traditionell zum "Tag der Wohnungswirtschaft" des GdW.

Knapp 40 der 251 Partnerunternehmen der IW.2050 (Stand Juli 2025) haben die Webabfrage 2025 bearbeitet und Daten für den vorliegenden Praxisbericht 2025 zugeliefert. Bild: M. Eisinger
Knapp 40 der 251 Partnerunternehmen der IW.2050 (Stand Juli 2025) haben die Webabfrage 2025 bearbeitet und Daten für den vorliegenden Praxisbericht 2025 zugeliefert. Bild: M. Eisinger

Blick über den Tellerrand

Unsichere Fördersituationen sind der meist genannte Grund für zahlrecihe Wohnungsunternehmen ihre Investitionen in einen klimaneutralen Wohnungsneubau zu reduzieren. Auch hohe Baukosten und gestiegene Zinsen führen zu weniger Euphorie Wohnraum zu schaffen. Auch die fehlende Einbindung in den Prozess der kommunalen Wärmeplanung sorgt bei vielen Wohnungsunternehmen für Unsicherheit - sind sie doch wichtige lokale Akteure.

Der Umstieg auf eine regenerative Wärmeversorgung erfordert Planungssicherheit. Die Energie- und Wärmewende muss sektorübergreifend weiter vorangetrieben werden.

Die Akteure der Wohnungswirtschaft wünschen sich verbindlichere Vorgaben in Bezug auf Förderbedingungen.

Mieten im sozialen Wohnungsbau stabil

Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag 2024 in den befragten Unternehmen bei 6,92 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche - fast einen Euro unter Bundesdurchschnitt. Die Verlängerung der Mietpreisbremse ist jedoch für die Bestandshalter ein herber Rückschlag - vor allem mit Hinblick auf die Finanzierung der geforderten Investitionen. Denn: Die Transformation der Bestände erfordert Investitionen und damit auch moderate Mieterhöhungen, um die Mieterinnen und Mieter langfristig vor zu stark steigenden Heizkosten zu schützen.

Umsetzung ihrer Klimastrategie

Bereits 62 Prozent der antwortenden Unternehmen befinden sich in der aktiven Umsetzung ihrer Klimastrategie, 25 Prozent im Prozess der Entwicklung. Lediglich sieben Prozent haben noch keine Strategie. Der aktuelle Median der Treibhausgas-Emissionen liegt bei den IW.2050-Partnern im Schnitt noch bei 23,36 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr - anvisiert für 2045 ist ein Medianwert von 7,36.

Bei vielen Unternehmen steht nach Ermittlung des Klimapfades noch ein Abgleich aller ins Auge gefassten klimarelevanten sowie weiteren notwendigen Investitionen und der langfristigen Wirtschaftsplanung an. Einige IW.2050-Unternehmenspartner haben ihre Strategien gemäß der Initiative "Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor" bereits umgestellt oder sind dabei dies zu tun. Defossilierung im Heizungskeller sowie eine geringere Eingriffstiefe bei der energetischen Modernisierung und eine dadurch breitere Durchdringung der Portfolien sind wesentliche Faktoren bei der realistischen Umsetzung der Klimaneutralität.

Praxisbericht am 25. November 2025 in Berlin vorgelegt

Die Publikation beinhaltet auf 177 Seiten Zahlen, Daten und Fakten aus aktuellen Umfragen, umfasst Klimastrategien, Projekte, Erfahrungsberichte, Meinungen und Einschätzungen von Wohnungsunternehmen unterschiedlichster Größenordnung. Und das durchaus repräsentativ, denn der Gebäudebestand der derzeit 252 IW.2050-Partner umfasst rund 2,2 Millionen Wohneinheiten, in denen rund 5,8 Millionen Menschen leben. Bei einem Blick über den Tellerrand kommen im Bericht auch Wissenschaftler:innen, Bundes- und EU-Politiker:innen sowie zahlreiche Verbände benachbarter Branchen zu Wort.

Der IW.2050-Praxisbericht wird vom GdW in den Fachministerien und im Bundestag verteilt. Interessierte Leser:innen können den untenstehenden Bericht herunterladen (PDF, knapp 180 Seiten, 9 MB, kostenfrei).

Quelle: Initiative Wohnen.2050 (IW.2050)

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan
Ein Kellerraum muss nicht und schon gar nicht kostenlos im Rahmen des Wohnraummietvertrages dem Mieter zur Verfügung gestellt werden. Eine getrennte Anmietung bietet den Vorteil, dass der Kellerraummietvertrag nicht dem mieterschützenden Wohnraummietrecht...
Printer Friendly, PDF & Email
2.12.2025
5. Praxisbericht der Initiative Wohnen.2050
Mittlerweile zum fünften Mal hat die Initiative Wohnen.2050 (IW.2050) ihren Praxisbericht vorgelegt. Dieser zeigt auf, wie weit sich Teile der Wohnungswirtschaft in Richtung Klimaneutralität...
17.3.2025
5. Fachkongress IW.2050
Die Wohnungswirtschaft ist unterwegs Richtung Klimaneutralität. Aber auf dem Klimapfad könnte den Unternehmen das Geld ausgehen und eine auskömmliche Förderung ist nicht in Sicht. Was also tun, fragt...
30.7.2024
wowiconsult und Lesisto
Der Kreis der Unternehmen, die einen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen müssen, wird immer größer. Vom Geschäftsjahr 2026 an sind auch kleine und mittelständische Wohnungsunternehmen berichtspflichtig...
29.11.2023
Sanierung als Chance
Transformationspläne dienen dem langfristigen Werterhalt eines Gebäudeportfolios. Nur wenn die Gebäude auf dem neuesten energetischen Standard sind und klimafreundlich mit Erneuerbaren Energien...
13.4.2023
Dank der Kapitalaufstockung durch das Land Hessen
Um 200 Millionen Euro hat das Land Hessen als Mehrheitseigentümer das Eigenkapital der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt Ende 2020 aufgestockt. Das Geld investiert Hessens größtes...
6.3.2024
Heizungsoptimierung
Die Joseph-Stiftung möchte den CO₂-Verbrauch in ihren Beständen reduzieren. Sie implementiert deshalb intelligente Energielösungen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz sollen die Heizungsanlagen in...